Gesundheit kompakt

Darmkrebs

Blut im Stuhl kann ein erstes Warnsignal sein: Lesen Sie hier, welche Symptome die Krankheit kennzeichnen, wie Darmkrebs behandelt wird und wie Sie der Erkrankung gezielt vorbeugen können.

Was ist Darmkrebs?
Was sind die Ursachen von Darmkrebs?
Was sind Symptome bei Darmkrebs?
Wie erkennt der Arzt Darmkrebs?
Wie wird Darmkrebs behandelt?
Wie kann ich Darmkrebs vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Darmkrebs?

Darmkrebs – Was ist das?

Unter dem Begriff Darmkrebs werden laut Definition alle bösartigen Tumore des Darms zusammengefasst. Sie gehen meist von der Darmschleimhaut aus und entstehen, wenn einzelne Zellen entarten, sich unkontrolliert vermehren und gesunde Zellen verdrängen. Da die wuchernden Krebszellen weitgehend funktionslos sind, können sie die Aufgaben eines gesunden Organs nicht erfüllen. Darmkrebs gehört in Deutschland nach Brustkrebs, Prostatakrebs und Lungenkrebs zu den häufigsten Krebsarten. Jedes Jahr erkranken etwa 29.500 Frauen und 33.500 Männer an der Krankheit. Das Alter spielt dabei eine wichtige Rolle: Die Patienten sind im Schnitt 74 Jahre alt.

Von Darmkrebs können verschiedene Abschnitte des Verdauungstrakts betroffen sein. Am häufigsten bilden sich die Tumoren im Bereich des Dickdarms. Im Grimmdarm finden sich die sogenannten Kolonkarzinome, im Enddarm die Rektumkarzinome. Beide Tumorarten werden zusammenfassend als kolorektale Karzinome bezeichnet. Andere Regionen des Darms wie der Dünndarm und der After sind sehr selten von bösartigen Wucherungen betroffen. Diese werden auch anders behandelt als kolorektale Karzinome.

Was sind die Ursachen von Darmkrebs?

Darmtumoren können verschiedene Ursachen haben. Dazu zählt zum Beispiel eine genetische Veranlagung: Wenn es in der Familie bereits Fälle von Darmkrebs gab, ist das Risiko erhöht, daran zu erkranken. Daneben gibt es eine Reihe von polypösen Erbkrankheiten wie das Gardner-Syndrom, bei denen sich im Verdauungssystem zunächst gutartige Polypen bilden, die später entarten. Patienten, die an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn leiden, aber auch Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2, haben ebenfalls ein erhöhtes Darmkrebsrisiko.

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> Typ-2-Diabetes

Auch ein ungesunder Lebensstil hat Einfluss auf die Entwicklung von Darmkrebs. Eine fetthaltige, kalorienreiche Ernährung belastet den Verdauungstrakt: Rotes Fleisch und Wurstwaren brauchen nämlich deutlich länger als pflanzliche, ballaststoffreiche Kost, um den Darm zu passieren. Übergewicht, Bewegungsmangel sowie starker Alkohol- und Zigarettenkonsum begünstigen ebenfalls die Entstehung von kolorektalen Karzinomen. Ob auch psychische Ursachen wie Stress eine Rolle spielen, ist umstritten. Experten gehen heute von einem indirekten Zusammenhang aus. Wer unter psychischer Belastung leidet, ernährt sich tendenziell ungesünder, bewegt sich weniger und greift zu Suchtmitteln – und diese Lebensweise kann zur Bildung von Tumoren führen.

Was sind Symptome bei Darmkrebs?

Darmkrebs bleibt häufig über einen langen Zeitraum unbemerkt, da die Krankheit in einem frühen Stadium kaum Beschwerden verursacht. Meist treten zunächst unspezifische Symptome wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchschmerzen und Darmkrämpfe auf. Dazu können ungewollter Gewichtsverlust, Müdigkeit, Leistungsabfall, Rückenschmerzen und leichtes Fieber kommen. Ein Warnsignal ist Blut im Stuhl: Sind die Ausscheidungen sehr dunkel gefärbt oder blutverschmiert, sollte ein Arzt zurate gezogen werden. Er kann feststellen, ob eine eher harmlose Ursache wie Hämorrhoiden oder eine ernsthafte Erkrankung wie Darmkrebs hinter dem Symptom steckt. Gut zu wissen: Bei jungen Menschen um die 20 oder 30 ist Darmkrebs sehr selten.

> Verdauungsstörungen, Übelkeit und Appetitlosigkeit

> Blut im Stuhl

Im Verlauf der Krankheit kann es zum Darmverschluss kommen. Wenn der Tumor den Verdauungstrakt überwuchert, kann der Nahrungsbrei nicht mehr weitertransportiert werden und es kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Typisch für das fortgeschrittene Stadium der Erkrankung ist auch die Entwicklung einer Blutarmut: Da bösartige Darmtumoren häufig bluten, fehlen dem Körper unter anderem Eisen und der rote Blutfarbstoff – dies äußert sich beispielsweise in Blässe und Atemnot.

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Ältere Frau, die mit jüngeren gemeinsam Gemüse schneidet.

Eine gesunde, ballaststoffe Ernährung unterstützt die Darmtätigkeit. (c) Bojan / Fotolia

Wie erkennt der Arzt Darmkrebs?

Besteht der Verdacht auf Darmkrebs, fragt der Arzt zunächst nach Ihrer Krankengeschichte. Er erkundigt sich danach, ob sich Ihr Stuhl in der letzten Zeit verändert hat, ob Sie an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden und ob es in Ihrer Familie bereits Fälle von Darmkrebs gab. Auf die Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung: Der Mediziner tastet Ihren Bauch ab und hört mit dem Stethoskop die Darmgeräusche ab. Bei der rektalen Untersuchung wird ein Finger in den Enddarm eingeführt, um etwaige Wucherungen direkt zu ertasten. Um verstecktes Blut im Stuhl nachzuweisen, wird ein Hämoccult-Test durchgeführt. Dazu nimmt der Arzt eine Stuhlprobe.

Fällt der Hämoccult-Test positiv aus, ordnet der Arzt weitere Untersuchungen an. Um tiefer liegende Darmregionen zu erreichen, ist eine Darmspiegelung nötig. Dazu wird ein Endoskop über den After eingeführt. Dieses schlauchförmige Instrument ist mit einer Kamera und einer Lichtquelle ausgestattet, sodass der Arzt die Darmschleimhaut betrachten und Gewebeproben entnehmen kann. Etwa 95 Prozent aller Darmtumoren werden auf diese Weise entdeckt. Um die genaue Größe und Lage des Karzinoms zu bestimmen und um etwaige Metastasen in der Lunge oder der Leber zu finden, wird anschließend eine Computertomografie, Magnetresonanztomografie und/oder eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.

Wie wird Darmkrebs behandelt?

Wird der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt, also bevor er Metastasen gebildet hat, ist er in vielen Fällen heilbar. Die wichtigste Maßnahme ist die Operation, bei der der Arzt den Tumor vollständig entfernt. Neben dem befallenen Darmabschnitt werden auch die angrenzenden Lymphknoten sowie ein breiter Rand an gesundem Gewebe entnommen, um eine Art Sicherheitsabstand zu schaffen. Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, müssen auch die Tochtergeschwülste, also beispielsweise Lebermetastasen, operativ entfernt werden. Je nach Art und Lage des herausgeschnittenen Gewebes wird der Chirurg dem Patienten einen künstlichen Darmausgang legen.

Bei fortgeschrittenem Dickdarmkrebs schließt sich an diese Behandlung eine Chemotherapie an. Die Betroffenen erhalten dann spezielle Medikamente, die sogenannten Zytostatika. Sie hemmen das Wachstum der im Körper verbliebenen Krebszellen und sollen dadurch einen Rückfall verhindern. Wie lange die Chemotherapie dauert und ob es zu schweren Nebenwirkungen wie Haarausfall kommt, ist individuell verschieden. Liegt ein Rektumkarzinom vor, kann der Arzt auch eine Strahlentherapie anordnen.

Wie kann ich Darmkrebs vorbeugen?

Eine gesunde Lebensweise ist die beste Vorsorge: Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Getreide hält den Darm in Schwung. Fettreiche Speisen, Fleisch und Wurst sollten Sie nur in Maßen genießen. Verzichten außerdem auf größere Mengen Zucker und Alkohol und stellen Sie das Rauchen ein. Achten Sie auf ein normales Gewicht und treiben Sie regelmäßig Sport – auch das senkt das Darmkrebs-Risiko.

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Wer an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung oder an einem Polyposis-Syndrom leidet, sollte in regelmäßigen Abständen Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen. Dies gilt auch, wenn es bereits Krebsfälle in der Familie gab. Sind Sie über 50? Dann übernimmt die gesetzliche Krankenkasse einmal pro Jahr die Kosten für die rektale Untersuchung und den Hämoccult-Test. Ab 55 können Sie alle zehn Jahre eine Darmspiegelung auf Kosten der Krankenkasse durchführen lassen. Im Rahmen der Krebsvorsorge können gutartige Veränderungen an der Darmschleimhaut frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Wie sind die Heilungschancen bei Darmkrebs?

Je früher die Erkrankung entdeckt wird, desto besser. Durch das Angebot an Vorsorgeuntersuchungen, aber auch durch verbesserte Therapiemöglichkeiten, hat sich die Lebenserwartung der Patienten in den letzten Jahren deutlich erhöht. Wird der Darmkrebs in einem frühen Stadium behandelt, leben fünf Jahre nach der Diagnose noch 95 Prozent der Betroffenen. Ohne Behandlung durch eine Operation und gegebenenfalls eine anschließende Chemo ist der Verlauf natürlich deutlich ungünstiger. Patienten im Endstadium haben statistisch gesehen eine äußerst schlechte Prognose: 95 Prozent sterben innerhalb der nächsten fünf Jahre. Um die Heilungschancen zu erhöhen, ist es besonders wichtig, das Angebot der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge wahrzunehmen. Wer ein erhöhtes Krebsrisiko hat, sollte sich bereits in jüngeren Jahren regelmäßig untersuchen lassen.

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