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Meningitis

Meningitis ist eine Hirnhautentzündung, die sich vor allem durch einen ‘steifen Nacken’ erkennen lässt und sofort behandelt werden muss. In den meisten Fällen wird sie durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht. Die schwerste und gefährlichste Form der Krankheit ist die akute bakterielle Meningitis. Wir informieren über Ursachen, Symptome und Therapien.

Was ist Meningitis?
Was sind die Ursachen von Meningitis?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt Meningitis?
Wie wird eine Meningitis behandelt?
Wie kann ich der Krankheit vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Die akute bakterielle Meningitis wird vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen von folgenden Erregern verursacht: Meningokokken (Neisseria meningitidis) und Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae). Die Meningokokken-Meningitis, eine Tröpfcheninfektion, tritt auf, wenn Bakterien die oberen Atemwege befallen und so in den Blutkreislauf gelangen. Diese Form ist sehr ansteckend und der Krankheitsverlauf verschlechtert sich ohne Therapie rapide, bis hin zu Koma und Tod. Einer bakteriellen Hirnhautentzündung und einigen anderen Formen kann mit verschiedenen Schutzimpfungen vorgebeugt werden.

Was ist Meningitis?

Meningitis nennt man eine Entzündung der Gehirn- und Rückenmarkshäute (Meningen) und des mit Flüssigkeit gefüllten Raums zwischen diesen Gewebsschichten (Subarachnoidalraum). Neben der bakteriellen Meningitis unterscheidet man weiter in virale, nichtinfektiöse, rezidivierende und chronische Meningitis.

Die Hirnhautentzündung ist eine schwere Erkrankung, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen befallen kann. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel drei bis vier und maximal zehn Tage. Selbst bei medikamentöser Behandlung sind Spätfolgen nicht auszuschließen.

Was sind die Ursachen von Meningitis?

Bei einer akuten bakteriellen Meningitis sind bei Babys und jungen Kleinkindern vor allem die folgenden Bakterien Verursacher der Infektion: Streptococcus agalactiae (am häufigsten), Escherichia (E.) coli sowie Listeria monocytogenes. Bei Kindern und Erwachsenen sind Meningokokken und Pneumokokken die Erreger, die zu einer Hirnhautentzündung führen können. Die Erkrankung bricht dann aus, wenn die Bakterien durch den Blutkreislauf von einer Infektion zu einem anderen Teil des Körpers gelangen, wie etwa durch eine bakterielle Infektion an einer Wunde oder durch eine Entzündung (Beispiel: Nasennebenhöhlenentzündung), die sich auf die Hirnhäute ausbreitet. Bei einem geschwächten Immunsystem ist das Ausbruchsrisiko erhöht.

Eine virale Meningitis ist sehr ansteckend und wird vor allem durch sogenannte Enteroviren, die häufig die Verdauungsorgane befallen, verursacht. Weitere mögliche Ursachen sind das Herpes-simplex-Virus (HSV), das Epstein-Barr-Virus, von Moskitos übertragene Viren (Arboviren), das lymphozytäre Choriomeningitisvirus sowie HIV. Auch die virale Form überträgt sich durch die Blutlaufbahn oder durch Kontakt mit infiziertem Stuhl oder Urin, Geschlechtsverkehr und Insektenstichen.

Die nicht-infektiöse Meningitis wird von Erkrankungen wie Krebs, der sich auf das Gehirn ausbreiten kann, Arthritis oder Lupus, von Arzneimitteln, die das Immunsystem unterdrücken oder Impfstoffen ausgelöst. Diese Form ist jedoch sehr selten.

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Auch Herpes-Viren können Meningitis auslösen.

Auch Herpes-Viren können Meningitis auslösen. (c) Kateryna_Kon / Fotolia

Was sind die Symptome?

Die unterschiedlichen Arten von Meningitis können andere Symptome zeigen, sowie sich unterschiedlich entwickeln und ungleichmäßig auftreten. Einheitliche Symptome, die bei allen Formen  auftreten sind jedoch: Nackensteifigkeit, Fieber und Kopfschmerzen.

Bei Babys verlaufen die Symptome oftmals atypisch. Säuglinge leiden selten unter einem steifen Nacken, sondern unter allgemeineren Beschwerden wie Bauchschmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Nahrungsverweigerung oder auch Krampfanfällen. Ein weiteres Zeichen kann eine nach außen gewölbte Fontanelle sein. Bei Babys und Kleinkindern kann eine Meningitis in seltenen Fällen auch ohne Fieber auftreten. Dann kann die Erkrankung oft unbemerkt bleiben und zu schweren Spätfolgen führen. Auch bei älteren Menschen, die Immunsuppressiva einnehmen, fehlen häufig die typischen Symptome steifer Nacken oder Fieber.

Meningitis bei (älteren) Kindern lässt sich hingegen gut an der Genickstarre erkennen. Ein aufschlussreicher Test ist, wenn der Kopf des Kindes nicht zum angewinkelten Knie gebracht werden kann. Weitere häufige Symptome bei Kindern: rote Hautflecken (Petechien) vor allem bei einer Meningokokken-Meningitis, Reizbarkeit, Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit. Weitere Symptome einer Hirnhautentzündung vor allem bei Erwachsenen sind: Müdigkeit, Erbrechen, Lichtscheu und Benommenheit.

Wie erkennt der Arzt Meningitis?

Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung, sucht der Arzt nach den typischen Anzeichen der Krankheit: steifer Nacken und Fieber. Bei Kindern deuten zusätzlich Hautausschlag und weitere Symptome wie extreme Abgeschlagenheit und Reizbarkeit auf eine Erkrankung hin.

Weitere Tests sind jedoch notwendig, um die Diagnose zu verifizieren und die genaue Form herauszufinden. Neben Bluttests kann eine Lumbalpunktion und Analyse der Rückenmarksflüssigkeit zur Bestätigung der Krankheit durchgeführt werden.

Wie wird die Hirnhautentzündung behandelt?

Eine virale Meningitis kann nur symptomatisch behandelt werden. Hierbei werden Arzneimittel zur Linderung der Symptome wie Fieber und Schmerzen verabreicht. Im Vergleich zur bakteriellen Meningitis, stellt die virale Form keine derart gravierende Erkrankung dar. Schon beim Verdacht auf eine bakterielle Hirnhautentzündung wird sofort mit der Therapie durch (Breitband-)Antibiotika und Kortikosteroiden begonnen, ohne die Blutergebnisse abzuwarten, da die Krankheit sehr schnell fortschreiten und zu schweren Komplikationen führen kann. Kinder und Babys brauchen bei den ersten Anzeichen sofortige medizinische Hilfe im Krankenhaus.

Sobald der genaue Erreger durch Bluttest und Lumbalpunktion ermittelt wurde, kann gezielt das Antibiotikum angepasst werden. Abhängig vom Krankheitsverlauf und um welchen Erreger es sich genau handelt, dauert die medikamentöse Behandlung etwa zehn bis 14 Tage.

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Wie kann ich einer Meningitis vorbeugen?

Gegen einige Erreger gibt es Impfstoffe. Einer bakteriellen Meningitis lässt sich mit verschiedenen Schutzimpfungen vorbeugen: Meningokokken-Impfung, Pneumokokken-Impfung und Impfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzae Typ B.

Seit 2006 wurde die Impfung gegen Meningokokken C in Deutschland in den Impfkalender für alle Kleinkinder ab 12 Monaten aufgenommen. Im Falle einer fehlenden Impfung sollte diese bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Die Kosten für die Meningokokken-C-Impfung wird als Standard von den Krankenkassen übernommen. Die beiden Länder Österreich und Schweiz raten außerdem zu einer Impf-Auffrischung nach zehn Jahren.

Aktuell sind in Deutschland zwei weitere Impfstoff-Typen gegen Meningokokken verfügbar. Eine der beiden Impfungen ist gegen Meningokokken-ACWY und wird vor allem Personen mit erhöhtem Risiko empfohlen. Zu dieser Risikogruppe gehören vor allem Menschen mit Immunschwäche oder auch Reisende in Länder mit erhöhter Infektionsgefahr. Die zweite der Impfungen ist gegen Meningokokken-B und wird nicht standardmäßig verabreicht, sondern ebenfalls nur Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen. Seit August 2015 rät die STIKO jedoch Kindern mit bestimmten Risiken wie Immundefekten zur Impfung gegen Meningokokken-B. Die Impfkosten werden jedoch nur von einigen wenigen Krankenkassen als Satzungsleistung erstattet.

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Eine Impfung kann vor einigen Erregern schützen.

Eine Impfung kann vor einigen Erregern schützen. (c) sergio51143 / Fotolia

Wie sind die Heilungschancen?

Eine Hirnhautentzündung kann ohne medikamentöse Behandlung sehr schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation werden. Vor allem der Ausbruch einer bakteriellen Meningitis kann unbehandelt innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen. Auch eine virale Meningitis kann tödlich verlaufen, vor allem, wenn sie durch das Herpes-simplex-Virus verursacht wurde. Im Normalfall klingt eine viral bedingte Meningitis innerhalb von etwa zwei Wochen meist von alleine ab, ohne dass Komplikationen auftreten.

Weitere Komplikationen und mögliche Spätfolgen sind: Gehirnschwellungen, Blutgerinnsel im Gehirn, Hirnabszesse, Hörschäden, Krämpfe, Nervenlähmungen und geistige Einschränkungen. Eine schnelle Behandlung durch den Arzt im Krankenhaus verringert das Risiko erheblich. Dabei werden die Heilungschancen auch von anderen Faktoren beeinflusst, wie dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten sowie der Art des Erregers.

Bei einer Meningokokken-Meningitis stirbt etwa einer von 100 Patienten. Bei weiteren Komplikationen wie einer Meningokokken-Sepsis steigt das Risiko deutlich an. Hierbei handelt es sich um eine Blutvergiftung, die sich charakteristisch durch einen fleckigen Ausschlag mit Hauteinblutungen äußert.