Knochen, Muskeln & Gelenke

Fibromyalgie: Das hilft gegen Muskel- und Gelenksteife

Muskelsteife und Gelenksteife, Schmerzen in Muskeln und Sehnen. Alles typische Symptome bei Fibromyalgie. Und diese Krankheit ist keine Seltenheit – Superstar Lady Gaga ist beispielsweise davon betroffen. Was hilft gegen Fibromyalgie?

Rund 1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland am Fibromyalgie-Syndrom erkrankt, eine einfache Therapie dagegen gibt es nicht. Frauen ab 35 Jahren sind am häufigsten von der Diagnose Fibromyalgie betroffen. Sie leiden unter steifen Gelenken und ähnlichen Beschwerden. Wichtig ist es, die betroffenen Körperpartien beweglich zu halten, um einer weiteren Versteifung vorzubeugen.

Muskelsteife und Gelenksteife: Ursachenforschung

Bei vielen Menschen werden mit fortschreitendem Alter die Gelenke ein bisschen steifer. Das ist ganz normal. Überraschenderweise erkranken auch jüngere Fibromyalgie-Patienten an ausgeprägter Muskelsteife und Gelenksteife. Momentan ist die medizinische Forschung noch weit davon entfernt, das Fibromyalgie-Syndrom vollständig zu verstehen.

Da Muskelschmerzen eines der Hauptsymptome der Fibromyalgie sind, kann es sein, dass diese Schmerzen zur Muskelsteife und Gelenksteife beitragen. Betroffene versuchen bei Schmerzen in einem Gelenk, jede Bewegung zu vermeiden, ähnlich wie bei einer Arthrose. Das kann in diesem Fall aber dazu führen, dass die Elastizität und Flexibilität in diesem Gelenk verloren geht und es dadurch immer steifer wird. Nachts bewegt jeder seine Gliedmaßen naturgemäß weniger als tagsüber, was erklärt, warum die Muskelsteife und Gelenksteife häufig morgens stärker ausgeprägt ist.

Daneben deuten wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass bei Fibromyalgie-Patienten die Arterien, die eigentlich flexibel und widerstandsfähig sein sollten, häufig schwächer und weniger effizient sind. Dies führt zu einer mangelhaften Durchblutung und demzufolge zu einer schlechteren Blutversorgung der Muskeln und Gelenke – eine weitere mögliche Ursache der Muskelsteife und Gelenksteife.

Muskelsteife und Gelenksteife: erste Maßnahmen

Da die Ursache der Muskel- und Gelenksteife bei Fibromyalgie nicht vollständig geklärt ist, kann es schwierig sein, das Problem an der Wurzel zu packen. Die folgenden Maßnahmen, die auf eine Linderung der Symptome abzielen, können jedoch ein erster, hilfreicher Schritt sein um die Beschwerden zu lindern:

  • Bewegung: Für Menschen mit chronischen Schmerzen ist es sicher nicht leicht, aber zunächst gilt es, die Gelenke mobil zu halten. Das hilft sowohl gegen die Schmerzen als auch gegen die Steifigkeit. Führen Sie vor dem Schlafengehen und nach dem morgendlichen Aufstehen sanfte Dehnübungen durch. Diese helfen auch gegen eine Verhärtung der Gelenke.
  • Wärme: Wärme entspannt die Muskeln und lockert sie. Ein warmes Bad kann sehr effektiv sein und die Muskelkrämpfe und Bewegungsunruhe lindern. Wenn Sie direkt vor dem Zubettgehen baden, kann Ihnen dies beim Einschlafen helfen. Ein Bad direkt nach dem Aufstehen kann den schlimmsten Symptomen der morgendlichen Muskel- und Gelenksteife entgegenwirken und Sie dabei unterstützen, richtig in Schwung zu kommen.
  • Sport: Haben Sie die Diagnose Fibromyalgie erhalten, sollten Sie nur sanften Sport treiben, der wenig Druck auf den Körper ausübt, zum Beispiel Schwimmen oder Rückengymnastik – am besten regelmäßig. Der Auftrieb des Wassers entlastet die Gelenke und hilft, sie zu dehnen.
  • Gesunde Ernährung: Darüber hinaus ist es wichtig, die Muskeln ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Das erreichen Sie mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Außerdem sollten Sie darauf achten, Ihren Muskeln zuliebe ausreichend zu trinken, da ein Flüssigkeitsmangel zu Muskelkrämpfen führen kann. Auch ein Nahrungsergänzungsmittel mit Magnesium kann helfen. Häufig enthält die Nahrung zu wenig von diesem wichtigen Mineral. Magnesiummangel kann zu Problemen der Muskelfunktion führen.
Fibromyalgie: Mann mit schmerzendem Schultergelenk

Bei Fibromyalgie kann es zu steifen Gelenken kommen.

Hausmittel gegen Muskelsteife und Gelenksteife

Betroffene von Fibromyalgie haben oft starke Schmerzen und lassen sich deshalb regelmäßig vom Arzt Medikamente verschreiben. Die Naturapotheke hält zudem einige Mittel für Fibromyalgie-Patienten bereit: Eine Heilpflanze, die traditionell bei Gelenkschmerzen eingesetzt wird, ist die Teufelskralle. Ihre schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung ähnelt der von Steroiden (chemischen Stoffwechselverbindungen), ohne dass Steroide enthalten sind. Dementsprechend bleiben auch deren unerwünschte Nebenwirkungen aus. Wer ein pflanzliches Mittel zur äußerlichen Anwendung bei steifen oder schmerzenden Gelenken sucht, sollte auch Arnika ausprobieren. Die Heilpflanze kann Schmerzen und Steifigkeit in den Muskeln und Gelenken reduzieren.

Konventionelle Arzneimittel bei Fibromyalgie

Es gibt derzeit noch keine medikamentöse Standard-Therapie gegen die Schmerzen bei Fibromyalgie. Doch es ist wichtig, den Kreislauf der Schmerzen zu durchbrechen. Zum Einsatz kommen bei Fibromyalgie folgende klassische Arzneimittel:

  • Arzneimittel mit den Wirkstoffen Pregabalin, Duloxetin oder Mirtazapin
  • Schmerzmittel
  • Antidepressiva
  • Beruhigungsmittel
  • Antivirenmittel
  • Medikamente, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinflussen

Es gibt auch bestimmte Arzneimittel, die gezielt gegen Muskel- und Gelenksteife wirken. Sie werden normalerweise bei Multipler Sklerose eingesetzt, einer neurologischen Erkrankung, die zu einer schwerwiegenden Muskelsteife führen kann.