Bewegung & Fitness

Plogging – Joggen und dabei die Umwelt schützen

Wenn Sie fit werden und gleichzeitig etwas für die Natur tun wollen, dann ist Plogging der richtige Sport für Sie. Die Idee entstand 2016 in Schweden und verbreitete sich schnell um die halbe Welt.

Falls Sie sich in letzter Zeit gewundert haben über Läufer, die Handschuhe und eine Plastiktüte tragen und sich alle paar Meter bücken: Das sind sogenannte Plogger. Das Kunstwort Plogging bezeichnet einen Fitnesstrend, der ursprünglich aus Schweden stammt. Es setzt sich zusammen aus „plocka“, was auf Schwedisch „aufheben“ heißt und Jogging. Plogging beschreibt einen Sport, bei dem Sie in der Natur laufen und dabei Müll aufsammeln.

So entstand die Initiative

Der schwedische Umweltaktivist Erik Ahlström gilt als Hauptakteur der Laufbewegung. Er störte sich über die großen Mengen Müll, die Schwedens Hauptstadt Stockholm verschandeln. Kurzerhand organisierte er eine Laufgruppe, die gleichzeitig Abfall einsammelte. Schließlich gründete er die Plattform Plogga, über die er Lauftermine organisiert und über die Müllproblematik informiert.

Mittlerweile hat sich der Trend weltweit ausgedehnt. Ob Skandinavien, Chile, USA oder Russland– Ploggerinnen und Plogger von überall veröffentlichen ihre Erlebnisse unter #plogging auf Facebook und Instagram.

Auch in Deutschland breitet sich die Initiative über die sozialen Netzwerke aus. Auf einer interaktiven Plogging-Karte von gruenkoepfe.de und auf Facebook machen Plogging-Gruppen ihre Veranstaltungen öffentlich. Die Gruppe Plogging Cologne beispielsweise zählt mittlerweile mehr als 350 Mitglieder. Dazu gehören Umweltschutzaktivisten, Hausfrauen, Mütter mit Kindern, Studenten und Rentner.

> 10 Tipps gegen schwere Beine beim Laufen

Wie Plogging der Gesundheit hilft

Plogging bringt verschiedene positive Auswirkungen für den Körper und die Psyche:

  • Plogger laufen automatisch langsam und achtsam, denn nur so können sie herumliegenden Abfall überhaupt sehen. Maßvoll zu laufen ist die gesündeste Form. Das zeigt eine Langzeitstudie aus Dänemark. Sie untersuchte, wie sich Jogging auf die Gesundheit auswirkt. Es zeigte sich, dass exzessives und zu schnelles Laufen schadet. Wer jeden Tag wie wild durch den Wald rennt, hat dieselbe hohe Sterblichkeitsrate wie Unbewegliche. Die niedrigste Sterblichkeitsrate verzeichneten die „leichten“ Jogger, gefolgt von den „moderaten“ Läufern.
  • Wenn Sie öfter stehen bleiben und sich bücken, bewegt und dehnt das zahlreiche Rumpfmuskeln. Bauen Sie weitere Übungen ein: Gehen Sie beispielsweise in eine tiefe Kniebeuge, um den Müll aufzuheben. Das kräftigt Beine und Po zusätzlich. Oder führen Sie eine Standwaage aus, wenn Sie nach dem Abfall greifen. Das trainiert Ihr Gleichgewicht. Spannen Sie dazu immer Bauch und Po an. Bauen Sie dazwischen einen kleinen Sprung aus der Hocke ein, das stärkt Ihre Sprungkraft.

> Trailrunning: Im Laufschritt über Stock und Stein

  • Wenn Sie gemeinsam mit anderen laufen, motiviert Sie das, öfter auf Trab zu kommen.
  • Das Zusammensein in einer Gruppe hilft Ihrer Psyche. Es entsteht ein soziales Netzwerk, aber analog, von Angesicht zu Angesicht.
  • Dazu kommt noch das positive Gefühl, dass Sie etwas Gutes für die Gemeinschaft und die Natur getan haben.

Natürlich löst Plogging keine Umweltprobleme. Allerdings laufen die Anhänger des Trends mit gutem Beispiel voran, regen andere zum Umdenken an. Bestenfalls helfen Sie, dass einige Ihrer Mitmenschen Müll vermeiden und nicht achtlos in der Natur abladen.

> Bouldern – eine andere Art des Kletterns