Gesunder Mann

Orchitis – Entzündung der Hoden

Eine Hodenentzündung ist eher selten, allerdings kann sie zu unangenehmen Konsequenzen führen.

Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an den Hoden sind typische Symptome einer Orchitis. Die schmerzhafte Infektion wird meist durch Viren oder Bakterien ausgelöst und kann im schlimmsten Fall sogar zur Zeugungsunfähigkeit führen. Wir erklären Ihnen, was eine Hodenentzündung genau ist, welche Ursachen und Symptome es gibt und wie sie behandelt werden kann.

Was ist eine Hodenentzündung (Orchitis)?

Die Orchitis, oder auch Didymitis genannt, ist eine akute oder chronische Entzündung der Hoden. Bei jedem dritten Mann betrifft es sogar nicht nur einen, sondern beide Hoden und es liegt fast immer eine akute Entzündung der Hoden vor. Chronische Hodenentzündungen werden durch Erkrankungen wie Tuberkulose, Lepra oder Syphilis ausgelöst und sind in Mitteleuropa eher selten.

Die durch Viren oder Bakterien ausgelöste Entzündung geht oftmals auf das umliegende Gewebe über, sodass sich auch die Nebenhoden (Epididymitis) entzünden. Diese kombinierte Entzündung nennen Mediziner dann Epididymoorchitis. Betroffen sind hauptsächlich junge und erwachsene Männer, die nach der Pubertät an Mumps erkrankten.

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Ursachen einer Hodenentzündung

Ursachen für entzündete Hoden gibt es viele, fast immer sind es jedoch Viren und Bakterien. Bei durch Bakterien verursachte Hodenentzündungen handelt es sich meist um sexuell übertragbare Keime. Diese gelangen über die Blutbahnen der Nebenhoden, der Harnröhre oder der Prostata in die Hoden. Bakteriell bedingte Hodenentzündungen können aber auch durch folgende Erreger ausgelöst werden:

  • A-Streptokokken (Scharlach)
  • Urethritis (Harnröhrenentzündung)
  • Prostatitis (Prostataentzündung)
  • Pneumokokken (Lungenentzündung)
  • Salmonellen
  • Syphilis
  • Gonotthoe (Tripper)

Bei Kindern sind insbesondere Salmonellen und Pneumokokken für eine Hodenentzündung verantwortlich. Wesentlich häufiger wird eine Orchitis jedoch von Viren verursacht:

  • Paramyxoviren (Mumps-Viren)
  • Epstein-Barr-Viren (Pfeifferisches Drüsenfieber)
  • Varizella-Viren (Windpocken)
  • Influenza-Viren (Grippe)
  • LCM-Viren (Hirnhautentzündung)

Ganz selten, aber nicht ausgeschlossen, kann auch eine Verletzung der Hoden durch direkte Gewalteinwirkung wie zum Beispiel ein Tritt oder Schlag, zu einer Entzündung führen.

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Eine Hodenentzündung kann schwerwiegende Folgen haben. (c) Colourbox

Symptome einer Hodenentzündung

Wie in den Ursachen beschrieben, ist häufig eine andere Grunderkrankung der eigentliche Auslöser. Die Beschwerden einer Orchitis treten somit erst einige Tage nach dem Ausbruch der Krankheit ein und machen sich insbesondere durch plötzlich auftretende Schmerzen und Schwellungen an den Hoden bemerkbar. Die Schmerzen können dabei bis in die Leistenregion und den unteren Rücken strahlen.

Des Weiteren kann es zu Rötungen und Überwärmung, starker Überempfindlichkeit der Hoden sowie einer Vergrößerung des Hodensacks kommen. Die Beschwerden klingen jedoch innerhalb von circa einer Woche wieder ab, sofern die Hodenentzündung zügig behandelt wird und keine Komplikationen auftreten.

Wird die Entzündung nicht rechtzeitig behandelt oder verschleppt, kann dies eine verminderte Zeugungsfähigkeit oder sogar eine Zeugungsunfähigkeit zur Folge haben. Die Symptome sollten Sie somit nicht auf die leichte Schulter nehmen und bereits bei den kleinsten Anzeichen einen Arzt kontaktieren.

Wie wird eine Orchitis festgestellt und behandelt?

Neben einer körperlichen Untersuchung gibt vor allem eine Untersuchung des Blutes Aufschluss darüber, welcher Virus oder welche Bakterien die Orchitis ausgelöst haben. Bei Entzündungen ist der Wert an weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Eiweiß im Blut deutlich erhöht.

Die Behandlung einer Orchitis hängt davon ab, ob Viren oder Bakterien der Auslöser waren. Bei virusbedingten Hodenentzündungen soll der Hoden so gut und so oft wie es geht geschont, hochgelagert und gekühlt werden. Um die Schmerzen etwas zu lindern, verschreiben Ärzte meist noch ein schmerz- und entzündungshemmendes Medikament. Wurde die Hodenentzündung durch Bakterien verursacht, werden Antibiotika verabreicht. Sofern keine Komplikationen wie zum Beispiel ein eitriger Abszess entstehen, klingen die Symptome bereits nach wenigen Tagen ab.

Allerdings ist die Funktion der Hoden auch nach überstandener Orchitis erst einige Zeit später wieder vollständig vorhanden. Es können zum Beispiel bis zu mehreren Monaten vergehen, bis die Anzahl und die Qualität der produzierten Spermien des betroffenen Hodens wieder Normalwerte erreichen.

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Hodenentzündung vorbeugen – geht das?

Ja, das geht. Um eine bakterielle Hodeninfektion zu vermeiden, sollten Kondome benutzt werden. Schließlich sind Geschlechtskrankheiten häufigster Auslöser für eine bakterielle Orchitis. Die virusbedingte Entzündung der Hoden kann durch eine Mumps-Impfung im Kindesalter verhindert werden.