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Hüftschnupfen

Hüftschnupfen ist auch unter den medizinischen Fachbegriffen Coxitis fugax, Coxalgia fugax oder Transiente Synovitis bekannt und zählt im Kindesalter zu den häufigsten Gelenkerkrankungen. Vor allem Kinder von drei bis zehn Jahre leiden oft kurz nach einer Erkältung oder einem Magendarminfekt daran. Das größte Risiko zu erkranken ist im Frühjahr und Herbst, wenn viele Infekte kursieren. Eher selten erkranken Teenager und Erwachsene.

Was ist Hüftschnupfen?
Was sind die Ursachen von Hüftschnupfen?
Was sind Hüftschnupfen-Symptome?
Wie erkennt der Arzt Hüftschnupfen?
Wie wird Hüftschnupfen behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Was ist Hüftschnupfen?

Wenn Kinder plötzlich unter Hüftschmerzen klagen, liegt oft ein Hüftschnupfen vor. Dabei handelt es sich um eine keimfreie Entzündung des Hüftgelenks, die sich in Form von Schmerzen bis hinunter zum Knie sowie durch Humpeln äußern kann. Ursache für die Schmerzen ist eine Schwellung in der Gelenkschleimhaut der Hüfte. Die Beweglichkeit der Hüfte ist eingeschränkt. Oftmals kann das Bein im Hüftgelenk nicht gedreht werden.

Am häufigsten sind Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren betroffen, Jungen häufiger als Mädchen. Der Krankheitsverlauf dauert in der Regel ein bis zwei Wochen und schließt sich häufig an einen vorangegangenen Infekt an. Erkrankte Kinder und Jugendliche sollten sich einige Tage ausruhen und schonen, damit die Entzündung problemlos abheilt. Kein Sport bei Hüftschnupfen ist leider Pflicht. Bei richtiger Behandlung liegt die Dauer eines Hüftschnupfen bei maximal zwei Wochen. Die Erkrankung kann manchmal wiederholt auftreten. Ein chronischer Verlauf ist jedoch eher untypisch.

Falls der Hüftschnupfen mit Fieber auftritt, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Hüftschmerzen in Verbindung mit Fieber deuten auf eine eine bakterielle Gelenkentzündung hin, die Schäden am Gelenk verursachen könnte. Zur sicheren Diagnose hilft dann nur eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung. Hüftschnupfen hat symptomatisch Ähnlichkeiten mit einer Reihe von anderen Erkrankungen. So kann ein Zeckenstich manchmal ähnliche Symptome erzeugen. Auch bei einem Zeckenstich kann man unter starken Schmerzen in der Hüfte und auch im Oberschenkel leiden.

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Was sind die Ursachen von Hüftschnupfen?

Die genauen Ursachen wurden bislang noch nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt. In den meisten Fällen geht der Erkrankung aber ein Infekt voraus. Oftmals erkranken Kinder, die ein bis zwei Wochen vorher an einem Virusinfekt an den Atemwegen oder des Magen-Darm-Trakts erkrankt waren.

Weitere Ursachen, die einen Hüftschnupfen begünstigen können, sind Erkältungen, grippale Infekte oder seltener eine Mandelentzündung.

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Was sind Hüftschnupfen-Symptome?

Beim Hüftschnupfen bildet sich eine keimfreie Flüssigkeitsansammlung (Erguss) im Hüftgelenk, die für die typischen Symptome sorgt. Der Erguss im Gelenk übt Druck auf das Gelenk und eine Spannung in der Gelenkkapsel aus, die zu starken Schmerzen in der Hüfte führen und bis ins Bein und Knie ausstrahlen können.

Kinder klagen über Beschwerden beim Laufen, fangen an zu humpeln oder zu hinken. Durch den Erguss im Gelenk ist die Bewegung eingeschränkt. Manchmal wird dies von plötzlichem leichtem Fieber begleitet. Spätestens dann muss ein Arzt aufgesucht werden.

Kinder können während eines Hüftschnupfens Beschwerden beim Laufen erhalten. (c) Colourbox

Wie erkennt der Arzt Hüftschnupfen?

Auch wenn ein harmloser Hüftschnupfen nicht medikamentös behandelt werden muss, sollte dennoch ein Arzt konsultiert werden, um andere Krankheitsbilder auszuschließen. Der Untersuchung durch den Kinderarzt geht eine gründliche Anamnese voraus. Falls der Patient vorab an einem Infekt erkrankt war, ist das für die Diagnose des Arztes wichtig. Nach der Untersuchung des Hüftgelenks kann nur ein Ultraschall eine gesicherte Diagnose stellen sowie andere Krankheitsbilder ausschließen. Im Ultraschallbild wird der Gelenkerguss sichtbar. Die Flüssigkeitsansammlung im Hüftgelenksspalt sichert die Diagnose und zeigt die Ausmaße der Entzündung.

Weiter kann eine Blutabnahme Sinn machen, um eventuell vorhandene erhöhte Entzündungswerte festzustellen. Hohe Entzündungswerte würden für eine bakterielle Infektion sprechen und auf eine eitrige Hüftgelenksentzündung deuten. Eine Röntgenuntersuchung würde im Anschluss erfolgen, wenn die Diagnose noch nicht eindeutig ist. Hüftschnupfen hat symptomatisch Ähnlichkeiten mit anderen Krankheitsbildern. Mit einem Röntgenbild können andere Erkrankungen oder Entzündungsursachen wie Morbus Perthes, Borreliose, jugendliche Hüftkopflösung und juvenile idiopathische Arthritis ausgeschlossen werden.

In manchen Fällen ist ein Kernspin oder eine Gelenkspunktion notwendig. Durch das Punktieren wird auch der Überdruck des Ergusses gesenkt und durch die Untersuchung der Flüssigkeit kann eine bakterielle (eitrige) Coxitis ausgeschlossen werden. Bei einer bakteriellen Coxitis tritt Fieber als Symptom mit auf, während bei einem einfachen Hüftschnupfen kein Fieber zusätzlich auftritt.

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Wie wird Hüftschnupfen behandelt?

Bei Hüftschnupfen ist Schonung die beste Therapie. Kindern wird von einigen Tagen bis zu zwei Wochen Bettruhe verordnet. Die Hüfte sollte nicht belastet werden, damit die Schmerzen zurückgehen. Springen, Laufen und Hüpfen sollte weitestgehend vermieden werden, damit der Erguss abschwillt. Weiter können Eisbeutel, Salben und abschwellende sowie entzündungshemmende Medikamente den Therapieerfolg unterstützen. In schwereren Fällen können leichte Schmerzmittel wie etwa Ibuprofen eingenommen werden.

Auch homöopathische Mittel wie Globuli kommen manchmal zum Einsatz. Dabei wird oft Ferrum phosphoricum gegen Entzündungen und Drosera rotundifolia als krampflösendes Heilmittel eingesetzt.

Bei Erwachsenen mit Hüftschnupfen setzt man ebenfalls keine spezifische Therapie ein, sondern wartet ein paar Tage ab, ob die Symptome von selbst wieder verschwinden. Unterstützend können Erwachsene und Jugendliche eine Gehhilfe und Krücken benutzen, wenn die Schmerzen beim Gehen zu groß werden.

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Wie kann ich vorbeugen?

Da die Ursachen eines Hüftschnupfens noch nicht endgültig geklärt sind, gibt es auch keine konkreten Maßnahmen, um der Gelenkerkrankung vorzubeugen. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Erkrankung auf einen anderen Infekt bis zu zwei Wochen später folgt.

Falls Kinder an einer Grippe, Mandel- oder Mittelohrentzündung, einem Magen-Darm-Infekt oder einer Erkrankung der oberen Atemwege leiden, kann man gewarnt sein, dass ein Hüftschnupfen auftreten könnte. Vorbeugen kann man aber nicht.

Wie sind die Heilungschancen?

Bei konsequenter Schonung vor allem der Hüftgelenke, sollte der Hüftschnupfen nach etwa einer Woche abklingen. Nach etwa drei Monaten wird vor allem bei Kindern eine ärztliche Nachkontrolle empfohlen, doch die Erkrankung tritt meist nur einmalig auf.

Sollten die Schmerzen jedoch länger als eine Woche anhalten, sollte nochmals mit dem Arzt abgeklärt werden, ob es sich nicht doch um eine andere Erkrankung handelt, wie etwa um die orthopädische Kinderkrankheit Morbus Perthes oder Borreliose.