Gesundheit kompakt

Zollinger-Ellison-Syndrom

Beim Zollinger-Ellison-Syndrom leiden Patienten unter einem Gastrin produzierenden Tumor (Gastrinom), meistens im Bereich der Bauchspeicheldrüse, im Zwölffingerdarm oder im Magen. Aufgrund des erhöhten Gastrinspiegels kommt es zu einer vermehrten Magensäureproduktion, die wiederum das Wachstums-Risiko von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren erhöht.

Was ist das Zollinger-Ellison-Syndrom?
Was sind die Ursachen des Zollinger-Ellison-Syndroms?
Was sind die Symptome des Zollinger-Ellison-Syndroms?
Wie erkennt der Arzt das Zollinger-Ellison-Syndrom?
Wie wird das Zollinger-Ellison-Syndrom behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Was ist das Zollinger-Ellison-Syndrom?

Das Zollinger-Ellison-Syndrom bezeichnen Experten in der Fachsprache auch als Gastrinom. Gastrinome sind neuroendokrine Tumore, die im Bereich des Magen-Darm-Trakts angesiedelt sind (gastrointestinal).

Am häufigsten treten diese Tumore in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) oder im Zwölffingerdarm auf. Seltener werden Gastrinome aber auch im Magen sowie im Bereich der Lymphknoten, Eierstöcke, Milzhilus oder Mesenterium lokalisiert. Die Hälfte aller Patienten mit dem Syndrom leiden an multiplen Tumoren. Gastrinome sind in der Regel klein, wachsen langsam und sind zu 50 bis 70 Prozent maligne (bösartig).

Die Erkrankung kommt relativ selten vor. Betroffene sind vor allem zwischen 30 und 60 Jahre alt, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Bei Kindern kommt die Krankheit sehr selten vor.

Was sind die Ursachen des Zollinger-Ellison-Syndroms?

Die Zollinger Ellison Krankheit wird initial durch Tumore im Gastrointestinaltrakt verursacht. Das sogenannte Gastrinom ist ein Tumor, der aus Inselzellen entsteht, sich aber auch aus Gastrin produzierenden Zellen, vor allem in der Bauchspeicheldrüse, entwickeln kann.

Diese Tumore produzieren vermehrt das Hormon Gastrin. Dies wiederum verursacht eine Überproduktion von Magensäure, welche zur Entwicklung von Magengeschwüren (Ulcera ventriculi) und Zwölffingerdarm-Geschwüren (Ulcera duodeni) beitragen kann.

Was sind die Symptome des Zollinger-Ellison-Syndroms?

Durch den erhöhten Gastrinspiegel beim Zollinger-Ellison-Syndrom, leiden Patienten oft unter aggressiven Geschwüren im Magen, Zwölffingerdarm und in anderen Bereichen des Darms, die Schmerzen im Magenbereich, Darmverstopfungen und im schlimmsten Fall auch Blutungen verursachen.

Die Geschwüre und ihre Symptome sind jedoch nicht die ersten Anzeichen des Zollinger-Ellison-Syndroms. Dauerhafte Durchfälle sind das erste Alarmsignal. Durch den erhöhten Säuregehalt im Magen-Darm-Trakt kommt es zur Störung von fettspaltenden Enzymen und der Ausfällung von Gallensäuren. Dies führt zu Fettstuhl und Durchfällen.

Der erhöhte Säuregehalt bei Betroffenen stört zudem auch die Aufnahme von Vitamin B12. Ebenfalls leiden Patienten unter Sodbrennen und daraus resultierenden Schluckstörungen als ersten Symptomen des Zollinger-Ellison-Syndroms. Dadurch kommt es in manchen Fällen zu verringerter Nahrungs- und Nährstoffaufnahme, was zu einer Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands führen kann.

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Magenspiegelung

Wer dauerhaft an Durchfall leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen.  (c) Colourbox

Wie erkennt der Arzt das Zollinger-Ellison-Syndrom?

Für die Diagnose des Zollinger-Ellison-Syndroms ist ein Bluttest erforderlich. Durch diesen Zollinger Ellison Test lässt sich der Gastrinspiegel messen. Bei der Gastrinspiegel-Bestimmung sind Werte über 1000 ng/l ein Nachweis für das Zollinger-Ellison-Syndrom.

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Bei der Bestimmung des Gastrinspiegels wird manchmal das Hormon Sekretin gespritzt, da Patienten mit Zollinger-Ellison-Syndrom darauf mit einem sehr stark erhöhten Gastrinwert im Blut reagieren.

Zur weiteren Diagnose werden in manchen Fällen auch bildgebende Verfahren wie MRT, CT, endoskopischer Ultraschall oder Arteriographie herangezogen, um Geschwüre oder Tumore zu lokalisieren. Tumore beim Zollinger-Ellison-Syndrom zu erkennen kann mitunter schwierig sein, da sie in der Regel sehr klein sind.

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Wie wird das Zollinger-Ellison-Syndrom behandelt?

Im ersten Schritt der Behandlung beim Zollinger-Ellison-Syndrom, versucht der Arzt den Magensäuregehalt zu senken. Sogenannte Protonenpumpenhemmer sollen die überschüssige Magensäure reduzieren. Falls diese Therapie nicht zum gewünschten Erfolg führt, können Injektionen mit Octreotid helfen.

Zur Therapie des Zollinger-Ellison-Syndroms gehört ebenfalls die operative Entfernung der Tumore – vor allem wenn diese bösartig sind. In manchen Fällen, wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte, reduziert sich dadurch dennoch der Magensäuregehalt, was zur Besserung des Gesundheitszustands führt.

Bei Betroffenen, die bereits Metastasen im Körper haben, hilft eine Chemotherapie. Wenn der Krebs gestreut hat, kann eine Chemotherapie zwar die Größe der Tumore reduzieren und somit auch den Gastrinspiegel im Blut senken. Eine vollständige Heilung ist dann aber nicht mehr möglich.

Wie kann ich vorbeugen?

Es gibt keine gesicherten Forschungsergebnisse, wie man dem Zollinger-Ellison-Syndrom vorbeugen kann. Jedoch kann man vorbeugend seinen Lebensstil und vor allem seine Ernährung dementsprechend ausrichten, um Gastrin produzierenden Tumoren entgegenzuwirken.

Bioaktive Substanzen wie etwa Karotinoide, Saponine, Polyphenole und Sulfide, die in bestimmten Obst- und Gemüsesorten vermehrt vorkommen, wirken entzündungshemmend. Sekundäre Pflanzenstoffe haben allgemein einen protektiven Effekt im Zusammenhang mit Krebserkrankungen.

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Darüber hinaus zählt regelmäßige Bewegung zu den Hauptfaktoren eines gesunden Lebensstils.

Wie sind die Heilungschancen?

Realistische Heilungschancen bestehen beim Zollinger-Ellison-Syndrom nur, wenn die Krebstumore noch nicht durch Metastasen gestreut haben. Wenn die Gastrinome chirurgisch vollständig entfernt werden konnten, vor der Phase der Metastasierung, besteht eine Chance auf Heilung.

Dabei schreiben Ärzte den Patienten eine Chance von über 90 Prozent zu, fünf bis zehn Jahre zu überleben. Falls der Tumor nicht komplett entfernt werden konnte, sinkt die Überlebenschance rapide ab.

Schon bei der Hälfte der Patienten mit dem Zollinger-Ellison-Syndrom hat die Krebserkrankung bereits bei Diagnosestellung metastasiert. Somit hilft, wie bei den meisten Erkrankungen, vor allem eine frühzeitige Diagnose und ein schneller Behandlungsbeginn, für eine positive Prognose und verbesserte Heilungschancen.