Knochen, Muskeln & Gelenke

Osteoporose

Ein Stolperer, ein Sturz – und schon ist es passiert: Der Knochen ist gebrochen, dabei war der Aufprall eigentlich gar nicht so hart. Aber: Im Alter nimmt die Knochendichte ab, besonders betroffen von Osteoporose sind Frauen in den Wechseljahren. Doch es gibt Möglichkeiten, den Abbau der Knochen zu verlangsamen. Hier erfahren Sie die Ursachen von Osteoporose und wie Sie am besten vorbeugen können.

Was ist Osteoporose?
Was sind die Ursachen von Osteoporose?
Was sind die Osteoporose-Symptome?
Wie erkennt der Arzt Osteoporose?
Wie wird Osteoporose behandelt?
Wie kann ich Osteoporose vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Osteoporose?

Ein Stolperer, ein Sturz – und schon ist es passiert: Der Knochen ist gebrochen, dabei war der Aufprall eigentlich gar nicht so hart. Mit zunehmendem Alter werden die Knochen morsch, das ist ein ganz natürlicher Vorgang, der sich fachmännisch Osteoporose nennt. Doch mit den richtigen Vorbeugungsmaßnahmen kann Schlimmeres verhindert werden.

Was ist Osteoporose?

Die Definition von Osteoporose ist Knochenschwund, der sich mit zunehmendem Alter ausbreitet und die Knochen brüchig werden lässt. Dieser Vorgang ist eigentlich ganz normal und setzt bereits ab dem 30. Lebensjahr ein. Frauen in den Wechseljahren sind weit häufiger davon betroffen, da die Umstellung der Hormone sich auf die Knochendichte auswirkt. Etwa jede fünfte Frau leidet an Osteoporose. Doch auch Männer über 50 Jahre bleiben von einem Abbau der Knochensubstanz nicht verschont. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Osteoporose eine der zehn häufigsten Krankheiten weltweit.

Zu den Folgen der Osteoporose gehören Knochenbrüche, die bereits bei kleinen Belastungsfehlern passieren können. Das kann eine falsche Bewegung sein, ein unbedachter Schritt – und schon ist der Knochen gebrochen. Um diese schmerzhaften Verletzungen zu verhindern, sollte die Knochendichte gecheckt und mit entsprechenden Maßnahmen vorgebeugt werden.

Die beiden Formen der Osteoporose

Die Vorstufe der Osteoporose wird als Osteopenie bezeichnet. Ärzte unterscheiden außerdem zwei Formen der Osteoporose:

  • primäre Osteoporose: So wird der Knochenschwund als eigenständige Krankheit bezeichnet, beispielsweise aufgrund des fortschreitenden Alters. Etwa 95 Prozent der Osteoporose-Erkrankungen zählen dazu.
  • sekundäre Osteoporose: Tritt der Knochenschwund als Folge von Medikamenten oder anderen Krankheiten auf, handelt es sich um eine sekundäre Osteoporose. Das kann beispielsweise durch die Einnahme von Cortison oder nach einer Chemo der Fall sein. Der Abbau der Knochensubstanz ist dann ein Symptom einer anderen Erkrankung.

Was sind die Ursachen von Osteoporose?

Knochen sind nicht einfach nur fest und unbeweglich, sie sind elastisch und passen sich der Belastung an. Die Substanz wird durch ein Gleichgewicht aus Knochenaufbau und Knochenabbau erhalten. Die sogenannten Osteoblasten sind die aufbauenden Zellen, die Osteoklasten bauen den Knochen ab. Herrscht hier ein Gleichgewicht, bleibt der Knochen gesund. Wird entweder der Knochenaufbau gehemmt oder der Knochenabbau gefördert, kommt es zur Osteoporose.

Damit die Knochen stabil bleiben, den Körper stützen und Belastungen standhalten können, brauchen sie die Mineralstoffe Calcium, Magnesium und Phosphor. Vitamin D, das durch die Sonneneinstrahlung auf die Haut produziert wird, ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Knochenstoffwechsels. Sind diese Nährstoffe nicht ausreichend vorhanden oder werden dem Knochen sogar entzogen, wird die Substanz porös.

Die Hauptursachen für Osteoporose

Ursache dafür kann beispielsweise eine ungesunde Ernährung, ein Mangel an Bewegung oder Nikotinkonsum sein. Regelmäßige Bewegung und Sport regen die Osteoblasten an und das Knochengewebe festigt sich. Wer jedoch viel sitzt, fördert damit den Knochenabbau und verliert mit der Zeit diese dichte Struktur. Eine ungesunde Ernährung mit viel fetten Fleischprodukten  und zuckerhaltigen Soft-Drinks ist ebenfalls oft für die Entstehung von Osteoporose verantwortlich.

Außerdem ist Östrogen ist ein wichtiges Hormon für den Schutz der Knochen. Da Frauen nach der Menopause weniger davon produzieren, fehlt diese Schutzfunktion, und die Knochensubstanz leidet.

Zu den Risikofaktoren der Osteoporose zählen:

  • Alter
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Medikamente (vor allem Cortison)
  • Wechseljahre
  • falsche Ernährung
  • übermäßiger Kaffee-Konsum
  • Untergewicht, Magersucht
  • Calcium-Mangel
  • Vitamin-D-Mangel
  • zu wenig Sonnenlicht
  • Schilddrüsenprobleme (vor allem eine Schilddrüsenüberfunktion)
  • Diabetes
  • Krebserkrankungen
  • genetische Veranlagung

Was sind die Osteoporose-Symptome?

Wenn sich die ersten Anzeichen einer Osteoporose bemerkbar machen, ist sie meist schon weit fortgeschritten. Denn anfangs verläuft der Knochenabbau unbemerkt. Ist die Knochensubstanz bereits löchrig und porös geworden, kommt es zu folgenden typischen Osteoporose-Symptomen:

  • Rückenschmerzen
  • Bewegungseinschränkung
  • veränderte Körperhaltung
  • Körpergröße nimmt ab, Schrumpfen
  • Knochenbrüche, darunter besonders häufig
    • Oberschenkelhalsbruch
    • Oberarmbruch
    • Unterarmbruch
    • Schlüsselbeinbruch
    • Rippenbruch
    • Oberschenkelbruch
    • Kreuzbeinbruch
  • Wirbelbruch („Sinterbruch“)
  • gekrümmte Wirbelsäule bis hin zum sogenannten „Witwenbuckel“

Oft reicht schon ein kleiner Sturz oder ein falscher Schritt und der Knochen bricht. Die Folge sind starke Schmerzen für die Betroffenen. Doch selbst ohne erkennbaren Bruch sind Schmerzen ein Warnsignal für Osteoporose, beispielsweise Schmerzen

  • an der Brustwirbelsäule
  • am Brustbein
  • an der Hüfte
  • am Fuß

Wie erkennt der Arzt Osteoporose?

Kommt es bei älteren Personen zu einem Knochenbruch, liegt die Diagnose Osteoporose oft nahe. Doch auch bei jüngeren Patienten kann bereits ein Knochenschwund auftreten. Auch hier ist meist ein Knochenbruch Anlass zur Untersuchung der Knochendichte. Da sich Osteoporose anfangs unauffällig entwickelt und erst im späteren Verlauf durch die genannten Symptome äußert, kann die Krankheit vorab nur durch eine Knochendichtemessung erkannt werden, bevor es zum schmerzhaften Bruch kommt. Oft wird der Knochenabbau nur zufällig bei der Untersuchung anderer Erkrankungen entdeckt.

Vor der Untersuchung wird der Arzt in einem Gespräch eine mögliche Veranlagung, Vorerkrankungen und Risikofaktoren für Osteoporose abklären. Für die weitere Diagnostik stehen dem Arzt mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Röntgen: Bei der Röntgenaufnahme kann der Arzt die Knochenstruktur erkennen. Außerdem werden dadurch Bruchstellen und Knochenveränderungen sichtbar.
  • CT (Computertomografie): Ein CT zeigt ebenfalls Veränderungen der Knochen.
  • Bluttest und Urinprobe: Im Labor werden unter anderem Tests zur Feststellung eines Mineralstoffmangels und des Hormonstatus gemacht.
  • MRT (Magnetresonanztomografie): Ein MRT wird meist durchgeführt, um andere Erkrankungen auszuschließen.
  • Knochenbiopsie: Um das Knochenmaterial genauer zu untersuchen, kann der Arzt mit einer sehr dünnen Nadel Knochengewebe entnehmen.
  • Knochendichtemessung (Osteodensitometrie): Diese Untersuchung zeigt den Zustand der Knochenstruktur an.

Knochendichtemessung: Wie wird Osteoporose festgestellt?

Ziel dieses Osteoporose-Tests ist es, die mineralische Zusammensetzung der Knochensubstanz zu untersuchen. Daran lässt sich das Risiko eines möglichen Knochenbruchs abschätzen und eine Osteoporose-Therapie in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Mit einem sogenannten DEXA-Messgerät wird die Dichte des Oberschenkelhalsknochens, der Hüfte oder der Wirbel getestet. Dadurch ergeben sich einige Werte, die den Status und Verlauf der Osteoporose aufzeigen, wie den BMD-Wert, den T-Score und den Z-Wert, die jeweils anhand einer Tabelle ausgewertet werden.

Die Knochendichtemessung als Vorsorgemaßnahme muss in der Regel vom Patienten selbst bezahlt werden. Liegt hingegen ein Bruch vor, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Eine Anfrage auf Kostenübernahme bei der zuständigen Kasse lohnt sich jedoch in jedem Fall, denn hierfür gelten unterschiedliche Bestimmungen.

Wie wird Osteoporose behandelt?

Wird die Osteoporose frühzeitig erkannt, kann eine Behandlung schlimmere Knochenschäden verhindern. Die Osteoporose-Therapie verläuft im Prinzip so, dass der Knochenaufbau gefördert und der Knochenabbau verhindert wird. Therapiemöglichkeiten sind:

  • Einnahme von Calcium und Vitamin D gegen den Mineralstoffmangel.
  • Medikamente zur Osteoporose-Therapie, denn gewisse Präparate (wie z.B. Bisphosphonate) erhöhen die Knochendichte und fördern den Knochenstoffwechsel.
  • Hormonersatztherapie, falls die Hormonumstellung während der Wechseljahre die Osteoporose-Ursache ist.
  • Umstellung der Medikamente, falls die Osteoporose als Nebenwirkung auftritt.
  • Einsatz von Schmerzmitteln, falls die Osteoporose starke Schmerzen verursacht.

Durch die Gabe von Calcium oder speziellen Medikamenten lassen sich die Osteoporose-Werte deutlich verbessern, deshalb sollte auch bei einer bereits fortgeschrittenen Osteoporose unbedingt eine Behandlung stattfinden. Bestehende Knochenbrüche werden auf herkömmliche Weise behandelt. Allerdings lassen sich Schäden der Wirbelsäule und Fehlhaltungen in der Regel nicht mehr rückgängig machen.

Doch selbst die beste Behandlung bleibt wirkungslos, wenn der Betroffene selbst nicht seine Alltagsgewohnheiten umstellt. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Therapie sind eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und der Verzicht auf Nikotin.

Wie kann ich Osteoporose vorbeugen?

Die beste Vorbeugung gegen Osteoporose ist eine gesunde, vitalstoffreiche Ernährung, viel Bewegung, am besten an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Diese Maßnahmen gegen Osteoporose sollten schon in jungen Jahren umgesetzt werden, denn nur dann bleiben die Knochen bis ins hohe Alter stabil. Dennoch ist es natürlich nie zu spät, mit einem gesünderen Lebenswandel zu beginnen. Hier ein paar Tipps für den Alltag:

  • Sport: Bewegung ist die beste Therapie, um den Knochenaufbau zu fördern. Das kann eine beliebige Sportart sein, aber auch ein ausgiebiger Spaziergang – Hauptsache regelmäßig.
  • Ernährung: Ausgewogen und nährstoffreich sollte die ideale Ernährung sein. Wichtig für die Knochen sind Calcium und Magnesium. Milchprodukte, Fisch und grünes Blattgemüse sind gute Lieferanten der Mineralstoffe.
  • Sonne: Durch die Einstrahlung von Sonnenlicht auf die Haut wird im Körper Vitamin D produziert. Deshalb unbedingt auch im Winter jeden Sonnenstrahl nutzen.
  • nicht rauchen: Rauchen fördert den Knochenabbau, deshalb sollte bei Osteoporose komplett auf Nikotin verzichtet werden.
  • Untergewicht vermeiden: Untergewichtige Menschen neigen zu einer geringeren Knochendichte und sind anfälliger für Knochenbrüche. Ideal ist ein Gewicht im Normalbereich, denn auch bei Übergewicht haben die Knochen schwer zu tragen. Als Richtwert dient ein Body-Mass-Index zwischen 20 und 25.

>Hier können Sie Ihren BMI berechnen lassen

Ältere Menschen, vor allem Frauen, sollten eine Früherkennungsuntersuchung machen. Außerdem ist eine Sturz-Prophylaxe ein sinnvolles Training, um Stolperfallen zu erkennen und Stürze zu vermeiden.

Wie sind die Heilungschancen bei Osteoporose?

Eine Heilung für Osteoporose gibt es nicht. Allerdings kann der Knochenschwund durch eine entsprechende Vorsorge erheblich verlangsamt oder sogar aufgehalten werden. Mit einer guten Therapie lassen sich dadurch sogar die gefürchteten Knochenbrüche verhindern. Um es gar nicht erst zum Bruch kommen zu lassen, empfiehlt es sich, Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Dann kann man auch mit Osteoporose sehr gut und lange leben.