Blut & Immunsystem

Masern sind vor allem für Erwachsene gefährlich

Mit Masern ist nicht zu spaßen: Die Viruserkrankung ist hochansteckend und breitet sich rasend schnell aus. Gerade in den letzten Jahren wurden viele neue Ausbrüche wegen Impflücken verzeichnet. Doch Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit: Gefährlich wird es besonders für Erwachsene, die nicht geimpft sind. Dann kann die Infektion einen schweren Verlauf nehmen und gravierende gesundheitliche Komplikationen verursachen.

Die Infektion verläuft mit fortschreitendem Alter meist gravierender und kann Komplikationen verursachen. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr besteht für jeden Betroffenen eine Meldepflicht beim Gesundheitsamt, die der behandelnde Arzt übernimmt.

Was sind Masern?

Die Masern gehören zu den bekannten Kinderkrankheiten. In Schulen und Kindergärten überträgt sich die Krankheit besonders schnell, da Masern von einem Virus ausgelöst werden, der höchst ansteckend ist. Zwar sind die Krankheitsfälle in den letzten Jahren stark zurückgegangen, doch es kommt immer wieder zu Epidemien, die sich unter den nicht-geimpften Kindern und Erwachsenen rasend ausbreiten.

>Windpocken

>Keuchhusten

>Tetanus

Was ist die Ursache von Masern?

Die Ursache der Erkrankung ist die Ansteckung mit dem Masernvirus. Er greift das Immun- und Nervensystem an und überträgt sich in Windeseile. Da nach einer Infektion die Körperabwehr stark geschwächt ist, haben Bakterien leichtes Spiel. Deshalb kommt es bei Erkrankten oft zu weiteren Entzündungen, die schwere Folgen für die Gesundheit haben können.

Welche Symptome gibt es?

Bei den Masern lassen sich die Symptome in drei Phasen aufteilen:

Im Vorläuferstadium (Prodromalstadium), das etwa drei bis fünf Tage andauert, kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden:

  • Müdigkeit
  • Husten
  • Schnupfen
  • leichtes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Bindehautentzündung
  • aufgedunsenes Gesicht
  • kleine weiße Flecken an der Mundschleimhaut im vorderen Wangenbereich (Koplik-Flecken)

Anschließend beginnt das Hauptstadium mit einem Hautausschlag (Masernexanthem), der im Schnitt vier bis sieben Tage andauert. Typisch dafür sind:

  • rote, großflächige Flecken, die anfangs hinter dem Ohr auftauchen und sich dann über den ganzen Körper ausbreiten (außer an Handflächen und Fußsohlen)
  • Anstieg des Fiebers auf bis zu 40 Grad, Fieberkrämpfe

Wenn sich die Flecken langsam wieder zurückbilden, beginnt die Erholungsphase (Rekonvaleszenz). Dabei schuppt sich am ganzen Körper die Haut, die allgemeine Verfassung bessert sich. Allerdings kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis der Betroffene wieder komplett fit ist.

Wie ansteckend sind Masern?

Der Virus ist hochansteckend. Bei den ersten Symptomen ist deshalb größte Vorsicht geboten. Was die Masern so gefährlich macht: Sie übertragen sich über die Luft durch Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Sprechen. Es reicht also schon, sich nur in demselben Raum mit einer erkrankten Person aufzuhalten. Wer dann nicht gegen Masern geimpft ist, steckt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ohne direkten Körperkontakt an.

Wer sich mit dem Virus infiziert hat, bemerkt erst einmal acht bis zehn Tage gar nichts. Erst nach dieser Inkubationszeit treten die ersten Grippe-Symptome auf. Da der Ausbruch des typischen Hautausschlags wiederum erst vier bis fünf Tage später erfolgt, rechnen viele noch nicht damit, den Masernvirus auszubrüten. Tückisch ist, dass die Ansteckungsgefahr bereits ab dem Auftreten der ersten Symptome besteht.

Etwa vier Tage, nachdem die roten Flecken aufgetaucht sind, ist auch die Ansteckungsgefahr gebannt. Dennoch sollten Kinder und Erwachsene erst ein bis zwei Wochen nach der Krankheit wieder in den Kindergarten oder die Schule bzw. zur Arbeit gehen.

Ein kleiner Trost: Wer einmal an Masern erkrankt ist, wird sie kein zweites Mal bekommen. Die Antikörper schützen ein Leben lang vor einer neuen Ansteckung mit dem Virus.

Impfpass

Impfen ist der beste Schutz vor Masern. (c) Alexander Raths / Fotolia

Wie erkennt der Arzt die Masern?

Die Symptome sind recht eindeutig, die typischen roten Flecken erkennt der Arzt meist direkt bei der Untersuchung. Durch eine Blutabnahme und den Test auf Antikörper kann der Verdacht auf Masern bestätigt werden. Zusätzlich kann auch mit Hilfe der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion das Masernvirus ermittelt werden – etwa dann, wenn die Ergebnisse der Blutuntersuchung nicht eindeutig waren.

Wer bei sich eine Masern-Infektion vermutet, sollte dem Arzt vorab Bescheid sagen. Dann werden in der Praxis Vorkehrungen getroffen, um die Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden.

Wie werden die Masern behandelt?

Es gibt tatsächlich keine Behandlung, die den Verlauf der Masern aufhalten oder abschwächen kann. Ist die Krankheit ausgebrochen, hilft meist nur Bettruhe, Abwarten und viel Tee trinken. Behandeln lassen sich einzig die Symptome:

  • Wadenwickel und fiebersenkende Mittel helfen gegen das hohe Fieber.
  • Medikamente lindern die Grippe-Symptome.
  • Eventuell auftretender Juckreiz kann mit einem kühlen Handtuch oder Cremes und Tabletten bekämpft werden, die der Arzt verschreibt.
  • Hat sich eine Lungenentzündung entwickelt, können Antibiotika eingenommen werden.
  • Bei schweren Komplikationen werden Patienten im Krankenhaus behandelt.

Welche Komplikationen kann es geben?

Im Normalfall heilen Masern von selbst wieder vollständig ab. Kinder stecken die Infektion besser weg als Erwachsene. Bei zehn bis 20 Prozent der Erkrankten kann es jedoch zu Komplikationen kommen. Durch die unterdrückte Immunabwehr und mit fortschreitendem Alter erhöht sich das Risiko, dass zusätzlich Lungen- oder Mittelohrentzündungen auftreten. Die schwerste Komplikation ist eine Gehirnentzündung (Masernenzephalitis). Diese hinterlässt bei 20 bis 30 Prozent der Betroffenen bleibende Schäden wie Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen. In seltenen Fällen endet sie sogar tödlich.

Sehr selten tritt Jahre nach einer Maserninfektion eine sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) auf. Man zählt etwa ein bis fünf Fälle pro eine Million Einwohner. Diese Entzündung des Gehirns entsteht durch die Reaktivierung des im Körper verbliebenen Masernvirus. Sie verläuft innerhalb von ein bis drei Jahren tödlich und betrifft überwiegend Kinder, die im Säuglingsalter die Masern hatten.

Wie kann man Masern vorbeugen?

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) rät zur Schutzimpfung gegen Masern. Dabei sind zwei Impfungen nötig: Die erste Spritze wird im ersten Lebensjahr verabreicht – zwischen dem vollendeten 11. bis 14. Lebensmonat. Zuvor sind Babys noch durch die Antikörper der Mutter geschützt, sofern diese geimpft oder früher an Masern erkrankt war. Die zweite Spritze sollte bis Ende des zweiten Lebensjahres erfolgen. Meistens wird eine Kombinationsimpfung durchgeführt, bei der gleichzeitig gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung), manchmal zusätzlich noch Windpocken geschützt wird.

Empfohlen wird zudem die Impfung aller Kinder und Jugendlichen bis zum 18. Geburtstag, die noch nicht zwei Mal geimpft wurden.

Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, sollten sich ebenfalls impfen lassen, wenn sie noch keine Immunisierung bekommen haben, sich nicht sicher sind oder als Kind nur eine einzige Impfung durchgeführt wurde. Besteht der Verdacht, dass sich eine nicht-geimpfte Person mit Masern angesteckt hat, kann der Ausbruch durch eine schnelle Impfung bis zum vierten Tag nach der Ansteckung noch verhindert werden.

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