Haut, Haare & Nägel

Nagelpilz: Erkennen, behandeln, vorbeugen

Verfärbte und brüchige Nägel sind nicht nur unschön. Häufig steckt auch eine ansteckende Erkrankung dahinter: Nagelpilz.

Der kleine und der große Zeh sind am häufigsten von Nagelpilz (Fachbegriff: Onychomykose) betroffen. Er entsteht in den meisten Fällen durch sogenannte Fadenpilze (Dermatophyten).  Die Infektion ist hartnäckiger und komplizierter als zum Beispiel Fußpilz. Außerdem ist sie ansteckend. Wird sie nicht behandelt, befällt der Pilz weitere Nägel. Im schlimmsten Fall lösen sie sich ab. Damit es nicht soweit kommt, erklären wir Ihnen, wie Sie die Pilzinfektion erkennen, behandeln und am besten gar nicht erst bekommen.

Symptome

Da ein Nagelpilz-Befall in der Regel zunächst keine Schmerzen verursacht, fällt sie nicht immer sofort auf. An diesen Anzeichen können Sie Nagelpilz schon früh erkennen:

  • Der betroffene Nagel verfärbt sich gelblich bis bräunlich.
  • Die Oberfläche des Nagels wird fleckig.
  • Die Substanz des Nagels ist verdickt und brüchig.

Wie und warum entsteht Nagelpilz?

Der Erreger Trichophyton rubrum ist für etwa 84 Prozent aller Nagelpilz-Infektionen verantwortlich. Meistens dringt der Pilz von der umliegenden Haut in die Unterseite der Nagelplatte ein und breitet sich dort aus. Die Nagelplatte wird angehoben und verfärbt sich gelb.
Pilze mögen feuchtwarmes Klima. Schwimmbad, Sauna, Umkleidekabinen oder Fitnessstudio stellen daher den perfekten Nährboden für sie dar – und Menschen, die dort barfuß laufen, die perfekten Opfer: Die Fadenpilze heften sich an die Füße und können sich später auf die Fußnägel ausbreiten und Nagelpilz verursachen.
Auch Schweißfüße können dazu führen, dass Fuß- und Nagelpilz entstehen. Etwa ein Drittel der Bevölkerung leidet darunter, Männer häufiger als Frauen. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung von Nagelpilz an den Zehen sind Fehlstellungen der Füße und Diabetes mellitus.

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Nagelpilz-Therapie

Der Arzt kann Nagelpilz am besonders schnell und effektiv behandeln. Wie er vorgeht, entscheidet er individuell, je nachdem wie weit sich der Nagelpilz ausgebreitet hat und welche Symptome vorliegen. Er setzt in der Regel pilzabtötende Mittel ein (sogenannte Antimykotika).
Ohne ärztliche Hilfe sollten Sie dem Pilz nur dann zu Leibe rücken, wenn er nur wenige Nägel befallen hat und kein erkrankter Nagel vollständig infiziert ist. Folgende Mittel können Sie verwenden:

Zur äußerlichen Behandlung: In der Apotheke sind spezielle Nagellacke, Gels oder Stifte gegen Nagelpilz rezeptfrei erhältlich. Ihre Wirkstoffe sind beispielsweise Ciclopirox, Amorolfin, Bifonazol und Harnstoff. Beim Auftragen des Nagellacks müssen Sie die seitlichen Nagelanteile sorgfältig bestreichen.

Zur innerlichen Behandlung: Ebenfalls in der Apotheke erhalten Sie Tabletten und Kapseln, die den Nagelpilz von innen angreifen und im gesamten Körper wirken. Dazu sollten Sie allerdings erst greifen, wenn sich der Nagelpilz stärker ausgebreitet hat. Sprechen Sie sich vor der Einnahme mit Ihrem Arzt ab, da auch rezeptfreie Medikamente Nebenwirkungen haben. Sie müssen sie über einen längeren Zeitraum einnehmen (bis zu zwölf Monate), damit sämtliche Pilze abgetötet werden. Beenden Sie die Behandlung zu früh, kann der Nagelpilz-Erreger immer wieder auch bisher gesunde Stellen befallen.

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Schweißfüße entstehen häufig durch falsches Schuhwerk.

Atmungsaktive Schuhe beugen Schweißfüßen vor. (c) Colourbox

Nagelpilz vorbeugen

Um Fuß- und Nagelpilz vorzubeugen, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Füße stets trocken und gut vor Infektionen geschützt sind. Folgende Tipps helfen dabei:

  • Füße und Zehenzwischenräume nach dem Duschen oder Baden immer gut trocknen. Nutzen Sie nur das eigene Handtuch.
  • Tragen Sie Schuhe aus Leder oder atmungsaktivem Material, vermeiden Sie synthetische Materialien.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe nicht zu eng sind.
  • Ab und zu Desinfektionsmittel in die Schuhe sprühen, um Bakterien zu töten.
  • Wenn Sie neue Schuhe kaufen, niemals ohne Socken anprobieren. Nach dem Erwerb vor dem ersten Tragen am besten desinfizieren.
  • Auch Ihre Strümpfe und Socken sollten aus natürlichen, atmungsaktiven Fasern bestehen. Spätestens alle zwei Tage wechseln und bei 60 Grad waschen. Nur so töten Sie Bakterien ab.
  • Wer zu Schweißfüßen neigt, sollte regelmäßig ein Fußbad nehmen. Salbei, ätherische Öle, Haushaltsnatron oder Apfelessig wirken antibakteriell.
  • Am gesündesten für unsere Füße ist es, barfuß zu laufen. Es fördert die Durchblutung und stärkt die Muskulatur. In Schwimmbad und Co. Sollten Sie allerdings Badelatschen tragen, um sich keine Bakterien und Pilze einzufangen.

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