Gesundheit kompakt

Kopfschmerzen

Was sind Kopfschmerzen?
Was sind die Ursachen für Kopfschmerzen?
Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?
Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Wie werden Kopfschmerzen behandelt?
Wie kann ich Kopfschmerzen vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Kopfschmerzen?

Was sind Kopfschmerzen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt 243 verschiedene Formen von Kopfweh. Meist sind übererregte Nervenzellen die Ursache für einen Brummschädel.

Kopfweh kann ein- und beidseitig auftreten, einige Menschen leiden durchgängig daran, bei anderen treten sie nur zeitlich begrenzt auf. Viele klagen über Schmerzen im Hinterkopf oder im Nackenbereich. Bei manchen gehen die Schmerzen einher mit Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit oder Sehstörungen. Rund 70 Prozent aller Deutschen leiden hin und wieder an der Volkskrankheit Nummer 2. Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer. Die gute Nachricht: Je älter wir werden, desto weniger Kopfweh haben wir.

Was sind die Ursachen für Kopfschmerzen?

Experten unterscheiden primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Die „echten“, primären Schmerzen entstehen aufgrund überreizter Nerven. Die sekundären Schmerzen treten deutlich seltener auf und haben andere Ursachen, wie beispielsweise Bluthochdruck, eine Fehlstellung des Kiefers, Verspannungen, ein Schädel-Hirn-Trauma und Schmerzen, die durch die übermäßige Einnahme von Schmerzmittel ausgelöst werden. Die Schmerzen können auch ein Signal des Körpers sein, dass eine weitere, schwerwiegendere Erkrankung vorliegt.

Häufige primäre Ursachen:

  • Stress
  • zu wenig Flüssigkeitsaufnahme
  • Bildschirmarbeit/schlechtes Sitzen
  • Räume schlecht belüftet
  • Wetterfühligkeit
  • zu wenig Schlaf
  • Alkohol und Rauchen
  • bei Frauen: Hormonschwankungen während des Zyklus oder in den Wechseljahren

Sekundäre Ursachen:

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Fachleute unterscheiden die am häufigsten vorkommenden Kopfschmerzen nach folgenden Typen:

  • Spannungskopfschmerzen: Rund 90 Prozent aller Kopfschmerzen sind Spannungskopfschmerzen. Diese werden oft mit Stress in Verbindung gebracht und sind meist weniger intensiv als Migränekopfschmerzen. Sie sind von einem Gefühl der Enge oder durch mäßig starke Schmerzen im Bereich der Stirn, auf der Rückseite des Kopfs und im Nacken gekennzeichnet.
  • Migräne: Hierbei handelt es sich um die intensivste Form von Kopfweh. Der Schmerz geht meist von einer Seite des Kopfs aus. Er kann aber auch hinter den Augen sitzen und von dort beginnen zu pulsieren oder zu pochen. Manchmal wird eine Migräne von einer Aura, Lichtempfindlichkeit und/oder Übelkeit begleitet. Frauen sind von Migräne häufiger betroffen als Männer.
  • Clusterkopfschmerzen: Betroffene klagen über unregelmäßige, einseitig auftretenden, starke Schmerzattacken. Weitere Symptome sind tränende Augen oder eine laufende Nase. Clusterkopfschmerzen werden als sehr belastend empfunden und können sogar zu Depressionen führen. Sie treten häufiger bei Männern auf.
  • Nebenhöhlenbedingtes Kopfweh (Sinusitis): Die Nasennebenhöhlen sind kleine, luftgefüllte Hohlräume hinter der Stirn und den Wangenknochen. Wenn sich die Schleimhäute dieser Nebenhöhlen entzünden, kann dies zu dem typischen Gefühl der verstopften Nase und zu Schmerzen im Gesichtsbereich führen.
  • Kopfweh durch Schmerzmittel: Es klingt paradox – eine übermäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann als Nebenwirkung zu Kopfschmerzen führen. Weitere Medikamente, die die gleiche Nebenwirkung haben können sind beispielsweise die Anti-Baby-Pille oder blutdrucksenkende Mittel.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Die meisten Kopfschmerzen sind harmlos und lassen sich mit einfachen Hausmitteln behandeln. Ein Arztbesuch ist nicht nötig.

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn die Schmerzen:

  • über einen längeren Zeitraum immer wieder auftreten,
  • nach einer Gehirnerschütterung auftreten,
  • nach einer Verletzung am Kopf auftreten,
  • mit Erbrechen und Übelkeit sowie
  • mit Fieber und einem steifem Nacken einhergehen.

Wenn bei Ihnen plötzlich akute Schmerzen auftreten, die beispielsweise mit Seh- und Sprachstörungen oder Verwirrtheit einhergehen, sollten Sie umgehend einen Arzt kontaktieren.

Wie werden Kopfschmerzen behandelt?

Es gibt viele, zum Teil verschreibungspflichtige Schmerzmittel, die die Symptome bekämpfen. Bekannte Wirkstoffe sind Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen sowie bei Ärzten umstrittene Kombinationspräparate.

Tabletten eignen sich nicht als Dauerlösung. Sie sollten Schmerzmittel nie häufiger als an drei aufeinanderfolgenden Tagen und nicht mehr als zehn Tage im Monat einnehmen. Bei längeren, starken und häufiger auftretenden Kopfschmerzen sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren.

Einigen helfen bewährte Hausmittel wie Pfefferminzöl, das einfach großzügig auf Schläfe und Nacken einmassiert wird.Weitere praktische Hausmittel und Tipps sind in diesem Artikel der Zeitschrift Stern zusammengefasst: „Ins Bad oder ins Bett“.

Wie kann ich Kopfschmerzen vorbeugen?

Hier einige Tipps zu Ernährung, Lebensstil und Verhalten bei Kopfschmerzen

  • Nahrungsmittel: Einige Menschen stellen fest, dass bestimmte Nahrungsmittel bei ihnen Kopfschmerzen auslösen, insbesondere bei Migräne. Wenn Sie beobachten, dass bestimmte Lebensmittel wie Schokolade, Koffein oder Rotwein Ihr Problem verstärken, sollten Sie den Verzehr einschränken oder diese Nahrungsmittel ganz von Ihrem Speiseplan streichen.
  • Stress: Versuchen Sie, Stress zu meiden, da dieser oft zu Kopfschmerzen führen kann. „Hör auf, dich zu stressen!“ ist zwar schnell gesagt, aber nicht so einfach getan. Bewährt haben sich Entspannungsmethoden wie die Muskelrelaxation nach Jacobson. Hier finden Sie Informationen zu Stress-Symptomen und deren Folgen.
  • Unterzuckerung: Versuchen Sie, regelmäßig zu essen. Wenn Ihr Blutzuckerspiegel zwischen den Mahlzeiten zu stark abfällt, kann dies zu Kopfschmerzen führen. Greifen Sie am besten zu kleinen und gesunden Snacks, wie etwa getrockneten Früchten und Nüssen, um den Blutzuckerspiegel oben zu halten.
  • Vitalstoff-Mangel: Manchen Menschen hilft es bei Kopfschmerzen verstärkt Magnesium und Calcium einzunehmen. Magnesium und Calcium sind zum Beispiel in dunkelgrünem Gemüse, getrockneten Früchten, Nüssen und Vollkornprodukten enthalten.
  • Bewegung: Treiben Sie regelmäßig dreimal die Woche für eine halbe Stunde Sport (z. B. Walken, Radfahren, Joggen oder Schwimmen).
  • Massagen mit Pfefferminz- oder Baldrianöl: Sie entspannen die Schulter- und Nackenmuskulatur und lösen dadurch Verspannungen.

Wie sind die Heilungschancen bei Kopfschmerzen?

Die Heilungschancen bei Kopfschmerzen hängen ganz von den Ursachen ab. Meist verschwindet das Symptom Kopfschmerz schnell nach Einnahme eines Schmerzmittels. Das Mittel betäubt jedoch nur den Schmerz. Generell ist es deshalb ratsamer, den Ursachen auf den Grund zu gehen und – wenn möglich – sein eigenes Verhalten zu verändern.

Quelle: Deutsche Schmerzliga e. V., Adenauerallee 18, D-61440 Oberursel

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