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Giardiasis

Giardiasis ist auch unter den Fachbegriffen Lambliasis oder Lamblienruhr geläufig. Es handelt sich um eine Durchfallerkrankung, die durch die einzelligen Darmparasiten Giardia intestinalis (auch genannt Giardia lamblia oder Giardia duodenalis) verursacht wird. Dabei können nicht nur Menschen an einer Giardiose erkranken, sondern auch Katzen und Hunde. Es kann ebenfalls zu einer Übertragung von Giardien von Hunden und Katzen auf den Menschen kommen.

Was ist Giardiasis?
Was sind die Ursachen von Giardiasis?
Was sind die Symptome von Giardiasis?
Wie erkennt der Arzt Giardiasis?
Wie wird Giardiasis behandelt?
Wie kann ich Giardiasis vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Was ist Giardiasis?

Giardiasis ist eine Durchfallkrankheit, die durch den Erreger das Geißeltierchen Giardia intestinalis (Genotyp A und B) hervorgerufen wird. Die Erreger gelangen in den Darm und klammern sich dort an der Darmschleimhaut fest.

Bei Giardiasis werden die Schleimhautzellen jedoch nicht zerstört, wie bei anderen Erregern oftmals der Fall. Allerdings können Entzündungen im Darm auftreten und die Funktion der Schleimhautzellen vorübergehend beeinträchtigt werden. Der Erreger lässt sich im Stuhl der Betroffenen nachweisen.

Gegen Giardiasis kann man sich nicht impfen lassen, sondern nur Vorsorgemaßnahmen treffen, falls man in betroffene Regionen fährt. Zu diesen Maßnahmen zählen: Wasser oder Getränke aus versiegelten Flaschen trinken, Hygiene auf der Toilette sowie Verzicht auf rohes Obst und Gemüse, wenn man es nicht selbst waschen kann.

Was sind die Ursachen von Giardiasis?

Die Inkubationszeit für die Darmerkrankung liegt zwischen einer und zehn Wochen. Betroffene scheiden den Erreger über ihren Stuhl aus und wissen oftmals noch nicht, dass sie infiziert sind. Auch durch verunreinigtes Wasser und kontaminiertes Essen in Endemiegebieten wird der Darmparasit übertragen.

In Kanada wird die Krankheit auch Beaver Fever (Bieberfieber) genannt, da dort die Verbreitung der Krankheit durch von vermeintlich mit Biberkot verschmutztem Wasser weitergetragen wird. In Europa kommt es selten zu Erkrankungsfällen. Manchmal tragen Urlauber, die aus tropischen Regionen oder anderen betroffenenen Regionen zurückkehren, den Erreger mit sich.

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Was sind die Symptome von Giardiasis?

Die Darmerkrankung zeigt sich mit ersten Symptomen wie langanhaltendem, oftmals auch nur leichtem Durchfall, Erbrechen und Blähungen. Patienten beschreiben Anzeichen wie einen Blähbauch und Druckschmerzen vor allem rund um den Bauchnabel. In selten Fällen leiden Betroffene zusätzlich unter Fieber.

Bei schweren Fällen kann es im Laufe einer Infektion zu Mangelernährung und Gewichtsverlust kommen, da nur noch wenige Nährstoffe über den Darm aufgenommen werden können. Bei einigen Betroffenen zeigen sich jedoch keinerlei Symptome. Dann können die Erreger unwissentlich und durch mangelnde Hygiene sehr leicht übertragen werden.

Ein Mann mit Bauchschmerzen, die durch den Befall mit Giardien verursacht werden.

Darmparasiten können zu der Durchfallerkrankung führen. (c) Adiano/Fotolia

Wie erkennt der Arzt Giardiasis?

Nach einer ausführlichen Anamnese durch den Hausarzt lassen sich mögliche Giardien Viren durch eine Stuhlprobe nachweisen. Meist reicht ein immunologischer Test zum Nachweis von Giardia lamblia im Stuhl.

Falls der Arzt auch durch eine wiederholte Probe keine Erreger ermitteln kann, folgt oftmals eine Darmbiopsie. Hierbei wird eine Gewebeprobe von der Dünndarmschleimhaut entnommen. Falls der Patient sich tatsächlich mit dem Darmparasit infiziert hat, ist dieser mit dieser Probe definitiv zu ermitteln.

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Wie wird Giardiasis behandelt?

Giardiasis wird meist mit einer Antibiotika-Kur mit den Wirkstoffen Metronidazol oder Albendazol behandelt. Manchmal werden auch Anti-Wurm-Mittel zur Therapie eingesetzt, obwohl es sich beim Darmparasit nicht um einen Wurm handelt. Dennoch werden die Parasiten Giardia intestinalis dadurch abgetötet. Giardia lamblia kann der Arzt auch während einer Schwangerschaft problemlos behandeln.

Trotz erfolgreicher Abtötung der Erreger leiden einige Patienten auch nach der Behandlung unter anhaltenden Magen-Darm-Problemen. In Fachkreisen wird als Grund vermutet, dass eine Giardiasis auch chronische Funktionsstörungen wie etwa eine Laktoseintoleranz, das Reizdarmsyndrom oder sogar Nahrungsmittelunverträglichkeiten auslösen kann.

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Wie kann ich Giardiasis vorbeugen?

Eine Infektion mit den Darmparasiten kann man in erster Linie durch ausreichende Hygiene vermeiden. Nicht nur in Risikogebieten, sondern überall sollte auf eine sorgfältige Toilettenhygiene geachtet werden, um den Infektionsschutz zu erhöhen. Vor allem Kinder sollten darauf achten, immer ihre Hände nach dem Toilettengang und vor dem Essen gründlich zu waschen.

Auf Reisen in Endemiegebieten müssen Menschen vor allem auf sauberes Trinkwasser achten. Gekauftes Wasser in Flaschen muss versiegelt sein oder vorher abgekocht werden. Obst und Gemüse muss immer gründlich und mit sauberem Wasser vor dem Verzehr gewaschen werden. Im allgemeinen müssen Lebensmittel sowie Gerichte in Restaurants heiß zubereitet werden, damit mögliche Erreger vorher abgetötet werden.

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Wie sind die Heilungschancen?

Giardiasis ist zwar eine harmlose, aber sehr leicht übertragbare Infektion durch Darmparasiten. Viele Betroffene merken nichts von ihrer Erkrankung, da sie keinerlei Symptome bemerken. In diesen Fällen ist eine Behandlung sehr schwer und die Verbreitung der Krankheit leicht.

Vor allem Menschen mit einer Immunschwäche, ältere Mensch und kleine Kinder sind gefährdet, wenn sie sich anstecken. Nur in äußerst seltenen Fällen durchdringen die Parasiten die Darmschleimhaut und breiten sich im restlichen Körper aus. In der Regel bleiben die Erreger im Darm lokalisiert. Wenn die Krankheit über einen langen Zeitraum unentdeckt bleibt, kann es zur Aufnahmestörung von Nährstoffen oder Mangelerscheinungen kommen.

Bei konsequenter Therapie heilt Giardiasis in den meisten Fällen problemlos ab. Ein Lamblien-Rückfall tritt eigentlich nie ein, vielmehr handelt es sich bei anhaltenden Symptomen meistens um eine Laktoseintoleranz, die durch die Erkrankung ausgelöst wurde.