Schon gewusst?

Magenknurren: Viel Lärm im Bauch

Unser Bauch ist ein kleiner Ruhestörer. Er gluckst und gluckert in den denkbar ungünstigsten Momenten: beim ersten Date, im Kinosaal oder in einer Besprechung. Aber warum macht sich der Magen eigentlich so laut bemerkbar? Wir lüften das Geheimnis ums Magenknurren.

Kopfkino an: Ein Mann sitzt in der Bibliothek und alles ist ganz still. Plötzlich ertönt ein lautes Grummeln. Alle Anwesenden schauen auf und starren ihn an. Denn es ist sein Körper, der keine Ruhe gibt. „Wie peinlich!“, denkt er. Dabei knurrt jeder Magen dann und wann und niemand muss sich dafür schämen.

Dass unser Magen-Darm-Trakt manchmal lautstark brummt, müssen wir ihm nachsehen. Schließlich arbeitet er sieben Tage die Woche 24 Stunden lang. Seine ringförmigen Muskeln kontrahieren ohne Unterlass – das heißt, sie ziehen sich zusammen, dehnen sich aus und ziehen sich wieder zusammen.

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Diese wellenähnlichen Dauerbewegungen ermöglichen, dass Nahrungsbrei, Magensäfte und die Sekrete der Bauchspeicheldrüse und Galle immerzu verarbeitet und weitertransportiert werden können. Dieser Vorgang wird auch „Housekeeping“ (übersetzt: Haushaltung) genannt, weil sich der Verdauungstrakt so letztlich selbst sauber hält. Magenknurren ist also eigentlich sehr gesund.

Hunger: Musik im Magen

Wer so hart arbeitet wie unser Magen, darf auch laut sein. Die sonderbaren Verdauungstöne heißen im Fachjargon „Borborygmus“. Sie treten vor und nach dem Essen auf (also mit und ohne Hungergefühl), sind aber besonders laut, wenn nichts als Luft und Wasser durch den Magen-Darm-Trakt strömt. Deshalb rumort der Magen häufig am lautesten, wenn Sie Hunger haben.

Denn: Auch ein leerer Magen bleibt fleißig. Statt Nahrung transportiert er nun Luft und Flüssigkeit in den Darm, die unter den Kontraktionen der Muskeln ins Schwingen geraten. Nach dem Prinzip eines Dudelsacks – Luft wird durch einen Hohlraum gepresst – entstehen dabei komische Klänge und Vibrationen. Wir hören und fühlen den arbeitenden Magen.

Denkt jemand dann an eine leckere Mahlzeit, riecht oder sieht sie sogar (weil man vielleicht gerade danebensteht, wenn Oma den Streuselkuchen aus dem Ofen holt) wird der Hunger meist immer größer und der Magen knurrt noch intensiver. Vor lauter Vorfreude auf das zu verdauende Gericht, ziehen sich seine Muskeln reflexartig noch schneller und stärker zusammen.

Tee trinken

Oft hilft schon eine warme Tasse Tee gegen das Magenknurren. (c) Antonioguillem / Fotolia

Auch der Darm meldet sich zu Wort

Nicht nur der Magen musiziert, auch der Darm produziert die merkwürdigste Klangkulisse. Sein Job beginnt nach dem Essen. Der Darm bewegt sich ähnlich wie der Magen, um den Speisebrei weiterzubefördern. Dabei entstehen Gase, die im Zusammenspiel mit der verflüssigten Nahrung zu knurrenden und glucksenden Geräuschen führen. Besonders laut sind sie, wenn das Mahl zu üppig war.Fast jeder Mensch leidet hin und wieder auch unter Blähungen nach dem Essen. Diese Geräusche sind dann oft besonders peinlich.

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Lässt sich Magenknurren abstellen?

Die beste Methode, mit der man seine Körpermusik leise stellen kann, ist: essen! Dann arbeitet der Magen-Darm-Trakt meist lautlos. Erst wenn Sie wieder Hunger bekommen, geht die Geräuschkulisse wieder los. Wenn Sie Ihr Pausenbrot zu Hause vergessen haben, kann ein Glas warmes Wasser oder eine Tasse Tee trinken. Die Wärme entkrampft und unterdrückt das Knurren.

Ein einfaches Hausmittel, das die Magenmuskeln entspannt, ist Fenchel. Die ätherischen Öle der Samen bremsen die Magen-Darm-Tätigkeit. An etwas anderes zu denken (als Essen) oder zu meditieren, soll das Magenknurren ebenfalls dämpfen.

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Vor Situationen, in denen es auf Ruhe ankommt, empfiehlt sich ein leicht bekömmliches Essen. Das können Magen und Darm ohne lautes Grummeln verarbeiten. Und alles bleibt schön still.