Beauty & Wellness

Für jedes Gesicht das richtige Peeling

Ein Peeling, auch Rubbelcreme genannt, verspricht glatte, reine Haut. Möglichkeiten, die Haut zu peelen, gibt es dabei viele − und noch mehr Produkte im Regal der Drogerie oder Apotheke. Wir erklären, für wen sich welche Hautrubbler eigenen und worauf Sie bei der Wahl des Produkts achten sollten. 

Straffe, glatte Haut ohne Unreinheiten: Ein Peeling kann eine wirkungsvolle Hilfe sein, dieses Ziel zu erreichen. Wie es das schafft? Kurz gesagt: Ein Peeling hilft der Haut, Ballast abzuwerfen − abgestorbene, verhornte Zellen, die sich auf der obersten Hautschicht (genannt Hornschicht) sammeln. Sie sind harmlos, lassen die Haut jedoch unter Umständen fahl und müde wirken und können – vor allem bei öliger Haut – die Porenausgänge verstopfen und für Mitesser sorgen.

Umgekehrt heißt das: Peelings helfen der Haut dabei, besser auszusehen, weil sie sie glätten und quasi “polieren”. Einige Peeling-Arten regen zudem die natürliche Hauterneuerung und die Durchblutung (Fachbegriff: Mikrozirkulation) an. Dadurch wirkt die Haut rosiger und praller

Man unterscheidet drei große Gruppen von Peeling-Verfahren − je nachdem, welche Methode oder Substanz den Peelingeffekt erzeugt.

Mechanisches Peeling: Abreibung für die Haut

Es klingt fast schon technisch, doch Peelings, die durch Reibung abgestorbene Hautzellen abtragen, werden tatsächlich „mechanische“ Peelings genannt. Für die sanfte Abreibung der Haut sorgen meist winzig kleine Reibekörper, die mit kreisenden Bewegungen auf die feuchte Haut massiert werden und dadurch die alten Zellen der Hornschicht abtragen.

Achtung: Reibekörper aus Aprikosen- oder Olivenkernen oder Peelings mit Salz- oder Zuckerkristallen sind fürs Gesicht zu grob und sollten nur am Körper zum Einsatz kommen. Experten warnen auch vor Peelings mit Meersand, die die empfindliche Gesichtshaut regelrecht zerkratzen können.

Ein guter mechanischer Rubbeleffekt lässt sich auch mit einem (elektrischen) Gesichtsbürstchen oder einem Pad aus natürlicher Luffa-Faser erreichen. Kombiniert mit dem normalen Reinigungsprodukt verhelfen diese mechanischen Peeling-Helfer zu einem frischen Teint.

Vorteile mechanischer Peelings:

  • frei von Nebenwirkungen
  • können sehr gut zuhause angewandt werden
  • regen die Durchblutung an − die Haut wirkt frischer und praller

Nachteile mechanischer Peelings:

  • nicht für Problemhaut geeignet
  • Gewöhnungseffekt und Verhornung der Haut bei zu häufiger Anwendung

Für wen eignen sie sich das mechanische Peeling:

Ein Peeling mit Bürstchen oder Rubbelcreme eignet sich für alle Hauttypen – von trocken bis normal und ölig. Ungeeignet ist es jedoch für Haut, die zu Rosacea neigt. Auch wer unter Akne leidet, sollte diesen Peeling-Typ meiden.

Ein Peeling bringt die Haut zum Strahlen

Das richtige Peeling bringt die Haut zum Strahlen und glättet sie

Darauf sollten Sie außerdem achten:

Nach dem Peeling eine feuchtigkeitsspendende Creme auftragen. Nicht öfter als einmal pro Woche peelen – sonst reagiert die Haut gereizt und verhornt schneller. Kügelchen aus Mikroplastik, wie sie in manchen Peelings stecken, belasten die Umwelt stark. Eine gute Alternative sind Rubbelkörnchen aus natürlichen Wachsen wie Jojoba-Öl.

> Mikroplastik in Kosmetik: Schädlich für die Gesundheit?

Chemische Peelings: gezielter Reiz

Bei diesem Peelingtyp kommen chemische Substanzen – hauptsächlich Fruchtsäuren – zum Einsatz. Sie reizen die Haut gezielt, um verhornte Hautschüppchen zu lösen und gleichzeitig die Neubildung von Zellen in der Tiefe anzuregen. Zudem bringt der kontrollierte chemische Reiz die Durchblutung auf Touren.

In chemischen Peelings für den Hausgebrauch sind die Säuren (vor allem Alpha-Hydroxysäuren) niedrig dosiert, um Hautirritationen zu vermeiden. Peelings mit höher konzentrierten Säuren, die die Haut regelrecht schälen, kann nur der Dermatologe oder die Kosmetikerin richtig einsetzen, da der Umgang mit den Wirkstoffen viel Know-how erfordert.

Vorteile von chemischen Peelings:

  • Haut wirkt rosiger und praller
  • Haut wird geglättet, kleinste Fältchen werden für einige Zeit gemildert

Nachteile von chemischen Peelings:

  • Nebenwirkungen wie Pigmentstörungen, Rötungen oder Vernarbungen sind möglich
  • Zu häufige Anwendung oder zu hohe Dosierung machen die Haut dünner und empfindlicher
  • Hautzustand kann sich unter Umständen verschlechtern

Darauf sollten Sie außerdem achten:

Chemische Peelings reizen die Haut. Das ist gewollt, jedoch antwortet sie darauf häufig mit Rötungen, die zum Teil einige Tage lang anhalten. Intensive chemische Peelings sollten Sie in der dunklen Jahreszeit durchführen lassen, da die Haut danach empfindlicher auf UV-Strahlung reagiert.

Enzympeelings: sanfte Zelllöser

Die Zellen der Hornschicht werden durch Proteine (Eiweiß-Baustoffe) zusammengehalten. Enzyme lockern diese Verbindungen, indem sie die Proteine spalten. Anschließend lässt sich der Zellballast auf der Hautoberfläche einfach abwaschen. Die Enzyme sind meist pflanzlichen Ursprungs (zum Beispiel aus Ananas oder Papaya) und werden für kosmetische Zwecke in Pulverform angeboten.

Kommen sie mit Wasser in Berührung, werden die Enzyme aktiv und entfalten ihre zelllösende Wirkung. Enzympeelings werden daher erst kurz vor dem Gebrauch zu einem sämigen Brei angerührt und dann auf die Haut aufgetragen. Nach einer Einwirkzeit von 10 bis 20 Minuten (Herstellerangabe beachten) wird das Produkt mit lauwarmem Wasser abgespült − samt abgestorbener Hautzellen. Wer den Peelingeffekt noch intensivieren möchte, kann in der letzten Minute der Einwirkzeit mit einem weichen Gesichtsbürstchen nachhelfen.

Vorteile von Enzympeelings:

  • besonders schonender und gleichmäßiger Peeling-Effekt
  • für alle Hauttypen – auch Akne-Haut – geeignet
  • Überreaktion oder Gewöhnung kaum möglich, da das Produkt nur auf der Hautoberfläche wirkt.

Nachteile von Enzympeelings:

  • Durchblutung wird nicht angeregt
  • Hauterneuerung in tieferen Schichten wird nicht angeregt

Darauf sollten Sie außerdem achten:

Kontakt mit Wasser aktiviert die Enyzme sofort. Darum die Packung immer trocken aufbewahren.

Tipps für die Anwendung

Reinigen Sie Ihre Haut, bevor Sie das Peeling auftragen, damit es seine Wirkung optimal entfalten kann. Nach dem Peelen dringen Wirkstoffe besonders gut in die Haut ein – idealer Zeitpunkt für eine Pflegemaske!

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Nach der Rubbelkur ist die Haut aber auch lichtempfindlicher. Wer anfällig ist für Pigmentflecken, sollte anschließend einige Tage lang Cremes verwenden, die die Pigmentierung der Haut bremsen und zusätzlich hohen Sonnenschutz (LSF 35+) auftragen.

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