Gesundheit kompakt

Verstopfung

Was ist eine Verstopfung?
Was sind die Ursachen für eine Verstopfung?
Was sind die Symptome bei einer Verstopfung?
Wie erkennt der Arzt eine Verstopfung?
Wie wird eine Verstopfung behandelt?
Wie kann ich eine Verstopfung vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Was ist eine Verstopfung?

Nicht unbedingt ein Thema, über das man gerne spricht. Sie entsteht, wenn sich die Nahrung zu langsam durch den Verdauungstrakt bewegt. Der Stuhl wird immer fester und immer schwieriger auszuscheiden. Es handelt sich um eines der am weitesten verbreiteten Beschwerdebilder des Verdauungssystems.

In den Industrieländern sollen bis zu 25 Prozent aller Menschen von Obstipationssymptomen betroffen sein, vermutlich aufgrund der modernen Ernährungsgewohnheiten.

Die meisten Menschen kennen das Problem. Allerdings ist es nicht immer einfach, eine Verstopfung zu definieren. Wie häufig muss man wirklich seinen Darm entleeren? Manche Menschen haben zwei- oder dreimal am Tag Stuhlgang, andere höchstens einmal pro Woche.

In der Naturheilkunde ist man davon überzeugt, dass ein Mensch mindestens einmal am Tag Stuhlgang haben sollte. Jeder, der seltener auf die Toilette muss, gilt als verstopft.

Frauen neigen eher zur Obstipation als Männer, und das Beschwerdebild nimmt mit dem Lebensalter zu.

Was sind die Ursachen für eine Verstopfung?

Bei der Mehrzahl der Betroffenen lässt sich keine genaue Ursache feststellen. Allerdings sind eine Reihe von Faktoren bekannt, die zu ihrer Entstehung beitragen, und oft sind immer mehrere davon beteiligt.

Die häufigsten Auslöser einer Obstipation sind:

  • Ernährung: Kein ausreichender Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten oder anderen ballaststoffreichen Nahrungsmitteln.
  • Veränderungen bei den persönlichen Lebensumständen oder den Ernährungs- oder Bewegungsgewohnheiten.
  • Stress am Arbeitsplatz oder zu Hause.
  • Sonstige affektive Störungen wie Angstzustände, ein Gefühl der Niedergeschlagenheit oder Depression.
  • Bestimmte Medikamente, am häufigsten Schmerzmittel auf Codein- oder Morphinbasis.

Was sind die Symptome bei einer Verstopfung?

Wenn also gar nicht eindeutig feststeht, wie häufig wir unseren Darm entleeren sollten – wie kann man dann überhaupt wissen, wann man verstopft ist? Auch diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.

Ärzte orientieren sich bei der Bestimmung einer Obstipation an bestimmten Kriterien. Diese umfassen folgende Symptome:

  • Gefühl einer Blockierung im Enddarmbereich oder
  • Gefühl einer unzureichenden Darmentleerung.

Wie erkennt der Arzt eine Verstopfung?

Ärzte gehen von einer Obstipation aus:

  • wenn Sie seltener als dreimal pro Woche Stuhlgang haben,
  • wenn Sie sich bei der Darmentleerung besonders anstrengen müssen
  • oder wenn Ihr Stuhl hart und pelletähnlich ist, ähnlich wie Kaninchenkot.

Weitere Symptome sind Flatulenz (Blähungen) oder ein Blähgefühl aufgrund übermäßiger Gasansammlung in Ihrem Darm.

In folgenden Fällen sollten Sie zum Arzt gehen:

  • Bei unerklärlichen Blutungen aus dem After.
  • Bei unerklärbaren oder ungewöhnlich starken Bauchschmerzen.
  • Bei plötzlich auftretender Obstipation und/oder von Erbrechen begleiteter Verstopfung.

Wie wird eine Verstopfung behandelt?

Wenn die Umstellung Ihrer Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten nicht ausreicht, um Sie von Ihren Beschwerden zu befreien, können Sie vorübergehend Abführmittel einnehmen, um den Prozess in Gang zu setzen, und weiteren Episoden anschließend durch die richtige Ernährung vorbeugen.

Pflanzliche Abführmittel zählen zu den ältesten Medikamenten der Menschheit. Sie wirken auf zweierlei Weise:

  • Quellstoffe: Ein gutes Beispiel hierfür sind Leinsamen, die bei Kontakt mit Wasser aufquellen. Dadurch werden die Masse und das Volumen des Stuhls erhöht, er wird weicher und kann leichter ausgeschieden werden.
  • Darmstimulanzien: Am häufigsten werden Sennesblätter und Faulbaumrinde eingesetzt. Medikamente dieser Art regen die Darmmuskulatur dazu an sich zusammenzuziehen, so dass der Stuhl in Richtung Darmausgang bewegt wird.

Falls Sie Abführmittel gegen Ihre Verstopfung einnehmen, achten Sie darauf, dass Sie nicht davon abhängig werden. Die zu häufige Einnahme von Laxanzien kann Ihren Darm „träge“ machen.

Wie kann ich eine Verstopfung vorbeugen?

Wenn Sie an Verstopfung leiden, überprüfen Sie zunächst Ihre Ernährung. Achten Sie darauf, dass Sie jeden Tag idealerweise mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse sowie andere Lebensmittel mit hohem Ballaststoffgehalt, wie beispielsweise Kleie, essen.

Bei manchen Menschen, die Probleme mit dem Stuhlgang haben, sind bestimmte Früchte wie Trockenpflaumen (auch eingeweicht), frische Pflaumen oder Kiwi besonders wirksam.

Auch regelmäßige Bewegung hat einen positiven Einfluss auf das Verdauungssystem, daher tut ein Spaziergang von 15 bis 30 Minuten pro Tag sowohl Ihrem Herzen als auch Ihrem Darm gut.

Lassen Sie sich auf der Toilette immer genug Zeit. Verbannen Sie alle Gedanken daran, dass dies eine peinliche Situation ist, entspannen Sie sich und geben Sie Ihrem Darm die Gelegenheit, seine Aufgabe zu erfüllen. Es kann auch hilfreich sein, jeden Tag zur selben Zeit zur Toilette zu gehen – bei vielen Menschen klappt es 15 Minuten nach dem Frühstück sehr gut.

Lesetipp: Hier können Sie nachlesen, welche Hausmittel gegen Verstopfung außerdem helfen.

Wie sind die Heilungschancen?

Die Heilungschancen bei Verstopfung sehen sehr gut, wenn Sie sich an den oben genannten Tipps und Maßnahmen orientieren.