Krankheiten & Therapien

Hautkrebs

Hautkrebs ist seit vielen Jahren auf dem Vormarsch – immer mehr Menschen erkranken weltweit an bösartigen Tumoren der Haut. Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist, dass sie so früh wie möglich erkannt werden.

Was ist Hautkrebs?
Was sind die Ursachen von Hautkrebs?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt Hautkrebs?
Wie wird Hautkrebs behandelt?
Wie kann ich einem Hautkrebs vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Hautkrebs?

Was ist Hautkrebs?

Der Begriff Hautkrebs umfasst mehrere Krebserkrankungen der Haut. Sie unterscheiden sich in ihrem Aussehen, aber auch in der Behandlung und den Heilungschancen. Die häufigsten Hautkrebsarten sind der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) und der helle (weiße) Hautkrebs – zu letzterem zählen das Basaliom (Basalzellkrebs, Basalzellkarzinom) und das Spinaliom (Plattenepithelkarzinom, Stachelzellkrebs).

Die stärkste Zuwachsrate hat der schwarze Hautkrebs. In Deutschland erkranken derzeit rund 18.000 Menschen jährlich neu an einem malignen Melanom, so die Deutsche Krebsgesellschaft. Etwa 170.000 Menschen sind in Deutschland jährlich neu von weißem Hautkrebs betroffen (Basaliom: 80 Prozent, Plattenepithelkarzinom: 20 Prozent).

Der weiße Hautkrebs wächst sehr langsam und bildet selten Metastasen in anderen Organen. Schwarzer Hautkrebs dagegen bildet schnell Tochtergeschwulste. Vorsorge und regelmäßige Kontrolluntersuchungen der Haut sind daher extrem wichtig. Bei allen Arten von Hautkrebs gilt: Je früher die bösartigen Veränderungen entdeckt werden, desto besser sind die Heilungschancen.

Was sind die Ursachen von Hautkrebs?

Die Hauptursache des hellen Hautkrebses ist die chronische Belastung durch intensive ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) beim Sonnenbaden oder Aufenthalt im Freien ohne ausreichenden Sonnenschutz. Er entsteht deshalb vor allem an Kopf und Hals.

Der schwarze Hautkrebs entsteht durch häufige Sonnenbrände in Kindheit und Jugend. Rötung und Schmerzen gehen vorüber, aber das Erbgut der betroffenen Hautzellen ist nachhaltig geschädigt – mit jedem Sonnenbrand ein wenig mehr. Hinzu kommt mitunter eine familiäre Veranlagung für das maligne Melanom: Schwarzer Hautkrebs tritt in manchen Familien gehäuft auf.

UV-Strahlung von Sonne und Solarium

Die UV-Strahlung der Sonne setzt sich aus UV-A- und UV-B-Strahlen zusammen. Der UV-B-Anteil sorgt dafür, dass die Haut braune Pigmente bildet (Melanin), ihre Hornschicht verdickt und dadurch insgesamt einen natürlicher Lichtschutz bildet. Solarien bräunen auch – aber fast ausschließlich mit UV-A-Strahlung. Die künstliche Bräune ist daher auch kein Schutz vor Sonnenbrand.

Entscheidend ist: UV-B-Strahlen können Sonnenbrand verursachen und schädigen das Erbgut der Hautzellen. Dadurch erhöhen sie das Risiko für Hautkrebs. Heute geht man davon aus, dass auch intensive UV-A-Strahlung diesen Effekt hat. Grundsätzlich gilt: Je stärker die Haut durch UV-Strahlung belastet wird, desto größer ist das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Was sind die Hautkrebs-Symptome?

Die verschiedenen Arten von Hautkrebs zeigen sehr unterschiedliche Symptome.

Symptome des schwarzen Hautkrebs

Schwarzer Hautkrebs verursacht in den meisten Fällen keine Beschwerden. Nur selten jucken oder bluten die Tumore. Maligne Melanome können sehr unterschiedlich aussehen. In den meisten Fällen sind es braune oder schwarze Flecken, die einem harmlosen Muttermal ähneln. Folgenden Merkmale oder Veränderungen können ein Hinweis auf schwarzen Hautkrebs sein:

  • Ein Muttermal ist oder wird im Lauf der Zeit dunkler als andere Male
  • Das Mal ist unregelmäßig gefärbt, es enthält helle und dunkle Stellen
  • Ein vorhandenes Muttermal fängt auf einmal an zu wachsen
  • Ein Muttermal sieht völlig anders aus als die anderen
  • Das Mal fängt an zu jucken, zu nässen oder zu bluten

Wichtig: Diese Veränderungen sind ein Anlass für eine genauere Untersuchung – sie sind jedoch kein sicheres Erkennungszeichen des schwarzen Hautkrebses. Ein Muttermal, auf das ein oder mehrere Merkmale zutreffen, ist nicht zwangsläufig bösartig. Dennoch sollten Muttermale regelmäßig kontrolliert und verdächtige Stellen umgehend mit dem Arzt abgeklärt werden. Nur er kann eine sichere Diagnose stellen.

Symptome des weißen Hautkrebs

Auch Basallzellkarzinome können sehr unterschiedlich aussehen. Am häufigsten sind Tumore, die knotig wirken, gelblich-rötlich gefärbt und von einem Randsaum mit kleinen Erhebungen umgeben sind. An der Oberfläche schimmern häufig winzige Blutgefässe durch.

Nicht selten ähneln die Karzinome aber auch einfachen roten Flecken oder Narben – entsprechend schwer ist es, sie als Tumor zu identifizieren. In fortgeschrittenem Stadium entwickeln sie sich häufig zu Geschwüren, die nässen oder leicht bluten.

Das Plattenepithelkarzinom sieht am Anfang häufig aus wie eine aktinische Keratose (Licht-Keratose). Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Haut, die durch langjährige intensive UV-Strahlung ausgelöst wird. Ihr Kennzeichen sind rötliche Schuppen, die fest auf der Haut haften. Die Krankheit schreitet nur langsam fort, kann aber in hellen Hautkrebs übergehen.

Im fortgeschrittenen Stadium wird der Tumor knotig und verhornt. Versucht man, die festsitzenden Verhornungen abzukratzen, blutet die Haut.

Großes Muttermal bei Hautkrebs

Große Muttermale sind ein Risikofaktor für schwarzen Hautkrebs


Wie erkennt der Arzt Hautkrebs?

Der Arzt wird zunächst nach der Krankengeschichte fragen (Anamnese). Mit einer speziellen Lupe – dem Auflichtmikroskop oder Dermatoskop – lassen sich die auffällige Stelle, aber auch andere Hautstellen und Muttermale überprüfen. Bei einem Verdacht auf Hautkrebs folgen weitere Untersuchungen.

An erster Stelle steht die Biopsie – die Entnahme einer Gewebeprobe, die feingeweblich auf bösartig veränderte Zellen untersucht wird. Das Ergebnis gibt Aufschluss darüber, um welchen Hautkrebs es sich handelt.

Wie wird Hautkrebs behandelt?

Die wichtigste Therapie bei allen Hautkrebsformen ist die Operation – also die vollständige Entfernung des bösartigen Hauttumors.

Heller Hautkrebs: Hier werden zusätzlich zur Operation die Bestrahlung und Photodynamische Therapie (ein Medikament macht die Krebszellen lichtempfindlich, durch Bestrahlung sterben die Tumorzellen gezielt ab) eingesetzt.

Bei einem Basaliom kann die Immunmodulierende Therapie helfen: Der Patient cremt die betroffenen Stellen mit dem Wirkstoff Imiquimod über mehrere Wochen ein. Die Substanz aktiviert das Immunsystem der Haut, das die Krebszellen gezielt angreift. Eine Chemotherapie, die im ganzen Körper wirkt, wird angewendet, wenn der Hautkrebs schon fortgeschritten ist oder sich Metastasen gebildet haben.

Schwarzer Hautkrebs: Neben der Operation kommen Immunmodulierende Therapie, Chemotherapie und Bestrahlung infrage. Außerdem gibt es neue Medikamente zur Behandlung des fortgeschrittenen schwarzen Hautkrebses bei Erwachsenen: Seit 2012 den Wirkstoff Vemurafenib, seit 2013 den Wirkstoff Dabrafenib. Beide eignen sich für die Behandlung von Hauttumoren, die nicht operabel sind, Metastasen gebildet haben und gleichzeitig eine Gen-Mutation (BRAF-Gen) aufweisen.

Wie kann ich Hautkrebs vorbeugen?

Der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs ist UV-Strahlung. Der Schutz vor intensiver Strahlung und vor allem vor Sonnenbränden ist darum die wichtigste Präventionsmaßnahme. Wie gut ein Mensch Sonne verträgt, entscheidet der individuelle Hauttyp. Umso heller die Haut und je größer die Neigung zu Sonnenbrand, desto mehr sollten Betroffene die Sonne meiden.

Vor allem bei Kleinkindern und Säuglingen erhöhen Sonnenschäden der Haut das Hautkrebsrisiko um ein Vielfaches. Sonnenbrände in Kindheit und Jugend sollten daher unbedingt vermieden werden!

Wie hoch sind die Heilungschancen bei Hautkrebs?

Die Heilungschance bei Hautkrebs hängt – wie bei vielen Krebsarten – davon ab, wie frühzeitig der Krebs entdeckt wird, wie weit er sich im Körper ausgebreitet und ob er in andere Organe gestreut hat. Wichtig ist außerdem, dass der Tumor operativ vollständig entfernt wird. Das erhöht die Heilungschancen.

Beim Basaliom und Plattenepithelkarzinom sind die Prognosen gut, auch weil diese Hautkrebsarten selten Metastasen bilden. Ist ein Melanom noch dünn und wächst nur in der Oberhaut, sind die Heilungschancen sehr hoch. Je tiefer der Tumor in die Haut vorgedrungen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er Krebszellen gestreut hat. Dann bestimmt die Wachstumsgeschwindigkeit des Krebses den Krankheitsverlauf.