Gesunde Ernährung

Oxalsäure – Die wenig bekannte Gefahr

Oxalsäure ist eine natürliche Substanz, die in vielen Pflanzen vorkommt. Nehmen Sie zu große Mengen zu sich, können Nierensteine entstehen. Ab einer bestimmten Dosis ist sie sogar tödlich.

Gemüse ist rundum gesund. Steckt es doch voller positiver Inhaltsstoffe, denken viele. Allerdings bergen einige Pflanzen Risiken, beispielsweise Oxalsäure und ihre Salze, die Oxalate. Manche Sorten, darunter Rhabarber, Mangold oder Spinat, enthalten sie von Natur aus. Auch im menschlichen und tierischen Körper kommen diese Substanzen natürlicherweise vor. Sie bilden sich durch Stoffwechselprozesse, hauptsächlich durch den Abbau von Aminosäuren und Ascorbinsäure.

In Ihrem Organismus bauen bestimmte Darmbakterien die Oxalate größtenteils ab. Sie werden über den Darm und die Nieren ausgeschieden. Nehmen Sie zu viel oxalathaltige Lebensmittel zu sich, kann zum einen Ihr Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten, wodurch Ihre Knochen und Herz leiden können. Zum anderen können sich Nieren- und Blasensteine bilden.

Folgende Lebensmittel enthalten Oxalsäure

Der Oxalsäuregehalt von Lebensmitteln schwankt durch verschiedene Faktoren, beispielsweise durch die Erntezeit, den Pflanzenteil, die Zubereitungsart. Die Tabelle zeigt Ihnen Mittelwerte:

Oxalatgehalt in Milligramm pro 100 Gramm

  • Rhabarber, gedünstet (620)
  • Sauerampfer (500)
  • Portulak (1300)
  • Sternfrucht (500)
  • Mangold (600)
  • Spinat (950)
  • Petersilie (170)
  • Kakao (700)
  • Rote Rüben, gekocht (70)
  • Maniok (1260)
  • Tee (100)
  • Pfefferminzblätter (1100)
  • Weizenkleie (450)

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Pfefferminze besitzt verhältnismäßig viel Oxalsäure. (c) nataliazakharova/Fotolia

Die gesundheitlichen Risiken durch die Säure

Mineralstoffräuber: Oxalsäuren binden Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Magnesium aus der Nahrung. Dadurch kann die Darmschleimhaut die Mineralstoffe nur noch eingeschränkt aufnehmen. Wenn Sie beispielsweise an einem Eisenmangel leiden, dann sollten Sie stark oxalsäurehaltige Lebensmittel meiden. Beeinträchtigt Oxalsäure die Kalziumaufnahme, kann das Ihr Osteoporoserisiko erhöhen und in schweren Fällen sogar das Herz schädigen.

Nieren- und Blasensteine: Die Nieren scheiden einen Teil der Oxalsäure wieder aus,  welche Sie über die Nahrung zu sich nehmen. Doch kann sie sich auch an körpereigenes Kalzium binden. Die Calciumoxalat-Kristalle infiltrieren dann die Gefäßwände und verursachen eventuell:

  • Verstopfungen in den Nieren
  • Blutungen und Absterben von Zellen
  • Anurie (verminderte Harnproduktion)
  • Niereninsuffizienz
  • Urämie (Harnvergiftung)
  • Störungen im Elektrolytbereich

Wer zu Nierensteinen (Kalziumoxalatsteine) neigt, der sollte Lebensmittel besser meiden, die viel der Substanz enthalten. Etwa 75 bis 85 Prozent aller Nierensteine bestehen aus Calciumoxalat, nur etwa zehn Prozent dagegen bestehen aus Harnsäure.

Tödliche Dosis: In größeren Mengen genossen, kann Oxalsäure Vergiftungserscheinungen auslösen und sogar tödlich wirken. Dazu bedarf es allerdings einer sehr hohen Dosis von 600 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. In der Literatur wird ein Fall genannt, in dem ein Mann eine Sauerampfersuppe mit 500 Gramm Sauerampfer aß (etwa sechs bis acht Gramm Oxalsäure) und daran starb.

> Nierensteinen vorbeugen – Tipps, die schützen

So können Sie den Oxalsäuregehalt mindern

  • Essen Sie nur die Pflanzenteile, die weniger stark mit Oxalsäure belastet sind, also nur die Stangen des Rhabarbers, aber nicht seine Blätter.
  • Kochen Sie oxalsäurehaltige Gemüse, bevor Sie sie verzehren. Durch den Prozess geht ein Teil der Substanz nämlich ins Kochwasser über. Gießen Sie es dann weg.
  • Genießen Sie Gemüse, das die Säure enthält, zusammen mit kalziumhaltigen Nahrungsmitteln. Bereiten Sie Portulak Salat beispielsweise mit einer Sahnesoße zu oder essen Käse dazu. Dann bindet das Kalzium die Oxalsäure. Trinken Sie aus demselben Grund Tee mit Milch.

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