Norovirus: Lieber länger zu Hause bleiben

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Norovirus: Lieber länger zu Hause bleiben

Bricht das Magen-Darm-Virus aus, sind die Betroffenen erst einmal völlig außer Gefecht gesetzt. Geht es ihnen dann endlich besser, sollten sie sich dennoch davor hüten, gleich wieder unter Leute zu gehen. Denn: Noroviren sind länger ansteckend, als die meisten denken. Wir erklären, wie lange Sie warten sollten.

Das Norovirus hat in der kalten Jahreszeit Hochsaison. Fast die Hälfte der registrierten Infektionen 2015 fiel auf den Zeitraum zwischen Januar und März. Erkrankte leiden unter Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Klingen die Symptome ab, fühlen sie sich schnell wieder fit und gesund. Dennoch: Umgehend an den Arbeitsplatz zu hetzen, wäre falsch. Lieber zwei weitere Tage zu Hause bleiben, abwarten und Tee trinken, rät die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Gefahr weiterer Ausbreitung verhindern

„Wenn Erkrankte zu früh wieder in Kontakt mit anderen Menschen treten, besteht das Risiko, dass sich die Noroviren weiter ausbreiten“, erklärt Professor Dr. med. Andreas Stallmach vom Universitätsklinikum Jena. Ebenso wichtig für frisch Gesundete ist es, verstärkt auf die Hygiene zu achten. Denn der Köper scheidet die Viren noch ein bis zwei Wochen nach Überstehen der Krankheit aus, erklärt der Experte weiter.

Norovirus

Ein Norovirus ist häufig eine sehr unangenehme Erkrankung. (c) Antonioguillem / Fotolia

Vor den Erregern schützen

Noroviren sind hochansteckend. Im Fall einer Infektion schützt der Kranke andere also am besten, indem er lange genug das Bett hütet. Führt kein Weg am Arztbesuch vorbei, wird eine Voranmeldung in der Praxis oder Klinik empfohlen, weil sich das Virus dort weiter ausbreiten und schwer kranke Patienten zusätzlich schwächen könnte.

Sich selbst schützt man am wirksamsten vor den Viren durch häufiges und sorgfältiges Händewaschen. Dr. Stallmach hält es für ebenso wichtig, Abstand zu Erkrankten zu halten und wenn möglich eine separate Toilette zu benutzen. Schwierig nur, sich daran zu halten, wenn das Norovirus im Familienheim wütet. Bei der Pflege von Kindern oder Partner werden dann Einmalhandschuhe zum besten Freund, beim Waschen von Kleidungsstücken und Handtüchern sowie beim Toilettenputzen. Falls die Viren einen dennoch erwischen, sollte man viel trinken: Verdünnte Säfte, Brühe oder gezuckerter Tee können den Wasserverlust ausgleichen, den die Symptome mit sich bringen.

Norovirus: Extrem widerstandsfähig

Noroviren sind hartnäckig und überleben noch so ambitionierte Putzorgien. Sie sind immun gegen Desinfektionsmittel und überstehen Temperaturen von minus 20 bis plus 60 Grad Celsius. Deshalb können sie ganze Kindergärten, Schulen oder Bürogebäude mühelos lahmlegen. Aber: Eine Kleinigkeit macht die zähen Viren scheinbar doch schwach. Wie Wissenschaftler im Sommer 2015 herausfanden, senkt die im Zitronensaft enthaltene Säure die Infektionsfähigkeit der Noroviren.

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