Blut & Immunsystem

So wärmen und vermeiden Sie kalte Füße

Kalte Füße hat keiner gern. Nicht auf dem Weihnachtsmarkt und schon gar nicht zu Hause im Bett. Wir sagen Ihnen, wie Sie die Eisklötze an Ihren Füßen zum Schmelzen bringen und im besten Falle erst gar keine bekommen.

Wenn wir frieren, hat das meistens damit zu tun, dass die betroffenen Körperstellen schlecht durchblutet sind, weil das Blut nicht richtig zirkuliert. Das kann zum Beispiel an niedrigem Blutdruck liegen oder an mangelnder körperlicher Fitness. Aber auch Kälte sorgt für eine unausgeglichene Durchblutung, ganz besonders an den Händen und Füßen.

Die Ursachen kalter Füße

Wenn die Temperaturen sinken, setzt folgendes Szenario ein: Unser Organismus beginnt, Herz, Gehirn und andere wichtige Organe zu schützen. Er konzentriert die Körperwärme in diesen Organen und zieht sie von anderen Stellen ab. Das Nachsehen haben „weniger wichtige“ Körperteile wie Zehen und Finger. Die Gefäße, die sie versorgen, verengen sich, und weniger warmes Blut gelangt in diese Teile des Körpers. Die Folge: Sie werden kalt.

Kommt bei kalten Temperaturen noch Nässe hinzu – sei es durch Regen, Schnee oder Schweiß – wird es an den Füßen besonders frostig. Wer Sport macht, kennt das: Wird der Schweiß nicht von der Haut weggeleitet, entsteht unangenehme Verdunstungskälte. Durch diesen Reiz von außen verengen sich die Blutgefäße zusätzlich. Die Folge: eine Unterversorgung mit Blut, die dazu führen kann, dass wir frieren. Schweißnasse Schuhe und Socken verstärken das Problem “kalte Füße” also zusätzlich.

Übrigens: Laut Studien leiden Frauen häufiger an eiskalten Füßen als Männer. Der Grund: Männer haben von Natur aus mehr Muskelmasse. Dadurch verbraucht ihr Körper mehr Energie, was wiederum Körperwärme erzeugt – und zwar bis in die Zehen. Dennoch: Viele Männer klagen im Winter ebenfalls über ständig kalte Füße.

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Frau in der Sauna

Regelmäßiges Saunieren fördert die Durchblutung. (c) Colourbox

So werden kalte Füße wieder warm

Mit diesen Tipps heizen Sie Ihren Eisfüßen ein:

  • Tragen Sie dicke, wärmende Socken. Diese sollten jedoch nicht aus reiner Baumwolle sein. Baumwollstrümpfe saugen sich schnell mit Schweiß voll, geben die Feuchtigkeit aber nicht wieder ab. Besser ist Wolle oder ein Wollgemisch. Socken und Strümpfe sollten nicht zu eng sitzen, da sie sonst die Gefäße zusammendrücken und so die Blutzirkulation unterbrechen könnten.
  • Wählen Sie das richtige Schuhwerk: Ihre Schuhe sollten gut isoliert sein und aus einem Naturmaterial, um Schwitzen zu vermeiden. Achten Sie darauf, nicht zu enge Schuhe zu tragen. Wechseln Sie Strümpfe und Schuhe, wenn sie feucht sind.
  • Bringen Sie die Blutzirkulation in Gang, indem Sie mit den Zehen wackeln, herumlaufen oder auf und ab springen. Beim Sitzen nicht die Beine übereinander schlagen, denn das unterbricht die Blutzufuhr der Füße und lässt sie auskühlen.
  • Haben Sie zu Hause kalte Füße, gönnen Sie sich ein warmes Fußbad. Besonders effektiv sind sogenannte aufsteigende Fußbäder: Sie erweitern die verengten Blutgefäße und kurbeln den Kreislauf an. Steigern Sie die Wassertemperatur durch langsames Zugießen von warmem Wasser nach und nach von etwa 33 Grad auf etwa 40 Grad. Anschließend die Haut gut trocken rubbeln. Tipp: Badezusätze wie Eukalyptus, Rosmarin oder Fichtennadeln wirken durchblutungsfördernd.
  • Auch eine Fußmassage regt die Durchblutung an. Am besten mit speziellen Fußcremes, die durchblutungsfördernde Substanzen enthalten, massieren.
  • Legen Sie zum Schlafen eine Wärmflasche ans Fußende des Bettes. Das bringt die Eiszapfen an den Füßen schnell zum Schmelzen.
  • Nicht unbedingt kurz vor dem Zubettgehen, aber sonst höchst wirkungsvoll, wenn man friert: scharfes Essen. Würzige Speisen regen nämlich die Durchblutung an und erwärmen den ganzen Körper von innen bis in die Zehenspitzen.
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Warm eingepackt tut ausreichend Bewegung den kalten Füßen gut. (c) Colourbox

Kalten Füßen vorbeugen

Wer für einen stabilen Kreislauf und eine gute Durchblutung sorgt, friert nicht so schnell. Damit Sie also gar nicht erst kalte Füße bekommen, empfiehlt es sich, täglich im Wechsel mit heißem und kaltem Wasser zu duschen. Das regt die Durchblutung an und härtet den Organismus ab. Wer den ganzen Tag viel sitzt, sollte ab und zu aufstehen und zum Beispiel Kniebeugen machen, um Blut in die Beine und Füße zu pumpen. Auch AusdauersportFußgymnastik und regelmäßige Saunabesuche sorgen für eine gesunde Durchblutung und beugen schnellem Frieren vor.

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Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit wenig Fett und Zucker kann ebenfalls vorbeugen. Raucher sollten versuchen, die Finger von Zigaretten zu lassen, denn Nikotin verengt die Gefäße. Kalte Füße sind da noch die harmloseste Folge.

Kalte Füße im Winter sind in der Regel kein Grund zur Sorge. Die Ursache dafür ist ein Schutzmechanismus unseres Körpers, der bei großer Kälte automatisch einsetzt, damit keine lebenswichtigen Organe beschädigt werden. Wer sich warm anzieht, gesund ernährt und regelmäßig bewegt, ist gut gewappnet, um Frostbeulen an den Füßen vorzubeugen.

Bei ernsthaften Blutgefäßerkrankungen, wie sie etwa Diabetiker oder starke Raucher haben, können kalte Füße dagegen ein Fall für den Arzt sein. Auch Stress, ein hormonelles Ungleichgewicht oder Mineralstoffmangel können Auslöser für kalte Füße sein, unabhängig von der Jahreszeit.