Herz, Kreislauf & Stoffwechsel

Krampfadern und Beinkrämpfe

Krämpfe in den Beinen entstehen, wenn sich die Muskeln plötzlich zusammenziehen, was sehr schmerzhaft sein kann. Wir erklären Ihnen, warum Krämpfe als Symptom von Krampfadern auftreten können und zeigen Ihnen Möglichkeiten der Selbsthilfe, natürliche und pflanzliche Mittel sowie konventionelle Behandlungsmethoden.

Abgesehen von den sichtbaren Symptomen von Krampfadern gibt es eine Reihe weiterer Beschwerden, die auf Krampfadern zurückzuführen sind: so etwa Beinkrämpfe. Sie entstehen, wenn die Muskeln im Bein plötzlich hart werden und schmerzen. Wie auch Krampfadern treten sie am häufigsten in der Wade auf. Vor allem Frauen sind von ihnen betroffen, am häufigsten treten sie in der Nacht auf.

Eine Studie hat gezeigt, dass Menschen mit Krampfadern deutlich öfter zu Krämpfen neigen als jene ohne Krampfadern. 67 % der Patienten mit Krampfadern berichteten, an Muskelkrämpfen zu leiden, während es bei Menschen ohne Krampfadern nur 53 % waren. Bei den Krampfaderpatienten traten diese Krämpfe zu 91 % in den Waden auf. Bei den Personen ohne Krampfadern waren es nur 75 %.

Warum können Krampfadern zu Beinkrämpfen führen?

Krampfadern sind beschädigte, geschwollene und vergrößerte Adern, deren Venenklappen häufig nicht richtig funktionieren, wodurch das Blut zurück in die Venen fließen kann. Dies führt zu einem Austritt und einer Anstauung von sauerstoffarmem Blut, das viele Giftstoffe enthält.

Diese Ansammlung von venösem, toxinhaltigem Blut in den Muskeln macht diesen anfälliger für Krämpfe.

Gesunde Vene: Das Blut kann gerade durchfließen, es kommt zu keiner Stauung. Krampfader: Das Blut wird nicht richtig geleitet und es kann sich anstauen.

Durch kaputte Venenklappen kann das Blut in die falsche Richtung fließen. (c) Colourbox

Selbsthilfetipps gegen Krämpfe

Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie tun können, um durch Krampfadern bedingte Krämpfe zu lindern oder ihnen vorzubeugen.

  • Körperliche Betätigung ist eine der wichtigsten Selbsthilfemethoden zur Vorbeugung und Linderung von Krämpfen. Sportarten wie Schwimmen und Radfahren, aber auch Gehen oder Yoga können den Kreislauf anregen und der Ansammlung von Toxinen im Bein vorbeugen. Selbst wenn Sie den ganzen Tag am Schreibtisch arbeiten, können Sie durch Streck- und Beugeübungen der Knöchel und Beine das Blut in Bewegung halten.
  • Wenn Sie dazu neigen, immer an der gleichen Stelle einen Krampf zu bekommen, dehnen Sie diesen Muskel drei- bis viermal täglich, um die Blutzirkulation in diesem Bereich anzukurbeln.
  • Während eines Krampfes sollte die betroffene Stelle gedehnt und massiert werden. Wenn Sie beispielsweise einen Krampf in der Wade haben, strecken Sie das Bein aus und beugen Sie den Knöchel, indem Sie die Zehen in Richtung Schienbein ziehen.
  • Magnesium ist wichtig für die Muskelfunktion, achten Sie also auf eine magnesiumhaltige Ernährung. Reich an Magnesium sind beispielsweise Kürbiskerne, Makrelen, Spinat und brauner Reis. Wird der Bedarf durch Ihre Ernährung nicht ausreichend gedeckt, können Sie auf Magnesiumtabletten zurückgreifen, die in den meisten Supermärkten und Reformhäusern erhältlich sind.

> Hier finden Sie weitere Informationen zu Magnesiummangel

  • Während oder nach einem Krampf empfiehlt sich eine warme Dusche oder ein Bad, um den Muskel zu entspannen. Ein Heizkissen oder eine Wärmflasche verschaffen in ähnlicher weise Abhilfe. Alternativ kann eine Eispackung den gereizten Muskel kühlen.

Wie können pflanzliche Arzneimittel helfen?

Allgemein empfiehlt sich zur Behandlung von Krampfadern die Anwendung von Rosskastanienextrakt, der in Form von Kapseln eingenommen oder als Gel auf die betroffene Stelle aufgetragen werden kann. Rosskastanien lindern die Symptome von Krampfadern wie Schmerzen, müde und schwere Beine sowie Beinkrämpfe, da sie die Blutzirkulation ankurbelt.

Rosskastanie

Der in Rosskastanien enthaltene Wirkstoff Aescin kräftigt die Gefäße. (c) Annett Seidler/Fotolia

Bei schmerzenden und empfindlichen Muskeln nach einem Krampf kann auch Arnika für Linderung sorgen. Arnika kann nicht nur bei Blutergüssen helfen, sondern auch bei Muskelschmerzen.

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Konventionelle Therapien bei Beinkrämpfen

Gewöhnliche Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können bei Bein- und Muskelschmerzen nach einem Krampf helfen.

In einigen Fällen kann Chinin bei starken und anhaltenden Krämpfen verschrieben werden. Dieses Medikament kann jedoch unangenehme und ernsthafte Nebenwirkungen haben wie Tinnitus, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrung, Hitzewallungen und Thrombopenie (wodurch Nasenbluten, Blutungen in den Augen, im Schädel und des Verdauungstrakts auftreten können, was tödlich sein kann). Das Risiko, dass diese Nebenwirkungen auftreten, ist gering. Jedoch werden Ärzte das Medikament normalerweise nur dann verschreiben, wenn die Beinkrämpfe besonders heftig sind und die Lebensqualität beeinflussen.

Es ist ratsamer, die Ursache der Krämpfe zu behandeln: die Krampfadern. Mögliche Behandlungsformen sind Kompressionsstrümpfe oder eine Operation.

> Erfahren Sie mehr über Krampfadern