Blut & Immunsystem

Krampfadern

Krampfadern sind in ihrem frühen Stadium für viele nur ein kosmetisches Problem. Die verdickten Venen gelten als optischer Makel. Doch in manchen Fällen können sie zum Risiko für die Gesundheit werden. Wir erklären, wie man Krampfadern vorbeugt und welche Möglichkeiten der Therapie es gibt. 

Was sind Krampfadern?
Was sind die Ursachen?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt Krampfadern?
Wie werden Krampfadern behandelt?
Wie kann man Krampfadern vorbeugen?
Wie groß sind die Heilungschancen?

Was sind Krampfadern?

Krampfadern (Fachbegriff: Varizen) sind erweiterte Venen, die meist an den Beinen oder dem Becken auftreten. Sie verästeln sich, bilden Knoten und schimmern bläulich. Das macht sie für viele zu einem großen kosmetisches Problem. Bleiben sie unbehandelt, können sie aber ernsthafte Beschwerden verursachen. Ein Krampfaderleiden wird als Varikose bezeichnet. Am häufigsten sind Frauen von Varizen betroffen.

Es gibt zwei Arten der Varikose: Die primäre Varikose entsteht durch eine Venenwand- oder Bindegewebsschwäche. Seltener als die primäre ist die sekundäre Varikose. Sie ist die Folge von Venenerkrankungen wie zum Beispiel einer Thrombose.

Was sind die Ursachen?

Mit 95 Prozent der Fälle ist die primäre Varikose die vorherrschende Form des Venenleidens. Blut, das gegen die Schwerkraft aus den Beinen zum Herzen fließen soll, staut sich in den Beinen. Die Venenklappen werden dadurch beschädigt und unter Umständen funktionsunfähig. Um zurück zum Herzen zu gelangen, nimmt das Blut eine Umleitung über die oberflächlichen Beinvenen. Diese weiten sich und werden zu Krampfadern.

Bei der sekundären Varikose wird das Blut an der blockierten oder geschädigten Vene vorbei in die oberflächlichen Venen umgeleitet. Diese sind dadurch überlastet und weiten sich ebenfalls zu Krampfadern.

Krampfadern werden durch langes Sitzen oder Stehen begünstigt. Auch Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen, die Hormon-Pille und Hormonersatztherapien tragen dazu bei. Eine vererbte oder altersbedingte Venenschwäche fördert sie außerdem.

Was sind die Symptome?

Bevor die Krampfadern Beschwerden bereiten, fallen sie optisch auf. Kleine Besenreiser sind ein erstes Warnzeichen. Bei weiterer Verschlechterung der Venenfunktion fühlen sich die Beine schwer an, sind geschwollen oder jucken – besonders direkt auf den Krampfadern.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann sich die Haut bräunlich verfärben und pergamentartig verhärten. Im Verlauf der Erkrankung kommen Wadenkrämpfe oder Spannungsgefühle hinzu. Im fortgeschrittenen Stadium schmerzen die Beine, entzünden sich die oberflächlichen Venen (Fachbegriff: Thrombophlebitis) und es kann zu einem offenen Bein kommen (Ulcus cruris varicosum).

> Krampfadern und Beinkrämpfe

Wie erkennt der Arzt Krampfadern?

Der Arzt untersucht zunächst die vorhandenen Krampfadern, tastet die Beine ab und schaut nach Hautveränderungen. Zusätzlich wird er abklären, ob die Beschwerden erblich bedingt oder durch andere Einflüsse entstanden sind. Weitere Untersuchungen sind unter anderem: Messung des Fußpulses und der Temperatur, Blutuntersuchung auf Gerinnungsfaktoren, Druckmessung der Venen, Ultraschall und Röntgenaufnahmen.

Frau fährt Fahrrad gegen Krampfadern

Radfahren stärkt die Venen und beugt Krampfadern vor


Wie werden Krampfadern behandelt?

Um Spätschäden zu vermeiden, sollten Krampfadern vorgebeugt und Varikosen frühzeitig behandelt werden. Die Behandlung unterscheidet sich je nach Grad und Art der Erkrankung. Zum Einsatz kommen unter anderem individuell angepasste Kompressionsstrümpfe, die die Funktion der Muskel-Venen-Pumpe fördern. Gegen die Beschwerden wirken zusätzlich Medikamente mit Rosskastanien-Extrakt oder rotem Weinlaub. Wenn das alles nicht mehr hilft, können die Venen verödet (Sklerotherapie) oder die Krampfadern gezogen werden (Stripping). Ein weiteres Verfahren ist die Radiofrequenztherapie. Bei der Wahl der richtigen Methode ist ein Phlebologe der beste Ansprechpartner.

Wie kann man vorbeugen?

Wer zu Krampfadern neigt oder bereits deshalb in Behandlung ist, sollte folgende Dinge beherzigen:

  • So oft wie möglich Beine hochlegen, damit das Blut aus den Beinvenen leichter zum Herz zurückfließen kann
  • Beine regelmäßig von unten nach oben mit kaltem Wasser abduschen
  • Sport (vor allem Laufen oder Radfahren) stärkt die Muskeln und lässt das Blut besser zirkulieren
  • Spezielle Venengymnastik kräftigt die Gefäße
  • Kompressionsstrümpfe beugen vor

Wie groß sind die Heilungschancen?

Krampfadern bilden sich nicht von selbst zurück. Auch nach einer Behandlung können die Venen wieder Probleme machen. Deshalb ist es wichtig, vorzubeugen, nicht zu lange bewegungslos zu stehen oder zu sitzen und gelegentlich den Druck der Venen messen zu lassen.