Gesunde Ernährung

Was sind natürliche Stimmungsaufheller?

Trübe, graue Tage schlagen uns schwer aufs Gemüt. Die ständige Dunkelheit, ungemütliches Wetter und kalte Temperaturen können einem den Tag vermiesen. Kommt es zu dieser Jahreszeit häufiger zu starken Stimmungsschwankungen, spricht man von einer „Winterdepression“. Wir erklären Ihnen, woher die üble Laune kommt und wie Sie sich mit Ihrer Ernährung aus diesem Tief befreien können.  

In unserem Körper sorgen die Nervenbotenstoffe SerotoninNoradrenalin und Dopamin für gute Laune und allgemeines Wohlbefinden. Diese „Glückshormone“ stellen die Kommunikation zwischen den Nervenzellen sicher und hinterlassen als Information unter anderem positive Empfindungen. Serotonin sorgt für Ausgeglichenheit, hat eine positive Wirkung auf die Stimmung und den Appetit und steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus. Dopamin hat einen längerfristigen Effekt auf Motivation und Antrieb.  

Sonnenlicht als Stimmungsaufheller

Sonnenlicht ist einer der wichtigsten Reize, der die Serotonin-Produktion im Körper anregt und uns fröhlich stimmt. Sobald die Sonne auf unsere Haut scheint, setzt der Körper das Glückshormon frei. In den Wintermonaten ist Sonne jedoch Mangelware. Gerät diese Hormonbasis aus dem Gleichgewicht, werden wir übellaunig und antriebslos. An kurzen, dunklen Tagen steigt zusätzlich der Anteil des Schlafhormons Melatonin und sorgt für ständige Müdigkeit. Über einen längeren Zeitraum kann sich daraus im schlimmsten Fall eine depressive Verstimmung entwickeln.

> Erfahren Sie hier mehr über die “Winterdepression”

Viel Licht kann einer Winterdepression vorbeugen

Regelmäßig Sonne zu tanken ist im Winter besonders wichtig. (c) Iryna/Fotolia

Glückshormone entstehen im Gehirn

Gute-Laune-Hormone gibt es leider nicht zum Einnehmen. Denn Serotonin und Co. können ihre Wirkung nur im Gehirn entfalten. Die Blut-Hirn-Schranke sorgt dafür, dass der Blutkreislauf zwischen Körper und Gehirn strikt getrennt ist. Nur bestimmte Elemente haben einen Schlüssel, um diese Barriere passieren zu können. Der Botenstoff Serotonin kann diese Schranke leider nicht überwinden – aber seine einzelnen Bestandteile, die im Gehirn wie ein Puzzle zusammengesetzt werden. Wichtige Bausteine für die Serotonin-Produktion sind unter anderem Vitamin B6, Vitamin D und die Aminosäure Tryptophan. Beim Umwandlungsprozess für Dopamin ist die Aminosäure Tyrosin der treibende Motor.  

> Kennzeichen einer Depression

Produziert der Körper im Winter zu wenig Glückshormon Serotonin, benötigt er etwas Antriebshilfe. Indem man ihm die wichtigen Bausteine zur Verfügung stellt, werden diese an das Gehirn weitergeleitet. 

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Die Ernährung hat Einfluss auf den Gemütszustand

Eine vitalstoffreiche, pflanzliche Ernährung mit einem hohen Tryptophan-Gehalt ist ideal, um einer Winterdepression vorzubeugen. Wir stellen Ihnen ein paar Lebensmittel vor, die bereits beim Essen die Stimmung heben.

Nüsse und Samen sind gute Stimmungsaufheller

Da bei Rohkost und schonend zubereiteten Lebensmittel die meisten Wirkstoffe am Ziel ankommen, sind Nüsse, Bohnen, Pilze und Samen wie Amaranth und Quinoa die idealen Lieferanten von Aminosäuren.

Obst und Gemüse versorgen den Körper mit gesunden Nährstoffen und regen teils die körpereigene Produktion von Aminosäuren an. Aprikosen beinhalten viel Tryptophan und wirken sich durch das Vitamin B3 positiv auf den Schlaf, die Konzentration, den Appetit und den Gemütszustand aus. Bananen sind ein reichhaltiges Energiepaket, das dem Körper Vitamin B6, Kalium und Tryptophane liefert. Avocados besitzen eine gesunde Kombination aus ungesättigten Fetten, Aminosäuren, Vitamin B6 und Folsäure. Auch der Spargel zählt zu den Gute-Laune-Machern: Vitamin A, Vitamin C, Vitamin K, Folsäure, Kalium und Mangan unterstützen das Nervensystem und heben den emotionalen Gesamtzustand an.

Ein Smoothie aus Bananen und Avocados verbessert die Stimmung auf natürliche Weise.

Avocados und Bananen sind stimmungsaufhellende Lebensmittel. (c) Sunny Forest/Fotolia

Küchenkräuter und Tees gegen üble Laune

In der Kräuterwelt haben Zitronenmelisse, Rosmarin, Johanniskraut und Borretsch den guten Ruf, stimmungsaufhellend und entspannend zu wirken. Kräuter mit einer feinen Citrus-Note gelten allgemein als wohltuend und belebend. Der Vorteil an den Wildkräutern ist, dass sie sich in nahezu allen Varianten zubereiten lassen – von frischen Teeaufgüssen bis hin zur abrundenden Würze im Abendessen.

> Lesen Sie mehr über die Wirkung von Johanniskraut

Der Mythos „Schokolade macht glücklich“

Schokolade hinterlässt wirklich einen kleinen Glücksmoment. Aber dieser hält nicht lange an. In der Kakaobohne stecken zwar Bausteine des Serotonins, doch der niedrige Kakaogehalt deckt nicht den Bedarf. Was uns beim Schokolade naschen glücklich macht, ist der Belohnungseffekt: Zucker, Fett und Eiweiße liefern enorm viel Energie und aktiviert das Belohnungszentrum in unserem Gehirn. Hinzu kommen positive Erinnerungen, die wir mit leckerer, leicht schmelzender Schokolade verbinden. Verzichten müssen Sie dennoch nicht: Man kann jederzeit ein Stück Schokolade genießen. Nur im Übermaß macht sie nicht glücklich.  

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Speiseplan mit Glücksgefühlen

Die Faustregel gegen Winterdepression ist: Jagen Sie jeden Sonnenstrahl und bewegen Sie sich an der frischen Luft. Bleiben die Tage jedoch grau, kann auch eine leckere, vitalstoffreiche Mahlzeit Ihre Glücksgefühle auf Hochtouren bringt: Ein Quinoasalat mit frischem knackigen Gemüse, Rosmarin und strahlend rotem Granatapfel ist nicht nur gesund, sondern macht bereits beim Anblick gute Laune.

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