Knochen, Muskeln & Gelenke

Künstliches Kniegelenk – wann ist es sinnvoll?

Weltweit werden jährlich über eine halbe Million Knieprothesen eingesetzt. Lesen Sie hier, wann ein künstliches Kniegelenk sinnvoll sein kann.

Eine Kniearthrose kann bis jetzt nicht geheilt werden. Wenn die Kniearthrose stark fortgeschritten ist und die Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigt, kann ein Gelenkersatz infrage kommen. Zum Beispiel dann, wenn die Beschwerden durch Schmerzmittel und Bewegung nicht besser werden.

>> Kniearthrose: Woher kommt sie? Und was hilft?

Wann ist ein Gelenkersatz sinnvoll?

Ein Verbund deutsche Mediziner, Wissenschaftler, Physiotherapeuten sowie Patientenvertreter hat Empfehlungen zum Thema künstliche Kniegelenke zusammengestellt. Ein künstliches Kniegelenk kommt ihrer Meinung nach infrage, wenn

  • Sie seit mehreren Monaten durchgehend oder an mehreren Tagen in der Woche starke Kniegelenkschmerzen haben,
  • Ihre Lebensqualität stark beeinträchtigt ist,
  • die für Arthrose typischen Veränderungen im Kniegelenk durch eine Röntgenuntersuchung im Stehen eindeutig nachgewiesen wurden und
  • weitere wirksame Behandlungsmöglichkeiten (Schmerzmittel, Bewegungstherapien) über etliche Monate keine Linderung verschaffen.
Künstliches Kniegelenk

Ein künstliches Kniegelenk kann helfen. (c) Colourbox.de

Weitere Neben-Kriterien, die für ein künstliches Kniegelenk sprechen:

  • eine (zunehmende) Fehlstellung der Beine
  • ein instabiles Kniegelenk
  • Einschränkungen beim Gehen und Treppensteigen
  • Probleme mit dem Haushalt oder bei der Nutzung von Verkehrsmitteln
  • eine schwache Muskulatur
  • Probleme beim Hinsetzen oder Knien
  • Einschränkungen in Beruf und Freizeit
  • Abhängigkeit von der Unterstützung anderer

Achtung: Schwere Krankheiten, die das Operationsrisiko erhöhen, können gegen eine Knieprothese sprechen.

>> Was ist der Unterschied zwischen Arthrose, Arthritis und Rheuma?

Welche Arten von Knieprothesen gibt es?

Es existieren verschiedene Arten von Knieprothesen. Es gibt Prothesen, die die gesamte Gelenkfläche oder nur einen Teil des Kniegelenks ersetzen. Beide Knieprothesentypen haben ihre Vor- und Nachteile. Welche Endoprothese für einen Patienten infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Zustand der Bänder, Muskeln und Knochen,
  • Alter und Gewicht,
  • körperliche Aktivität sowie
  • Allergien (hier werden beschichtete Implantate verwendet).

Welches künstliche Kniegelenk für Sie passt, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.

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Was passiert in der Reha?

Nach dem Einsatz eines künstlichen Kniegelenks bleiben Sie etwa sieben bis zehn Tage im Krankenhaus. Anschließend folgt eine längere Rehabilitation. Diese besteht aus Gangschulung, KrankengymnastikLymphdrainage und diversen Bewegungstherapien. Während der Reha lernen Sie, mit Ihrem neuen Knie richtig umzugehen und möglichen Problemen vorzubeugen. Denn eine Knieprothese funktioniert nicht wie ein normales Knie. Es kann ein paar Monate dauern, bis Sie sich an Ihr künstliches Knie gewöhnt haben und dieses beweglich genug ist.

Welche Sportarten eignen sich bei einem Gelenkersatz?

Auch mit einem künstlichen Knie ist Bewegung wichtig. Sport und Bewegung kräftigen die Muskeln, Sehnen und Bänder. Sie verleihen der Prothese einen besseren Halt. Da die Lebensdauer einer Prothese auch von ihrer Beanspruchung abhängt, gibt es Aktivitäten und Sportarten, die sich besser eignen als andere.

Was darf ich mit künstlichem Kniegelenk machen?

  • Spaziergänge
  • Walking
  • leichte Gymnastik
  • leichte Wanderungen
  • Radfahren
  • Wassergymnastik
  • Schwimmen
  • Tanzen

Alle Sportarten mit ruckartigen Bewegungen sind für ein künstliches Kniegelenk nicht geeignet. Dazu zählen beispielsweise Joggen, Tennis, Squash oder Fußball. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Aktivitäten für Sie geeignet sind.

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