Gesunde Ernährung

Master-Cleanse-Diät – Abnehmen mit Limonade

Laut Boulevardpresse sollen Stars wie Demi Moore, Beyonce oder Heidi Klum auf die Master-Cleanse-Diät schwören. Das Konzept klingt sehr einfach. Doch was steckt dahinter?

Ein hochtrabender Name für ein simples Konzept: Im Mittelpunkt der Master-Cleanse-Diät steht Zitronenwasser, gewürzt mit Ahornsirup und Cayennepfeffer. Zehn Tage lang trinken Sie es täglich und verzichten komplett auf feste Nahrung. Zudem können Sie Wasser trinken, soviel Sie wollen, aber keinen Kaffee oder Tee. Bei der Methode handelt es sich mehr um eine Fastenkur als um eine Diät. Anhänger glauben, dass sie den Körper entgiftet und Fett abbaut. Allerdings gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass sie mehr vermag, als zu entwässern und vorübergehend ein paar Pfund zum Schmelzen zu bringen.

Woher die Master-Cleanse-Diät stammt

Entwickelt hat der amerikanische Heilpraktiker Stanley Burroughs den Master-Cleanse-Plan in den 1940er-Jahren. Er wollte damit Patienten helfen, die an Magengeschwüren litten. Seine Idee war, den Organismus durch den zeitweisen Verzicht auf Nahrung zu entgiften und damit zu heilen. Da die Anwender in den zehn Tagen auch Gewicht verloren, veröffentlichte er das Konzept 1976 in dem Buch „The Master Cleanser“. Darin pries er es nicht nur als Heil-, sondern auch als Abnehmmethode an.

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Das Limonaden-Rezept

Mischen Sie für ein Glas

2 Esslöffel Zitronen- oder Limettensaft (kein Konzentrat)

2 Esslöffel echten Ahornsirup

1 Prise Cayennepfeffer

300 Milliliter warmes Wasser

Jede Zutat des Getränks hat laut Burroughs einen Nutzen:

  • Zitronen: Sie sollen Ihr Immunsystem anregen, antibakteriell und entwässernd wirken und helfen, Fett abzubauen.
  • Ahornsirup: Der enthaltene Zucker soll Ihren Kreislauf in Schwung bringen.
  • Cayenne: Der Pflanzenstoff Capsaicin soll die Durchblutung verbessern, die Verdauung und den Stoffwechsel anfeuern.

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Das Programm der Fastenkur

Zwei Entlastungstage

Essen Sie an den zwei Tagen vor der Kur weniger, vor allem frisches Obst und gedünstetes Gemüse. Verzichten Sie auf Fleisch, Wurstwaren, Milchprodukte, Teigwaren.

Die Darmreinigung

Nehmen Sie am Nachmittag vor dem ersten Fastentag Glaubersalz ein. Rühren Sie ein bis zwei gehäufte Teelöffel in 250 ml lauwarmes Wasser ein. Wenn es sich komplett aufgelöst hat, trinken Sie es schnell in großen Schlucken. Nach 30 bis 60 Minuten tritt die Wirkung ein und entleert den Darm in den folgenden sechs bis acht Stunden gründlich.

Ahornsirup in Flaschen

Ahornsirup je heller um so besser ist er für den Körper verwertbar. (c) Marek / fotolia

Die Fastentage

  • Legen Sie die Fastenzeit in eine ruhige Phase, am besten in Ihren Urlaub.
  • Beginnen Sie jeden der folgenden zehn Tage mit einem Liter Wasser, in dem Sie zwei Teelöffel Meersalz aufgelöst haben. Das regt die Darmtätigkeit an.
  • Essen Sie nichts, trinken aber täglich bis zu sechs Gläser des Zitronensafts und zwar immer, wenn Sie Hunger verspüren. Trinken Sie zusätzlich nur stilles Wasser, keine Tees, keinen Kaffee.
  • Schlafen Sie viel und schonen Sie sich. Unternehmen Sie ruhige Spaziergänge, machen Sie entspannende Yogaübungen, treiben Sie aber keinen Sport.
  • Wenn Sie gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe sind, besuchen Sie Ihren Hausarzt und besprechen vorab die Fastenkur mit ihm.

Zwei Aufbautage

Fangen Sie nach den zehn Tagen wieder langsam an, auf feste Nahrung umzustellen. Essen Sie anfangs frisches Obst, leichte Getreidebreie, gedünstetes Gemüse. Fügen Sie dann allmählich wieder die gewohnten Speisen hinzu. Nutzen Sie die Erfahrung der Reduktion, um Ihre Ernährung auf gesündere Gewohnheiten umzustellen.

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Die Vorteile des Fastenprogramms

  • Ein bewusster Verzicht auf feste Nahrung kann Sie aus dem gewohnten Trott reißen und den Startschuss geben für eine Ernährungsumstellung.
  • Die Fastenzeit entlastet Ihre Verdauungsorgane.
  • Da Sie sehr wenige Kalorien zuführen, nehmen Sie in den insgesamt 14 Tagen bestimmt ab. Allerdings handelt es sich vorwiegend um Wasser, weniger um Fettdepots Ihres Körpers. Der Gewichtsverlust gilt bei Heilfasten-Kuren sowieso nur als Nebeneffekt. Es geht eher darum, bewusst Verzicht zu üben und den Körper zu entlasten.

Die Nachteile der Kur

  • Bei so geringer Kalorienzufuhr ist die Wahrscheinlichkeit zu scheitern hoch. Wer nicht sehr diszipliniert ist, entwickelt Heißhunger.
  • Sie verlieren durch die Kur vor allem Wasser und Muskelmasse, jedoch kaum Fett.
  • Wenn Sie abnehmen wollen, lernen Sie mit der Master-Cleanse-Diät kein gesünderes Essverhalten. Vielmehr besteht die Gefahr, dass Sie nach der Fastenzeit wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen und mehr wieder zunehmen, als Sie abgenommen haben.
  • Es fehlt ein begleitendes Bewegungsprogramm, das verhindert, dass Ihnen Muskelmasse verloren geht.

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