Hals, Nase & Ohren

Nasenspray-Sucht: So beugen Sie vor

Eine Erkältung sorgt häufig dafür, dass das Atmen durch die Nase schwerfällt. Viele greifen dann zum Nasenspray. Doch der schnelle Schnupfenhelfer birgt Risiken und kann sogar abhängig machen. Wir erklären, wie Sie einer Nasenspray-Sucht vorbeugen.

Werden das Luftholen und Ausatmen durch die Nase zum Problem, schafft ein Nasenspray − zumindest vorübergehend − Abhilfe. Doch sein Einsatz ist nicht ganz unbedenklich. Bei falscher Anwendung kann der Helfer zum Sprühen die Nasenschleimhaut schädigen und sogar eine Nasenspray-Sucht auslösen.

Wie wirken Nasensprays?

Eine geschwollene Nasenschleimhaut ist das Ausgangsproblem. Sie behindert oder blockiert sogar den Luftstrom und erschwert dadurch das Atmen. Verursacht haben das Problem Erkältungsviren oder -bakterien, die die Schleimhaut befallen haben. Sie sorgen auch dafür, dass Nasensekret im Übermaß gebildet und das Taschentuch zum ständigen Begleiter wird.

Jetzt kommt das Nasenspray ins Spiel: Es enthält Wirkstoffe, die die Gefäße der Schleimhaut verengen und dadurch die Schwellung abklingen lassen. Weil Schleimhäute Substanzen von außen sehr schnell aufnehmen, macht sich dieser Effekt schon nach wenigen Sekunden bemerkbar.

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Wo ist denn jetzt das Problem?

Weil mit einem Nasenspray nur ein Symptom, nicht aber die Ursache des Problems behandelt wird, hält der abschwellende Effekt nicht lange an. Denn die verursachenden Erreger bekämpft es nicht. Sein größter Nachteil ist jedoch, dass es die Schleimhaut austrocknet.

Um das auszugleichen, wird als Reaktion auf das Nasenspray die Durchblutung der Schleimhaut angekurbelt, und die Schwellung kehrt zurück – häufig stärker als zuvor. Greifen Betroffene als Gegenmaßnahme gleich wieder zum Spray, beginnt ein Teufelskreis, der in eine Nasenspray-Sucht münden kann.

Nasenspray-Sucht: Kind bekommt Nasenspray verabreicht

Nasenspray-Sucht: Die schnellen Helfer können abhängig machen. (c) Colourbox

Die Folgen der Nasenspray-Sucht

Ein zu häufiger Griff zum Nasenspray sorgt dafür, dass die Gefäße dauerhaft zu trocken und schlecht durchblutet sind. Das schädigt die Nasenschleimhaut und hindert sie daran, gut zu funktionieren, sprich: Erreger abzuwehren und Verunreinigungen der Nase zu verhindern. Die Schwellung der Nasenschleimhaut wird chronisch und äußert sich als Dauerschnupfen (auch Arzneimittel-Rhinitis genannt), der begleitet wird von einer nasal klingenden Stimme.

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So verhindern Sie eine Nasenspray-Sucht

Wie oft und wie lange ein Nasenspray angewandt wird, ist der entscheidende Faktor, wenn es darum geht, eine Abhängigkeit zu verhindern. Nasensprays dürfen maximal sieben Tage lang und höchstens dreimal täglich verwendet werden. Mediziner empfehlen sogar, die Sprays nur fünf Tage lang zu benutzen und an zwei Folgetagen schleichend abzusetzen, also nur noch zweimal beziehungsweise einmal pro Tag anzuwenden.

Die Nasenschleimhaut stärken

Während und nach der Behandlung mit Nasenspray ist es sinnvoll, die Regeneration der Nasenschleimhaut zu unterstützen – zum Beispiel durch folgende Maßnahmen:

  • Inhalieren Sie mindestens einmal täglich heißen Wasserdampf, dem Sie Minzöl oder Kamille zugesetzt haben (kein Menthol!).
  • Halten Sie mit Meerwassersprays die Nasenschleimhaut feucht.
  • Tragen Sie Nasensalbe mit Dexpanthenol auf die Schleimhaut der Nase auf. Der Wirkstoff fördert die Heilung.

Es gibt auch Nasensprays, die Dexpanthenol bereits enthalten. Wenn Sie unter leichten bis mittelschweren Symptomen leiden, könnte ein Nasenspray für Kinder der erste Therapieschritt sein. Es enthält weniger abschwellende Wirkstoffe und reicht in vielen Fällen schon aus, um die Nase wieder frei zu bekommen.

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