Knochen, Muskeln & Gelenke

Plantarfasziitis – Schmerzen an der Ferse

Insbesondere Sportler neigen durch Überbeanspruchung zu einer Plantarfasziitis, die fälschlicherweise oft mit einem Fersensporn verwechselt wird.

Schmerzen in der Ferse? Nicht immer ist ein Fersensporn der Auslöser. Es könnte sich auch um eine Plantarfasziitis handeln. Die Entzündung an der Fußsohle ist zwar schmerzhaft, heilt aber nach ein bis zwei Jahren von alleine wieder aus. Mit gezielten Dehnungsübungen können Sie den Heilungsprozess beschleunigen und einer neuen Entzündung vorbeugen.

Welche Ursachen führen zu einer Plantarfasziitis?

Die Plantarfaszie beginnt am Fersenbein und breitet sich dann wie ein Fächer bis zu den Zehen aus. Sie verbindet also die Knochen der Fußwurzeln mit dem Mittelfußknochen und den Zehengrundgelenken. Ihre Aufgabe ist es, die gesamte Mechanik beim Abrollen des Fußes sicherzustellen. Wird die Sehnenplatte übermäßig belastet, kommt es zu einer Reizung, die wiederum häufig in einer Entzündung endet.

Ursachen für eine Plantarfasziitis gibt es viele:

  • Beinlängendifferenz
  • Muskuläre Dysbalancen im Bereich der Hüft-, Rumpf-, LWS- oder Kniegelenksmuskulatur
  • Fehlstellungen des Fußes / der Füße
  • Mangelhaft ausgebildete Fußmuskulatur
  • Adipositas (Fettleibigkeit)
  • Langes Stehen

> Rückenschmerzen durch verkürzten Hüftbeuger

Bei zu hohem Druck laufen Sie Gefahr, dass die Plantarsehne sich zu weit ausdehnt oder sogar einreißt. Solch kleine Mikroverletzungen enden nicht selten in einer Entzündung, was zu einer erheblichen Belastung führen kann. Schließlich spielt die Sehne bei jedem Laufschritt eine entscheidende Rolle.

Plantarfasziitis Symptome

Eine Plantarfasziitis entwickelt sich in den meisten Fällen schleichend und langsam. Oftmals gehen Betroffene erst dann zum Arzt, wenn sich die Symptome deutlich verschlimmert haben oder die Schmerzen ins Unerträgliche gehen. Zu Beginn sind die Schmerzen eher gering und treten bei kleinen Belastungen von „kalten“ Füßen auf – zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen. Sind die Füße später „warm“ weil Sie zum Beispiel beim Sport waren oder einen längeren Spaziergang gemacht haben, lassen die Schmerzen schnell und deutlich nach.

Von Zeit zu Zeit wird der Schmerz jedoch immer intensiver und macht sich sogar bemerkbar, wenn sich der Fuß in Ruhestellung befindet. Der gesamte Prozess zieht sich oftmals über Wochen oder Monate hinweg. Bereits bei den ersten anfänglichen Schmerzen in der Ferse sollten Sie sich von einem Arzt untersuchen lassen. Bei rechtzeitiger Früherkennung ist die Chance hoch, dass aus der leichten Überreizung oder Entzündung keine chronische Plantarfasziitis wird oder sich ein Fersensporn bildet.

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Eine Fußmassage

Eine Fußmassage kann sich positiv auswirken. (c) Colourbox

Wie wird eine Plantarfasziitis behandelt?

Wurde eine Plantarfasziitis diagnostiziert, gibt es verschiedene konservative Behandlungsmethoden:

  • Dehnübungen, LowDye-Taping und Fußmassagen

Mit gezielten Dehnübungen der Faszie, der Wadenmuskulatur sowie der Achillessehne, lassen sich Beschwerden innerhalb von ca. zwei Monaten lindern. Um bei Bewegungen den Druck auf die Plantarsehne zu reduzieren, wird zusätzlich ein Tape-Verband am Fuß angebracht. Eine spezielle Fußmassage entspannt die Muskeln und fördert die Durchblutung.

  • Orthopädische Einlagen

Orthopädische Einlagen (Orthesen) beschleunigen die Heilung. Die weichen Einlegesohlen sorgen in Schuhen dafür, dass der Fuß richtig belastet wird und unterstützen somit die Schmerzlinderung. Betroffene, die vor allem morgens starke Schmerzen haben, können zusätzlich eine Nachtschiene verwenden. Die Schiene bringt das Sprunggelenk in eine Streckstellung und sorgt für Entlastung.

  • Stoßwellentherapie

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) gilt als einer der erfolgversprechendsten aber auch umstrittensten Behandlungsmethoden. Durch die gezielte Behandlung mit Ultraschallstoßwellen kann in kurzer Zeit eine Verbesserung der Bewegung und eine Reduktion der Schmerzen erzielt werden. Die ESWT-Methode ist jedoch bis heute umstritten, da die tatsächliche Wirkung nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann.

> Stoßwellentherapie: Anwendung und Nutzen

Oberste Priorität bei einer Plantarfasziitis ist die Entlastung der Sehne. Legen Sie den Fuß so oft wie möglich hoch und gönnen ihm Ruhe.

Plantarfasziitis vorbeugen – geht das?

Kurz und knapp: Ja, das geht. Mithilfe von Dehn- und Kräftigungsübungen können Sie einer Entzündung der Plantarfaszie vorbeugen. Als sehr effektiv gelten seit geraumer Zeit Übungen, die mithilfe eines Tennisballs oder speziellen Faszienrollen durchgeführt werden. Die Übungen dauern nicht lange und lassen sich bequem in jeden noch so stressigen Alltag integrieren:

  • Fuß dehnen

Wade und Sehne werden gedehnt, indem Sie sich mit den Zehen auf eine Treppenstufe stellen und sich dann langsam nach vorne beugen.

  • Mit den Zehen greifen

Versuchen Sie ein auf dem Boden liegendes Handtuch mit den Zehen zu greifen und aufzuheben. Alternativ können Sie auch versuchen Murmeln mit den Zehen in einen Behälter zu legen.

  • Gegenstand rollen

Rollen Sie mit dem Mittelfuß einen Tennisball, eine Walnuss oder einen Faszienball langsam hin und her.

All diese Übungen trainieren Stabilität, Bewegungsfähigkeit und sensibilisieren die Nerven.  Starkes Übergewicht und langes Stehen sollten Sie generell vermeiden.