Gesunder Mann

Midlife Crisis: Was steckt dahinter?

Bei den Frauen heißt es Wechseljahre, bei den Männern sprechen Wir hingegen von der Midlife Crisis. Der Begriff fällt schnell, wenn sich eine Person in der mittleren Lebenshälfte plötzlich verändert und viele Dinge infrage stellt. Aber gibt es hierfür auch eine medizinische Erklärung?

Bei Frauen ist die Hormonumstellung schuld an den Wechseljahresbeschwerden. Einige Frauen sind davon sehr stark betroffen, andere bemerken kaum etwas. Dabei ist es bei Frauen hauptsächlich ein körperlicher Umstand, der sie belastet. Doch was steckt hinter der männlichen Midlife Crisis?

>Wechseljahresbeschwerden: Typische Symptome

Wie kommt es zur Midlife Crisis?

Bei Männern ist die Midlife Crisis in erster Linie psychischer bzw. mentaler Natur. Dennoch vermuten Experten auch hier der Rückgang des männlichen Hormons Testosteron als Auslöser und Ursache für die Symptome. Ein klarer medizinischer Zusammenhang findet sich noch nicht, aber es ist eine zeitliche Übereinstimmung vom Sinken des Testosteronspiegels und dem Auftreten der Symptome zu beobachten.

Midlife Crisis: Was sind die typischen Symptome?

Auch Männer zeigen körperliche Symptome auf, die auf den Testosteronrückgang zurückgehen und den Symptomen der Wechseljahre ähneln. Sie können unter Schweißausbrüchen, Hitzewallungen und Nervosität leiden. Charakteristisch sind vor allem die psychischen Symptome. Die Midlife Crisis des Mannes ist eher eine Sinnkrise, die in der Regel Männer im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, also in der Mitte ihres Lebens, ereilt. Körperliche Veränderungen sind häufig Auslöser der Midlife Crisis: Minderung der Libido, Erektionsstörungen, verminderter Bartwuchs und die Zunahme an Fett- bzw. Abnahme von Muskelmasse.

>Erektile Dysfunktion (Erektionsstörungen, Impotenz)

Welche Folgen hat die Midlife Crisis?

Die Erkenntnis des Älterwerdens und die physische Konfrontation mit dem Abbau der körperlichen Jugend und Fitness lässt so manchen Mann ins Grübeln geraten. Es entstehen Gefühle wie Unsicherheit und Unzufriedenheit. Er reflektiert und stellt infrage das bisher Erreichte. Ebenso macht Mann sich Gedanken über die Zukunft und ob er seine Ziele erreicht hat. Er zieht eine Bilanz, die viele Männer dazu motiviert, ihr Leben radikal zu ändern.

Midlife Crisis

Zweiter Frühling dank junger Partnerin? (c) Adam Gregor / Fotolia

Der Wunsch nach einem jüngeren Partner äußert häufig in der Midlife Crisis, um durch einen zweiten Frühling dem Altern zu entfliehen. Er verspricht sich dadurch vermutlich, neue Energie und verloren gegangene Leidenschaft neu zu erleben. In dieser Phase ist das subjektive Zeiterleben verzerrt. Ängste vor dem Altern kommen hoch. Der Mann fürchtet, nicht mehr genug Zeit zu haben, um wichtige Dinge zu erleben oder etwas verpassen zu können. Die Midlife Crisis ist aber dabei nicht als psychische Krankheit angesehen. Es ist mehr ein Zustand der Nachdenklichkeit, der sich mit der Zeit auch wieder legt, ohne dass es einer Behandlung bedarf. 

Was kann man gegen Midlife Crisis tun?

Anders als die Wechseljahre der Frau bedarf es bei der Midlife Crisis beim Mann keiner medizinischen Behandlung . Lediglich im Falle einer schweren Depression, die sich möglicherweise entwickeln kann, ist eine Behandlung ratsam. Ansonsten bleibt dem Mann vor allem, sich gesund zu ernähren und seine körperliche Fitness mit Sport zu stärken. Gespräche mit Freunden, der Familie oder der Partnerin können viele Ängste vertreiben und den Weg aus der Krise aufzeigen. Den Betroffenen sollte bewusst sein, dass sie sich in einer zeitlich begrenzten Krise befinden und nicht vorschnell Entscheidungen und Entschlüsse fällen, die das gesamte Leben auf den Kopf stellen. Helfen kann aber auch ein Umdenken. So kann die Sinnkrise auch positiv gesehen eine Chance sein, um eine vielleicht auch schon länger andauernde Unzufriedenheit im Leben abzustellen und zu neuen Taten zu schreiten sowie sich neu aufzustellen.

>Alle Fakten zu Depressionen