Gesundheit kompakt

Mastodynie

Schmerzen im Brustbereich, die in Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus auftreten, werden auch Mastodynie genannt. Lesen Sie hier, was Sie gegen das unangenehme Spannungsgefühl unternehmen können und wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Was ist Mastodynie?
Was sind die Ursachen von Mastodynie?
Was sind die Symptome von Mastodynie?
Wie erkennt der Arzt Mastodynie?
Wie wird Mastodynie behandelt?
Wie kann ich Mastodynie vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Mastodynie?

Unter dem Begriff Mastodynie versteht man sowohl einseitige als auch beidseitige Schmerzen in der Brust. Das kann eine Berührungsempfindlichkeit, ein leichtes Ziehen, ein Spannungsgefühl, ein Druckschmerz, ein Stechen oder ein Brennen sein. Die Brustschmerzen lassen sich in zyklusabhängige und zyklusunabhängige Beschwerden unterteilen: Für Schmerzen, die in Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus stehen, verwenden Mediziner auch den Fachbegriff Mastodynie. Treten die Probleme unabhängig von der Menstruation auf, spricht man auch von Mastalgie – von dieser Form der Brustschmerzen können auch Männer betroffen sein. Allerdings ist die Definition nicht bindend: Manche Ärzte verwenden die Begriffe Mastodynie und Mastalgie gleichbedeutend, um Brustschmerzen ohne nähere Unterscheidung zu beschreiben.

Was sind die Ursachen von Mastodynie?

Bei Frauen im gebärfähigen Alter tritt Mastodynie meist im Rahmen des prämenstruellen Syndroms kurz vor dem Einsetzen der Periode auf: Während der zweiten Zyklushälfte wird Flüssigkeit in den Brüsten eingelagert, was zu schmerzhaften Dehnungs- und Spannungsgefühlen führen kann. Manchmal lassen sich dann sogar kleine Knoten oder Verhärtungen ertasten. Die Beschwerden verschwinden normalerweise von selbst, sobald die Monatsblutung einsetzt. Nach den Wechseljahren kommt diese Form der Mastodynie nicht mehr vor – es sei denn, die Patientin nimmt weibliche Geschlechtshormone ein, etwa in Form der Pille oder sie entwickelt eine Mastopathie. Dabei handelt es sich um eine gutartige Veränderung des Drüsengewebes in der Brust.

Neben dem weiblichen Zyklus gibt es weitere hormonelle Ursachen, die eine Mastodynie hervorrufen können, zum Beispiel eine fibrozystische Mastopathie. Hierbei bildet der Körper zu viel Östrogen und zu wenig Progesteron. Diese Gelbkörperschwäche tritt normalerweise erst während oder nach der Menopause auf und führt zur Bildung von Schwellungen, Knoten oder Zysten. Mastodynie während des Eisprungs kann ein Anzeichen dafür sein, dass die Reifung der Eizellen beeinträchtigt ist, da der Körper zu wenig Hormone produziert. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit kann es ebenfalls zu hormonbedingten Brustschmerzen kommen.

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Zyklusunabhängige Brustschmerzen, mitunter auch Mastalgie genannt, haben andere Ursachen. Hier liegt meist eine Grunderkrankung vor, die das Ziehen oder Brennen in den Brüsten verursacht – etwa eine Zyste oder eine Brustdrüsenentzündung. Bei einer Puerperalen Mastitis etwa fühlt sich die Brust warm und verhärtet an, die Lymphknoten in den Achselhöhlen schwellen an, gleichzeitig können Fieber und Gelenkschmerzen auftreten. Außerdem kommen Erkrankungen der Schilddrüse, Wirbelsäulenprobleme und Herzerkrankungen als Auslöser infrage – auch beim Mann. Darüber hinaus können gutartige und bösartige Tumoren Schmerzen in der Brust verursachen.

Was sind die Symptome von Mastodynie?

Bei einer Mastodynie fühlen sich die Brüste geschwollen und aufgedunsen an. Der Schmerz kann links oder rechts sitzen, meist sind aber beide Brüste gleich stark betroffen. Treten die Brustschmerzen zyklisch im Rahmen des prämenstruellen Syndroms (PMS) auf, können weitere Beschwerden wie Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Gereiztheit dazukommen. Im Laufe des Lebens einer Frau verändert sich ihr Hormonhaushalt und damit auch das Innenleben der Brust, welche aus Fett-, Drüsen- und Bindegewebe besteht. Bei älteren Frauen nimmt der Fettanteil in der Brust zu, sodass Wassereinlagerungen und knotige Veränderungen seltener werden – und die Mastodynie abnimmt oder ganz verschwindet.

Wie die Symptome bei zyklusunabhängigen Brustschmerzen aussehen, hängt von der vorliegenden Grunderkrankung ab. Allerdings beschreiben viele Patienten den Schmerz in diesem Fall als Brennen oder Ziehen, während es sich bei zyklusabhängigen Beschwerden eher um eine Druck- oder Berührungsempfindlichkeit beziehungsweise ein Spannungsgefühl in den Brüsten handelt.

Ausschnitt Frau, die auf der Waage steht.

Frauen mit Brustschmerzen sollten versuchen Übergewicht abzubauen. (c) Colourbox.de

Wie erkennt der Arzt Mastodynie?

Leiden Frauen an Mastodynie, ist der zuständige Facharzt ihr Gynäkologe. Er wird zunächst feststellen, wo genau der Schmerz sitzt und dazu die Brust sorgfältig abtasten. Um die Ursache zu klären, wird er außerdem fragen, ob die Schmerzen zyklusabhängig oder zyklusunabhängig auftreten. Hierfür kann es für die Patientin sinnvoll sein, ein Schmerztagebuch zu führen. Ob ein Hormonmangel vorliegt, kann mithilfe von Bluttests festgestellt werden. Handelt es sich um Brustschmerzen, die in Zusammenhang mit dem Zyklus stehen, ist eine weitere Untersuchung in der Regel nicht notwendig.

Lautet die Diagnose „zyklusunabhängige Brustschmerzen“, muss die zugrundeliegende Krankheit gefunden werden. Dies gilt auch, wenn Männer an Schmerzen in der Brust leiden. Der Arzt kann verschiedene bildgebende Verfahren anordnen, zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung oder eine Röntgenuntersuchung. Im Rahmen einer Mammographie können Hinweise auf ernsthafte Erkrankungen wie Brustkrebs als Auslöser der Schmerzen ermittelt werden. Besteht der Verdacht auf eine bösartige Wucherung, wird eine Gewebeprobe entnommen und diese im Labor untersucht. Liegen die Ergebnisse vor, werden weitere Schritte wie eine etwaige Operation besprochen.

Wie wird Mastodynie behandelt?

Die Therapie wird individuell auf die Ursache und die Stärke der Brustschmerzen abgestimmt. Zyklusabhängige Beschwerden können meist mit einfachen Hausmitteln behandelt werden: Oft bringt schon das Tragen eines gut sitzenden Büstenhalters Linderung. Auch die Ernährung spielt bei der Behandlung von Mastodynie eine Rolle: Da Fettgewebe Hormone produziert, ist es wichtig, auf eine gesunde, ausgewogene und fettarme Ernährung zu achten. So kann Übergewicht reduziert beziehungsweise vermieden werden. Sind die Brustschmerzen die Folge eines Gestagen-Mangels, kann eine hormonhaltige Salbe zum Auftragen auf die Brust verschieben werden. Mitunter ist auch die Einnahme von Tabletten oder anderen Medikamenten ratsam: Beispielsweise hat sich der Einsatz der Minipille beim Kampf gegen die Symptome der Mastodynie bewährt. Allerdings ist das Spannungsgefühl in der Brust manchmal auch eine unerwünschte Nebenwirkung der Pilleneinnahme, sodass Sie über das Absetzen nachdenken sollten. Ihr Arzt berät Sie gerne.

Und was hilft noch gegen die Schmerzen in der Brust? Einige Heilpflanzen wie zum Beispiel Mönchspfeffer enthalten hormonähnliche Wirkstoffe und können den Hormonhaushalt ins Gleichgewicht bringen. Unter Umständen schaffen alternative Heilmethoden wie Akupunktur und Homöopathie Abhilfe. Brustwickel können das akute Druck- und Spannungsgefühl mildern.

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Wie kann ich Mastodynie vorbeugen?

Mastodynie kann man nur bedingt vorbeugen. Um Wassereinlagerungen in der Brust, aber auch in anderen Körperteilen wie Armen und Beinen zu reduzieren, sollten Patienten auf ihr Gewicht achten. Denn ein hoher Fettanteil im Körper kann einen erhöhten Östrogen-Spiegel zur Folge haben, welcher wiederum für die Wassereinlagerung verantwortlich ist. Da auch viele Schlachttiere mit Hormonen behandelt werden, ist es sinnvoll, den Fleischkonsum zu reduzieren.

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Daneben sollten Betroffene versuchen, Stress zu verringern – beispielsweise durch Yoga, Meditation oder autogenes Training. Der Grund: Wenn wir unter Stress stehen, schüttet der Körper vermehrt das Hormon Prolaktin aus, das für das Wachstum der Brustdrüsen und die Milchbildung verantwortlich ist. Ein erhöhter Prolaktin-Spiegel kann demnach ebenfalls Brustschmerzen verursachen.

Wie sind die Heilungschancen bei Mastodynie?

Mastodynie ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne und damit auch nicht „heilbar“. Die Probleme, die in Zusammenhang mit zyklischen Brustschmerzen auftreten, sind zwar unangenehm, aber in der Regel folgenlos. Frauen mit Kinderwunsch müssen keine Auswirkung auf ihre Fruchtbarkeit befürchten. Anders verhält es sich bei zyklusunabhängigen Brustschmerzen, auch Mastalgie genannt. Hier gilt es, die zugrundeliegende Ursache zu finden und gezielt zu behandeln. Ist diese behoben, verschwinden auch die Schmerzen in der Brust.