Durchfall: ein unangenehmes und bisweilen gefährliches Symptom

Gesundheit kompakt

Durchfall / Diarrhoe

Um Durchfall handelt es sich bei sehr dünnflüssigem, mehrmals am Tag auftretendem Stuhlgang. Es wird zwischen akutem oder chronischem Durchfall unterschieden. Für Babys, Kleinkinder und ältere Menschen kann Durchfall durch den damit einhergehenden Flüssigkeitsverlust bedrohlich werden.

Was ist Durchfall?
Was sind die Ursachen von Durchfall?
Was sind die Symptome von Durchfall?
Wie erkennt der Arzt Durchfall?
Wie wird Durchfall behandelt?
Wie kann ich Durchfall vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Durchfall?

Was ist Durchfall?

Durchfall (auch Diarrhoe oder Diarrhö genannt) bezeichnet die vermehrte Entleerung von dünnem bis flüssigem Stuhl. Durchfall liegt vor, wenn es bei Erwachsenen zu mehr als drei Stuhlgängen pro Tag kommt, der Stuhl dabei zu weich oder flüssig ist (mehr als 75 Prozent Wassergehalt) und die Stuhlmenge mehr als 200 bis 250 Gramm pro Tag beträgt. Statistisch gesehen leidet in Deutschland pro Jahr etwa jeder Dritte für einige Tage daran. Weltweit erkranken pro Jahr rund vier Milliarden Menschen an Durchfall. 7,5 Millionen Menschen (vor allem Kinder) sterben an den Folgen.

Häufiger, wässriger Durchfall kann den Körper innerhalb von Stunden stark schwächen, da der Körper große Mengen Wasser, Salze und Verdauungssäfte über den Darm verliert und der Flüssigkeits- und Energiehaushalt durcheinandergerät. Es besteht die Gefahr der Austrocknung (Dehydratation). Gerade bei Kindern und älteren Menschen kann diese schnell eintreten und auch bedrohlich werden. Durchfall ist per Definition keine Krankheit, sondern ein Symptom, hinter dem viele Erkrankungen stecken können.

Was sind die Ursachen von Durchfall?

Bei Durchfall wird zwischen akuter (bis zu zwei Wochen), anhaltender (zwei bis vier Wochen) und chronischer Diarrhö (länger als vier Wochen) unterschieden. Hinter dem akuten Durchfall steckt fast immer eine Infektion mit Krankheitserregern, am häufigsten Viren oder Bakterien. Folgende Ursachen kommen unter anderem noch für akuten Durchfall infrage:
Lebensmittelvergiftung durch Bakterien (z. B. Staphylokokken oder Streptokokken)
• Darmgrippe
• Infektionen mit Viren oder Bakterien wie dem Erreger Escherichia coli (Reisedurchfall)
• Medikamente (z. B. Abführmittel, Antibiotika)
• Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Histamin- oder Laktose-Intoleranz, Gluten-Unverträglichkeit)
• Angst, Stress
• Koffein, Tein

Chronischer Durchfall kann sich über Monate entwickeln und auf ernstere Ursachen oder Erkrankungen hinweisen. Mögliche Ursachen sind unter anderem:
• das Reizdarm-Syndrom
• eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut
• Störungen des Hormonhaushalts (z. B. Addisonkrankheit, Schilddrüsenüberfunktion, Gastrinom)
chronische Dickdarmentzündungen
Morbus Crohn
• eine chronische Besiedlung des Darms mit Parasiten
• Tumorerkrankungen in der Darmwand oder Krebserkrankungen der Darmschleimhaut

Durchfall wird meist von schmerzhaften Bauchkrämpfen begleitet. (c) Adiano / Fotli

Was sind die Symptome von Durchfall?

Durchfall selbst ist ein Symptom: die vermehrte Entleerung von dünnem bis flüssigem Stuhl. Der häufige Stuhldrang geht oft mit Bauchkrämpfen, Übelkeit, Kreislaufbeschwerden und Schwäche einher. Babys und Kleinkinder sind bei Durchfall besonders gefährdet. Daher sollten Sie auf folgende frühe Hinweise auf einen kritischen Flüssigkeitsverlust bei Ihrem Kind achten:
• Gewichtsverlust (Babywaage verwenden)
• Einsinken der Fontanellen (der weichen Stellen am Kopf des Babys)
• zwischen den Fingern gefaltete Haut (am Bauch) bleibt in Falten stehen
• trockene Mundschleimhaut
• trockene Windel

Notieren Sie zudem Häufigkeit, Menge und Beschaffenheit der Durchfälle.

Wie erkennt der Arzt Durchfall?

Nicht immer sind bei Durchfall eine genauere Diagnose oder überhaupt ein Arztbesuch erforderlich. Das hängt davon ab, wie lange der Durchfall andauert oder wie heftig die Beschwerden sind. In den meisten Fällen bessert sich Durchfall spätestens nach ein bis drei Tagen von selbst. Bei länger anhaltendem Durchfall, wenn zusätzlich Fieber auftritt oder der Durchfall Blutbeimengungen enthält, sollten Sie jedoch die Ursachen von einem Arzt abklären lassen. Besondere Vorsicht ist bei Babys, ein Kleinkindern oder älteren Menschen geboten.

Bei akutem Durchfall reichen oft schon ein gründliches Anamnesegespräch (z. B. Seit wann besteht der Durchfall? Ist der Stuhl flüssig, schleimig oder blutig? Sind Sie kürzlich verreist? Nehmen Sie Medikamente ein und wenn ja, welche?) und die körperliche Untersuchung für eine Diagnose. Darüber hinaus kann der Arzt bei Bedarf einige spezielle Untersuchungen machen, wie:
• Blutuntersuchungen
• Laboruntersuchungen einer Stuhlprobe
• Ultraschalluntersuchung des Bauchraums
• Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittel
• Allergietests (bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie)
• Laktose-Toleranztest (bei Verdacht auf eine Laktoseunverträglichkeit)
• Dünn- und Dickdarmspiegelung
• Entnahmen von Gewebeproben (Biopsien)

Wie wird Durchfall behandelt?

Bei akutem Durchfall sind Flüssigkeitszufuhr und der Ersatz verloren gegangener Salze das wichtigste Mittel. Dafür gibt es spezielle Zucker-Elektrolytlösungen aus der Apotheke – gerade für Kinder. Sie können auch selbst (nicht bei Kindern unter fünf Jahren) einen halben Liter abgekochtes Wasser mit einem halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffeln Zucker verrühren (mit Orangensaft für den Geschmack). Bei starkem Flüssigkeitsverlust muss der Patient gegebenenfalls durch eine intravenöse Infusion behandelt werden.

Bei Übelkeit und Erbrechen kann es sinnvoll sein, vorübergehend auf feste Nahrung zu verzichten. Greifen Sie ansonsten zu fettarmer Schonkost wie: Zwieback, geriebener Apfel, pürierte Banane, Kartoffelbrei (mit fettarmer Milch und ohne Butter), fettarmes Fleisch, fettarmer Fisch, Magerquark, Magerjoghurt, in Brühe weichgekochter Reis, Haferschleim. Die berühmte „Salzstangen und Cola“-Diät ist zur Behandlung von Durchfall übrigens nicht geeignet. Coca-Cola enthält viel zu viel Zucker. Das Salz der Salzstangen liefert vor allem Natrium. Der Körper benötigt bei Durchfall aber auch Kalium.

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Medikamente? Nicht unbedingt notwendig!

Medikamente sind nicht immer sinnvoll und sollten mit Bedacht und nur kurzzeitig eingesetzt werden, da sie den Darm daran hindern, die Durchfall-Ursachen, zum Beispiel Bakterien und deren Giftstoffe, wieder loszuwerden. Auch beim Einsatz von Antibiotika ist Vorsicht geboten. Bei einer Besiedlung des Darms mit schädlichen Bakterien kann es erforderlich sein, diese mit Antibiotika zu bekämpfen. Dabei wird aber oft gleichzeitig die natürliche Magen-Darm-Flora zerstört.

Folgende Hausmittel kommen häufig gegen Durchfall zum Einsatz:
• Kräutertees (z. B. Fenchel-Anis-Kümmel-Tee, Pfefferminztee, Kamillentee)
• Heilerde
• geriebene Äpfel und Karotten (oder Karottensuppe)
• Wärmflasche, Kartoffelauflagen

Bei einer chronischen Durchfallerkrankung muss die zugrundeliegende Krankheit behandelt werden.

Wie kann ich Durchfall vorbeugen?

Neben einer gesunden Lebensweise und einer naturbelassenen, basischen Ernährung kommt der Pflege des Darms bei der Diarrhoe-Prophylaxe eine ganz besondere Bedeutung zu. Hier sind regelmäßige Darmreinigungen (z. B. mit Flohsamen, Probiotika) zu empfehlen. Zudem sollten Sie die Einnahme von Antibiotika soweit möglich vermeiden, da sie die Darmflora schädigen. Im Anschluss an eine notwendige Antibiotika-Therapie sollten Sie eine Darmsanierung durchführen.

Wie sind die Heilungschancen bei Durchfall?

Durchfall ist ein Symptom und keine Krankheit. Daher kommt es bei den Heilungschancen darauf an, welche Krankheit hinter dem Durchfall steckt. Akuter Durchfall, wie etwa Reisedurchfall, ist oft vergleichsweise harmlos und gehört nach wenigen Tagen der Vergangenheit an. Wichtig ist jedoch, in jedem Fall auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten – insbesondere bei Kindern und älteren Menschen.