Gesundheit kompakt

Borreliose

Was ist Borreliose?
Was sind die Ursachen?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt Borreliose?
Wie wird Borreliose behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Was ist Borreliose?

Borreliose ist ein Überbegriff für Krankheiten, die durch spiralförmige Bakterien – die Borrelien – hervorgerufen werden. Die bekannteste Form sind die Lyme-Borreliose (die hauptsächlich durch Zecken übertragen wird) und das Rückfallfieber (das in Mitteleuropa aber so gut wie nicht vorkommt). Eine Lyme-Borreliose ist heilbar. Bleibt sie unbehandelt, kann sie aber bleibende Schäden hinterlassen.

Was sind die Ursachen?

Borreliose wird durch den Stich einer Zecke, seltener von Stechmücken oder Pferdebremsen übertragen. Borrelien leben im Darm von Zecken. Allerdings trägt nur etwa jede fünfte Zecke die Bakterien in sich. Gelangen die Borrelien durch den Stich der Zecke in die Blutbahn des Menschen, breiten sie sich im Organismus aus. Sie zerstören Gewebe und greifen Nerven an. Die Übertragung der Bakterien beginnt ungefähr 12 bis 24 Stunden nach dem Zeckenbiss. Wenn die Zecke bereits längere Zeit Blut gesaugt hat, wird die Gefahr einer Borreliose wahrscheinlicher. Umgekehrt: Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr, eine Borreliose zu bekommen. Entfernen können Sie eine Zecke mit einer Zeckenzange (gibt’s in der Apotheke).

Was sind die Symptome?

Bei einer Borreliose können viele verschiedene Symptome auftreten. Das Problem: Die Symptome sind unspezifisch und treten nicht immer in gleicher Reihenfolge und gleichem Ausmaß auf. Eine Borreliose ist deswegen schwer von anderen Krankheiten zu unterscheiden.

Ein spezifisches Anzeichen einer Borreliose ist die Rötung rund um den Stich, die innerhalb ein paar Stunden bis Wochen nach der Übertragung der Borrelien auftritt und sich im Verlauf der Erkrankung ausweitet (Wanderröte). Die Stichstelle verblasst mit der Zeit. Die Wanderröte tritt aber nur in 50 Prozent der Borreliose-Fälle auf. Weitere Symptome für eine Borreliose sind Fieber, Gliederschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Auch Nervenschmerzen, Konzentrationsstörungen, Muskelschmerzen, geschwollene Gelenke, Stimmungsschwankungen, Taubheit und Lähmung – meist im Gesicht – können auftreten. In seltenen Fällen endet eine Borreliose in einer Gehirnhautentzündung.

Auch Monate oder Jahre nach dem Zeckenstich kann sich eine Borreliose bemerkbar machen. Typische Symptome sind dann Gelenkentzündungen, Hautirritationen oder Nervenerkrankungen. Ist das zentrale oder periphere Nervensystem befallen, spricht man von einer Neuroborreliose.

Wie erkennt der Arzt eine Borreliose?

Zur Diagnose untersucht der Arzt die Stichstelle und die Haut. Manchmal nimmt er Blut ab, um eine Borreliose auszuschließen. Aber selbst wenn Antikörper gegen Borrelien im Blut gefunden werden, kann es sein, dass gar keine akute Borreliose vorliegt. Bis zu 25 Prozent aller Menschen tragen Antikörper gegen Borrelien in sich, weil sie sich damit infiziert haben, der Körper die Abwehr allerdings allein gemeistert hat und die Erkrankung unbemerkt bliebt. Weiter kann der Arzt eine Untersuchung des Gehirnwassers und oder der Gelenkflüssigkeit durchführen.

Wie wird Borreliose behandelt?

In der Regel wird eine Infektion mit Borreliose mit einem Antibiotikum behandelt. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto eher können Folgeschäden verhindert werden. Bei spät auftretenden oder chronischen Symptomen werden Antibiotika über mehrere Wochen durch Infusionen verabreicht. Selbst dann, kann die Erkrankung aber Schäden hinterlassen.

Wie kann ich vorbeugen?

Der beste Schutz vor einer Borreliose ist der Schutz vor Zecken und einem Zeckenstich!

  • Bedecken Sie im Wald, auf Wiesen und in Gebieten mit Zecken Ihre Haut mit Kleidung. Auf heller, glatter Kleidung erkennt man Zecken am besten
  • Tragen Sie geschlossene Schuhe
  • Ziehen Sie die Strümpfe über Ihre Hosenbeine oder stecken Sie die Hosenbeine in Ihre Schuhe
  • Benutzen Sie ein Abwehrspray gegen Zecken an den Stellen, die nicht durch Kleidung bedeckt sind (gibt’s in der Apotheke)
  • Seien Sie besonders in der Zeckensaison von Mai bis Oktober (Deutschland) aufmerksam
  • Untersuchen Sie nach Ausflügen in die Natur Ihre Haut. Besonders den Haaransatz, die Kniekehlen und die Armbeugen

Sollten Sie dennoch gestochen werden, sollten Sie die Stelle in den folgenden Wochen beobachten. Treten oben genannte Symptome auf, gehen Sie zum Arzt. Kinder und Menschen mit schwachem Immunsystem sollten sofort einen Arzt aufsuchen.

Wie sind die Heilungschancen?

Wird die Borreliose früh erkannt, sind die Heilungschancen gut. Bleibt sie allerdings unerkannt, ist die Behandlung schwieriger und das Risiko häufig höher, Folgeschäden davonzutragen.

Informationen zu anderen Krankheiten: Zecken können auch FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. Dagegen kann man sich im Gegensatz zur Borreliose impfen lassen.