Blut & Immunsystem

Pflege: Hygiene-Prinzipien, die Sie kennen sollten

Der Großteil der Pflegebedürftigen in Deutschland wird zuhause versorgt. Im Jahr 2015 waren es 73 Prozent. Weil es sich dabei häufig auch um Menschen mit geschwächtem Immunsystem handelt, spielt bei der Pflege Hygiene eine große Rolle. Doch welche konkreten Maßnahmen braucht es im Alltag, hygienisch einwandfrei zu pflegen? Wir nennen die wichtigsten Prinzipien.

Grundsätzlich gilt: Wer kranke oder alte Menschen pflegt, sollte auf die Hygiene achten. Im Krankenhaus oder Pflegeheim bedeutet das regelmäßige Desinfektion. Gilt das auch für das häusliche Umfeld von Pflegebedürftigen? Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät von einer regelmäßigen Desinfektion von Gegenständen im Haushalt grundsätzlich ab: Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen sind als unsichtbare Mitbewohner nicht nur akzeptabel, sondern sogar gewünscht. Der regelmäßige Kontakt mit ihnen stärkt bei gesunden Menschen das Immunsystem.

Davon abgesehen, fördert der unnötige und nicht sachgerechte Einsatz von Desinfektionsmitteln die Entstehung von multiresistenten Keimen, gegen die klassische Antibiotika oder Penicillin machtlos sind.

Pflege: Saubere Hände sind das A und O

Bett, Bettwäsche oder Toilette des Pflegebedürftigen müssen nicht regelmäßig desinfiziert werden. Häufiges Putzen garantiert einen hygienischen Standard, der für Gegenstände ausreicht. Allerdings gilt: Legen Sie besonderes Augenmerk auf die Hände! Bei älteren Menschen und anderen Personen mit einem geschwächten Immunsystem können Mikroorganismen gefährliche Infektionen auslösen.

Am häufigsten werden Viren oder Bakterien über die Hände übertragen – und zwar in beide Richtungen. Saubere Hände sind somit die wichtigsten Schutzmaßnahmen von Pfleger und Patient in der häuslichen Pflege.

>So stärken Sie Ihr Immunsystem

Bild: colourbox.de

So reinigen und desinfizieren Sie Ihre Hände richtig:

  • Gesamte Hand (Handrücken und -fläche) mit Desinfektionsmittel benetzen.
  • Fingerzwischenräume und Fingerspitzen besonders gründlich anfeuchten.
  • Desinfektionsmittel mindestens 30 Sekunden einwirken lassen. Die Haut muss in dieser Zeit feucht bleiben.
  • Danach die Hände an einem sauberen Tuch abtrocknen.
  • Vorgang zwischen verschiedenen Arbeitsabschnitten wiederholen.

In besonderen Fällen Hygiene anpassen

Eine gute Hygiene in der Pflege bedeutet auch: Bei erhöhten Infektionsrisiken, beispielsweise bei Patienten mit Infektionen oder offenen Wunden oder dem Umgang mit Urin oder Kot, müssen Sie die Schutzmaßnahmen anpassen:

  • Tragen Sie einen sauberen Überziehkittel über der Straßenkleidung.
  • Tragen Sie Einmalhandschuhe.
  • Desinfizieren Sie Ihre Hände vor dem Anziehen und nach dem Ausziehen der Handschuhe.

Ansonsten gilt: Sollten Sie selbst eine infektiöse Erkrankung haben, sollte bis zur Heilung die häusliche Pflege möglichst von jemand anderem übernommen werden. Im Zweifel lassen Sie sich von einem Arzt beraten.

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