Krankheiten & Therapien

Röteln

Ein fleckiger Ausschlag und Anzeichen einer Erkältung gehören zu den typischen Symptomen von Röteln. Während Kinder die Krankheit meist problemlos wegstecken, kann es bei Erwachsenen zu Komplikationen kommen. Genaueres über die ansteckende Virus-Infektion erfahren Sie hier.

Was sind Röteln?
Was sind die Ursachen von Röteln?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt Röteln?
Wie werden Röteln behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Was sind Röteln?

Röteln gehören neben Masern, Scharlach und Windpocken zu den klassischen Kinderkrankheiten, die viele Säuglinge und Kleinkinder trifft. Auslöser sind Rubella-Viren, die sehr ansteckend sind. In der Regel verläuft die Krankheit harmlos. Bei Erwachsenen hingegen kann es zu Komplikationen kommen, die schwere Folgeschäden mit sich bringen. Vor allem während der Schwangerschaft können die Viren auf das ungeborene Kind übertragen werden und dessen Entwicklung beeinträchtigen.

Seit es eine Schutzimpfung gibt, ist die Häufigkeit der Kinderkrankheit sehr zurückgegangen. Dennoch gibt es immer wieder Krankheitswellen. Für ungeimpfte Schwangere bleibt deshalb immer ein gewisses Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren. In Deutschland sind sieben bis zwölf Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter nicht gegen Röteln immun, sei es durch eine Impfung oder Erkrankung im Kindesalter.

Was ist der Unterschied zwischen Röteln und Ringelröteln?

Ringelröteln haben ähnliche Symptome wie Röteln, werden aber durch einen völlig anderen Erreger ausgelöst. Der Parvovirus B19 verursacht die Beschwerden, die meist von einem Hautausschlag auf Wangen, Schultern, Armen und Beinen begleitet werden. Eine Schutzimpfung gibt es nicht dagegen, doch in der Regel sind auch die Ringelröteln für Kinder harmlos.

Was sind die Ursachen von Röteln?

Auslöser der Röteln sind Rubella-Viren, die über Tröpfcheninfektion verbreitet werden. Die Ansteckung passiert also durch Niesen, Husten oder Küssen. Da die Inkubationszeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit zwei bis drei Wochen dauern kann, bemerken viele nicht, dass sie den Virus bereits in sich tragen und weitergeben können. Denn ab einer Woche vor Ausbruch der ersten Symptome bis eine Woche nach Abklingen der Beschwerden besteht akute Ansteckungsgefahr. Vor allem nicht-immune Schwangere können so ungeahnt mit dem Virus in Berührung kommen, was Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben kann.

Was sind die Symptome?

Typisch für Röteln ist der rote Ausschlag. Im Anfangsstadium bilden sich kleine rote, erhabene Flecken hinter dem Ohr, die sich dann über das Gesicht und den ganzen Körper ausbreiten. Juckreiz ist jedoch sehr selten.

Zusätzlich treten Krankheitssymptome auf, die an eine Erkältung oder Grippe erinnern:

  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Schnupfen
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Bindehautentzündung
  • geschwollene Lymphknoten am Hals

Oft fehlt jedoch der Ausschlag und nur die Erkältungsbeschwerden treten auf. In etwa 50 Prozent der Fälle kommt es sogar vor, dass sich im Krankheitsverlauf überhaupt keine Symptome zeigen. Dann sprechen Ärzte von einem asymptomatischen Verlauf.

Erwachsene haben mit zunehmendem Alter ein erhöhtes Risiko, zusätzlich zum Krankheitsbild der Röteln weitere Symptome zu entwickeln. Mögliche Begleiterscheinungen der Virusinfektion sind:

Junge Frau in Gespräch mit Ärztin.

Wie erkennt der Arzt Röteln?

Der Hausarzt stellt gezielte Fragen zur Krankheitsgeschichte, seit wann der Ausschlag besteht und ob es noch weitere Beschwerden gibt. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt den Hautausschlag genau begutachtet und die Lymphknoten abtastet. Allerdings kann der rote Ausschlag auch Hinweis auf eine Reihe anderer Krankheiten sein, die ausgeschlossen werden müssen.

Außerdem kann der Arzt die Diagnose aufgrund fehlender Symptome oft nicht eindeutig stellen. Deshalb werden zur Absicherung bis fünf Tage nach Ausbruch des Hautausschlags zusätzliche Tests gemacht:

  • Bluttest: Das Labor testet das Blut auf Rubella-Antikörper.
  • Rachenabstrich: Der Abstrich vom Rachen und der Zunge ist eine einfache Methode, um die Viren nachzuweisen.
  • Urintest: Auch im Urin lassen sich die Erreger feststellen.

Jede Röteln-Infektion, jeder Todesfall nach Röteln und sogar bereits der Verdacht auf Röteln muss vom Arzt an das jeweils zuständige Gesundheitsamt namentlich gemeldet werden.

Wie werden Röteln behandelt?

Eine Behandlung ist in den meisten Fällen gar nicht notwendig, denn die Beschwerden bilden sich von selbst weder zurück. Durch Medikamente können die Erkältungssymptome gelindert werden, beispielsweise durch Fiebersenker oder Schmerzmittel. Auch Hausmittel wie Wadenwickel, Inhalieren und Kräutertees verschaffen Linderung. Im Normalfall bildet sich der Hautausschlag nach etwa drei Tagen wieder zurück, die Erkältungssymptome nach etwa einer Woche.

Bis zum völligen Abklingen der Infektion sollten die Betroffenen Bettruhe halten und sich von anderen Menschen fernhalten. Nur so kann eine Ansteckung verhindert werden.

Wie kann ich vorbeugen?

Es gibt eine Impfung gegen Röteln, die der Arzt meist schon Babys verabreicht. Sie gilt allgemein als zuverlässiger Schutz gegen den Virus. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt die Impfung sogar für alle Kinder. Meist führt der Arzt eine Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) durch, die er in zwei Impfdosen verabreicht. Die erste Impfung sollte zwischen dem 11. und 14. Monat erfolgen, die zweite mit mindestens vier Wochen Abstand danach, etwa zwischen dem 15. und 23. Monat.

Röteln-Impfung vor der Schwangerschaft

Eine Impfung kann auch bei Erwachsenen noch durchgeführt werden. Vor allem vor einer Schwangerschaft sollten sich Frauen vorsichtshalber impfen lassen, sofern sie es nicht schon als Kind getan haben. Denn nur so lässt sich Schäden des Kindes durch eine mögliche Röteln-Infektion vorbeugen. Zwischen Schwangerschaft und Impfung müssen jedoch mindestens vier Wochen vergangen sein.

Bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft ist eine herkömmliche Impfung nicht mehr möglich, da sie genau wie eine Infektion schädlich für das Ungeborene sein kann. Dann besteht nur noch die Möglichkeit einer passiven Immunisierung, bei der der Arzt bis zu vier Tage nach der Ansteckung mit Röteln Antikörper verabreicht.

Röteln-Impfung schützt vor Ansteckung

Die Impfung ist wegen ihrer möglichen Nebenwirkungen bei vielen Eltern umstritten. Dennoch ist sie äußerst wichtig, um die Verbreitung der Erreger zu verhindern. Denn nicht nur der Geimpfte selbst ist geschützt gegen Röteln, er kann auch keine Viren an andere Menschen, beispielsweise Schwangere, übertragen.

Nur selten kommt es trotz Impfung zum Ausbruch der Röteln. Grund dafür ist meist, dass in der Kindheit nur eine der beiden Impfdosen verabreicht wurden und der Schutz deshalb nicht ausreichend ist.

Wie sind die Heilungschancen?

Im Normalfall sind Röteln nicht gefährlich. Die Heilung verläuft bei Kindern meist von alleine. Nach einer Dauer von wenigen Wochen sind die Betroffenen wieder vollständig gesund. Wer einmal Röteln hatte, ist sogar ein Leben lang immun und kann sich nicht wieder anstecken. Zweiansteckungen gibt es nur äußerst selten und dann auch nur, wenn die Impfung oder Erstansteckung viele Jahre zurückliegt.

Komplikationen treten nur bei Schwangeren auf, da das ungeborene Kind durch die Infektion Schäden an den Organen oder eine Behinderung davontragen kann. Ebenfalls erhöht sich das Risiko einer Fehlgeburt. Besonders gefährdet sind werdende Mütter bis zur 11. Schwangerschaftswoche, da die körperliche und geistige Entwicklung im Anfangsstadium beeinträchtigt wird. Folgeschäden sind beispielsweise Organfehlbildungen, Hörverlust, Epilepsie, Gehirnentzündungen und Blutarmut.