Knochen, Muskeln & Gelenke

Osteoporose: Symptome erkennen

Wenn mehr Knochenmasse abgebaut, als neue Knochensubstanz gebildet wird, spricht man von Osteoporose. Die Folge des Ungleichgewichts: Die Knochen werden porös und brechen leichter. Wer die ersten Anzeichen des Knochenschwunds richtig deutet, kann jedoch gut gegensteuern und Beschwerden hinauszögern.

Die Osteoporose oder auch Knochenschwund ist eine chronische Skeletterkrankung, bei der Knochenmasse abgebaut wird. Die Knochen verlieren nach und nach ihre Stabilität, sie werden porös und brüchig. Osteoporose kommt vor allem bei älteren Menschen vor. Seltener trifft sie jüngere Personen. Frauen leiden wesentlich häufiger unter dem Knochenschwund als Männer. Allein in Deutschland lebten schätzungsweise 6,3 Millionen Patienten mit Osteoporose, ergab eine Analyse der Daten von Versicherten der Techniker Krankenkasse (2013). Etwa 885.000 Bundesbürger erkranken jährlich neu am Knochenschwund.

Schleichender Knochenabbau

Die menschlichen Knochen durchlaufen normalerweise ständige Aufbau-, Umbau- und Abbauprozesse. Bis zum 30. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse zu, während der Knochenabbau etwa ab dem 40. Lebensjahr überwiegt. Bei Menschen mit einer Osteoporose nimmt die Knochenmasse schneller ab als es normal wäre. Dieser Prozess verläuft allerdings schleichend und wird darum häufig zu spät erkannt. Sind die Knochen bereits porös und brechen leicht, ist es für vorbeugende Maßnahmen zu spät.

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Osteoporose erkennen

Eine Osteoporose lässt sich anhand der Knochendichte frühzeitig diagnostizieren. Ärzte können dann Therapien gegen den Knochenschwund einleiten, bevor ein Knochen bricht. Bei der Knochendichtemessung (Osteoensitometrie) bestimmen Ärzte den mineralischen Gehalt der Knochensubstanz (Bone Mineral Densitiy, BMD). Daraus wird der sogenannte T-Wert ermittelt. Die Knochendichtemessung arbeitet mit niedrig-dosierten Röntgenstrahlen (DXA-Messung). Gemessen wird die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule, am Oberschenkelknochen und Oberschenkelhals.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine Osteoporose vor, wenn der Knochendichtewert  (T-Wert) um 2,5 Einheiten unter den Mittelwert eines gesunden Menschen der gleichen Altersgruppe gesunken ist.

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Mann, der sich ans Knie langt.

Knieschmerzen können auf eine Osteoporose hindeuten. (c) Colourbox.de

Die WHO unterscheidet vier verschiedene Stadien der Osteoporose:

  • Osteopenie (niedrige Knochenmasse): Die Osteopenie ist eine Vorstufe der Osteoporose, der Mineralgehalt der Knochen ist um einen Wert von 1 bis 2,5 vermindert.
  • Osteoporose: Der Mineralgehalt der Knochen ist um mehr als 2,5 Einheiten vermindert. Der Patient hat aber noch keine Knochenbrüche.
  • Manifeste Osteoporose: Sie liegt vor, wenn der Knochenmineralgehalt um mehr als 2,5 Einheiten vermindert ist. Außerdem sind Knochenbrüche ohne auslösendes Ereignis wie einen Unfall aufgetreten.
  • Fortgeschrittene Osteoporose: Der Mineralgehalt der Knochen liegt um mehr als 2,5 Einheiten unter dem Durchschnittswert; es haben sich mehrere Wirbelkörperfrakturen ereignet.

Osteoporose-Symptome

Erste Osteoporose-Symptome können Rückenschmerzen oder Knieschmerzen sein. Da aber zum Beispiel Rückenschmerzen viele Ursachen haben können, bringen Betroffene sie nicht unbedingt mit Knochenschwund in Verbindung. So schreitet die Osteoporose immer weiter fort.

Weitere Osteoporose-Symptome sind Knochenbrüche, die ohne äußere Einwirkung oder schon bei geringer Krafteinwirkung auftreten, zum Beispiel bei einem Sturz. Am häufigsten brechen die Wirbelkörper und Oberschenkelhalsknochen aufgrund der verringerten Knochendichte. Der Bruch eines Wirbelkörpers muss nicht unbedingt mit starken Schmerzen verbunden sein und kann über viele Jahre unentdeckt bleiben. Doch mit jedem Knochenbruch steigt das Risiko für weitere Brüche.

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Quellen:

DVO Dachverband Osteologie e.V., www.dv-osteologie.org

Hadji, P; Klein, S; Gothe, H; Häussler, B; Kless, T; Schmidt, T; Steinle, T; Verheyen, F; Linder, R. The Epidemiology of Osteoporosis—Bone Evaluation Study (BEST): An Analysis of Routine Health Insurance Data. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(4): 52-7; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0052


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