Schon gewusst?

Muntermacher Mittagsschlaf? So gesund ist das Nickerchen

Wer kein Kind mehr ist, weiß ein Schläfchen mitten am Tag sehr zu schätzen. Aber was bringt es unserem Körper eigentlich, wenn wir uns zwischendurch kurz aufs Ohr hauen? Der Mittagsschlaf im Gesundheitscheck.

Kurz zur Ruhe kommen, Augen schließen und wegdösen – Kinder müssen, aber wollen selten. Erwachsene würden gerne, können aber kaum. Während der Tagschlaf am Arbeitsplatz in anderen Ländern üblich und verbreitet ist (die Japaner halten Inemuri, die Spanier ihre Siesta), dürfen wir hierzulande vom Büro-Nickerchen oft nur träumen. Schade, denn das Schläfchen am Tag bringt wirklich was für die Gesundheit.

Darum sind wir mittags müde

Wichtiges zuerst: Das hohe Schlafbedürfnis am frühen Nachmittag ist kein Indiz für Faulheit! Schuld an der Müdigkeit ist unser Biorhythmus, unsere “innere Uhr” sozusagen. Wenn wir nachts acht Stunden schlafen würden (laut Studie sind es im Schnitt sieben Stunden und 45 Minuten ), hat unser Körper einen strammen 16-Stunden-Tag vor sich. Ein harter Job, der auf Hochtouren kaum zu meistern ist. Also schaltet der Organismus spätestens in der Tagesmitte auf Sparflamme: Wir werden müde.

Experten gehen davon aus, dass unser Körper sogar alle vier Stunden “runterfährt”. Wer um 6 Uhr morgens aufsteht, erlebt zwischen 9 und 10 Uhr das erste Tief und zwischen 13 und 14 Uhr das zweite. Erschwerend hinzu kommt die Mittagsmahlzeit, weil Verdauen zusätzlich Energie kostet. Was jetzt am besten hilft: Beine hochlegen und schlummern. Schlafforschern zufolge benötigen wir innerhalb von 24 Stunden zwei Schlafphasen, eine in der Nacht und eine mitten am Tag.

Das bringt ein Nickerchen am Nachmittag

Ein kurzes Schläfchen macht müde Menschen munter. Der Körper regeneriert sich und wir können uns wieder konzentrieren, mehr leisten und schneller schalten. Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA konnte in einer Studie nachweisen, dass nach dem Mittagsschlaf die Aufmerksamkeit um 100 Prozent steigt und folglich wesentlich weniger Fehler passieren.

Weitere gute Gründe für den Minischlaf

  • wirkt sich positiv auf unser Herz-Kreislauf-System aus. Einer griechischen Studie mit 23.500 Teilnehmern zufolge haben Mittagsschläfer seltener Herzprobleme. Wer sich täglich eine halbe Stunde ausruht, hat ein um 37 Prozent verringertes Herzinfarktrisiko.
  • baut Stress ab. Das vegetative Nervensystem fährt in den Ruhemodus, das Herz schlägt langsamer, der Blutdruck sinkt. Wir kommen runter und entspannen – schlafen uns quasi den Kopf frei.
  • sorgt für gute Laune. Im Schlaf steigt die Konzentration von Serotonin im Blut, unsere Stimmung hebt sich.
  • verbessert die Gedächtnisleistung. In einer Studie mussten die Teilnehmer Wörter und Wortpaare lernen. Ein Teil der Gruppe durfte im Anschluss schlafen, der andere musste eine DVD schauen. Die Schläfer schnitten bei der Übung wesentlich besser ab.
  • fördert die Kreativität. Hirnscans zeugten nach dem Kurzschlaf von einer gesteigerten Aktivität der rechten Gehirnhälfte.

Von den Vorzügen des Tagschlafs kann (fast) jeder profitieren. Ein Plus bringt er aber vor allem denen, die in der Nacht nicht ausreichend Schlaf bekommen haben. Ein Nickerchen kann nämlich durchaus Defizite einer schlechten Nacht wettmachen.

Wer unter Schlafstörungen oder Depressionen leidet, verzichtet auf den Schlaf zwischendurch allerdings lieber. Andernfalls besteht die Gefahr, nachts noch schlechter Ruhe zu finden.

Tipps für den gesunden Mittagsschlaf

Wer kann, sollte die Möglichkeit eines Nickerchens nutzen. So richtig gut tut Mittagsschlaf allerdings nur, wenn er auch wirklich kurz ist. Neue Energie und Kraft für die zweite Tageshälfte spendet ein Schläfchen von bis zu einer halben Stunde – keinesfalls sollte man jedoch länger als 40 Minuten einnicken. Sonst beginnt die Tiefschlafphase. Bis wir nach dem Aufwachen geistig und körperlich dann wieder voll da sind, vergeht gut und gerne eine Stunde. Ein paar Tricks hindern am Weiterschlafen:

  • einfach, doch effektiv: Wecker stellen
  • nicht ins Bett kuscheln, nicht aufs Sofa legen, und den Raum auch nicht abdunkeln: All das verführt zum Liegenbleiben.
  • vor dem Schläfchen eine Tasse Kaffee trinken: Die Wirkung des Koffeins setzt erst nach 20 bis 30 Minuten ein. Heißt: Es stört nicht beim Einschlafen, macht uns aber pünktlich wieder wach.

Wie das im Büro funktionieren soll?

Wer sich in keinen Ruheraum zurückziehen kann, schläft gut auf der weichen Wiese. Wer keinen Park vor der Tür hat, tut es eben am Schreibtisch. Arme vor der Tastatur verschränken, Kopf darauf abstützen und: Augen zu. Unbequem? Sich einfach im Stuhl zurückzulehnen, funktioniert auch prima. Der Vorteil daran: Im Sitzen wird man meist von allein wieder wach, bevor die Tiefschlafphase eintritt.