Magen & Darm

Was passiert bei einer Magenspiegelung (Gastroskopie)?

Eine Magenspiegelung ist eine wichtige Untersuchungsmethode bei verschiedenen Erkrankungen. Lesen Sie hier, für wen eine Gastroskopie infrage kommt und was bei dieser Untersuchung passiert.

Was ist eine Magenspiegelung?

Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) ist eine Untersuchung des Magens mit einem sogenannten Gastroskop. Üblicherweise führen spezialisierte Fachärzte (Gastroenterologen) diese Untersuchung durch. Das geschieht in der Regel ambulant. Wichtig ist, dass Sie als Patientin und als Patient nüchtern erscheinen. Eine weitere Vorbereitung – wie zum Beispiel bei einer Darmspiegelung – ist nicht nötig. Läuft alles wie geplant, können Sie nach der Untersuchung wieder nach Hause gehen.

Was passiert bei einer Magenspiegelung?

Bei einer Gastroskopie führt der behandelnde Arzt das Gastroskop durch den Mund über die Speiseröhre in den Magen und weiter in den Zwölffingerdarm ein. Das Gastroskop ist ein flexibler Schlauch, an dem eine Kamera und ein kleines Licht (Kaltlicht) befestigt sind. Es hat nur wenige Zentimeter Durchmesser und ist etwa einen Meter lang. Die Kamera überträgt die aufgenommenen Bilder auf einen Bildschirm. Um die Schleimhäute besser beurteilen zu können, bläht der Arzt den Magen während der Untersuchung mit etwas Luft auf.

Mit Hilfe der Gastroskopie kann er zum Beispiel Schleimhautveränderungen in der Speiseröhre, im Magen und im Zwölffingerdarm erkennen. Er hat außerdem die Möglichkeit, im Rahmen einer Magenspiegelung Gewebeproben zu entnehmen und sogar kleine Eingriffe durchzuführen.

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Ist eine Magenspiegelung unangenehm?

Eine Magenspiegelung ist weniger schlimm, als Sie vielleicht vermuten: Zunächst betäubt der Arzt den Rachen mit einem Spray. Dann führt er das Gastroskop über die Speiseröhre ein. Die ganze Untersuchung dauert meist nicht länger als 5 bis 10 Minuten. Wer bei der Untersuchung nicht “live” dabei sein möchte, der erhält vom Arzt ein Beruhigungsmittel oder sogar eine kurze Narkose. Danach ist es möglich, dass Sie einige Stunden etwas heiser sind oder durch die Luft im Magen ein Völlegefühl besteht. Diese Beschwerden sind harmlos und verschwinden in der Regel schnell von alleine.

Magenspiegelung

Eine Magenspiegelung ist nicht so schmerzhaft, wie sich vermuten lässt. (c) Colourbox

Wann kommt eine Magenspiegelung in Frage?

Mit Hilfe einer Gastroskopie kann der Arzt eine ganze Reihe von Beschwerden abklären. Dazu zählen etwa Entzündungen der Magenschleimhaut oder Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Empfehlenswert ist eine Gastroskopie bei folgenden Symptomen:

Außerdem kann der Arzt verschiedene Erkrankungen diagnostizieren oder einen Verdacht erhärten. Bei Verdacht auf folgende Erkrankungen ist eine Gastroskopie sinnvoll:

  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür
  • Speiseröhren-, Magen- oder Darmkrebs
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • Entzündungen und weitere Veränderungen der Speiseröhre
  • Verletzungen der Schleimhäute
  • Infektion mit Helicobacter pylori

Weitere Gründe für eine Magenspiegelung:

  • Kontrolle nach Magenoperation
  • Kontrolle von Magenschleimhautentzündungen oder Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüren
  • Fremdkörper entfernen
  • Blutung stillen
  • Tumor entfernen

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Gastroskopie – wer übernimmt die Kosten?

Ist die Untersuchung medizinisch notwendig, dann übernimmt die gesetzliche Krankenkasse vollständig die Kosten der Magenspiegelung.  Bei einer rein vorsorglichen Gastroskopie muss der Patient für die Kosten selbst aufkommen. Diese belaufen sich auf etwa 200 Euro zuzüglich weiterer Kosten für die Narkose.

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