PMS-Depressionen: Seelisches Tief vor den Tagen

Gesunde Frau

PMS-Depressionen: seelisches Tief vor den Tagen

Wenn sich an den Tagen vor den Tagen ein dunkler Vorhang vor die Seele schiebt, kann das ein Symptom von PMS sein. Der Zusammenhang zwischen Psyche und dem weiblichen Zyklus und damit einhergehenden Beschwerden ist seit langem bekannt. Welche Ursachen das Tief vor der Periode hat und was betroffenen Frauen dann hilft. 

PMS-Depressionen treten auf, wenn der weibliche Zyklus in die zweite Hälfte geht. Zwischen Eisprung und dem Einsetzen der Menstruation liegen etwa zehn bis 16 Tage – die sogenannte Lutealphase. Viele Frauen bemerken davon nichts. Bei einigen jedoch treten dann körperliche oder psychische Beschwerden auf, zum Beispiel:

  • Wassereinlagerung im Gewebe
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Durchfall und Krämpfe im Unterbauch
  • Migräne
  • Ängste, Panikattacken oder depressive Verstimmungen

Mit dem Einsetzen der Monatsblutung verschwinden diese Beschwerden wieder. Sind sie stark und kehren sie in jedem Zyklus wieder, spricht man vom Prämenstruellen Syndrom (PMS).

Experten schätzen, dass jede vierte Frau regelmäßig unter PMS-Symptomen leidet. Bei bis zu acht Prozent aller Frauen in Deutschland sind sie so stark, dass ihre Lebensqualität deutlich gemindert ist. Mediziner sprechen dann von „PMDS“ (prämenstruelle dysphorische Störung).

> PMS-Übelkeit: Was sie auslöst, was sie lindert

> Gewichtszunahme bei PMS

Komplexe Ursachen

Was PMS auslöst, ist bis dato unklar. Die Vielzahl möglicher Symptome (etwa 150!) lässt Experten jedoch vermuten, dass ein komplexes Zusammenspiel von unterschiedlichen Faktoren die Erkrankung verursacht.

Innere Faktoren für PMS

Die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone sind Östrogen und Progesteron (auch Gelbkörperhormon genannt). Ihre Konzentration im Körper verändert sich während des Zyklus ständig. Die Produktion von Progesteron steigt zum Beispiel nach dem Eisprung stark an, um dann gegen Ende der Lutealphase wieder abzufallen. Es wird vermutet, dass das Wechselspiel der Zyklus-Hormone die Produktion anderer Hormone und sogenannter Neurotransmitter (Botenstoffe des Nervensystems) beeinflusst. Fehlsteuerungen in diesem komplexen Prozess könnten dann die PMS-Beschwerden verursachen.

Äußere Faktoren für PMS

Es gilt auch als sicher, dass äußere Faktoren PMS-Symptome verstärken. Dazu zählen neben ungesunder Ernährung oder Rauchen auch psychische Probleme und Stress.

Psyche und Zyklus: Ein Wechselspiel

Das seelische Befinden und der Menstruationszyklus − genauer: die hormonellen Veränderungen währenddessen − sind eng miteinander verknüpft. Typischerweise verschlimmern sich die Symptome der PMS-Depresssion in der Woche vor der Periode und lassen schnell nach, sobald die Monatsblutung beginnt.

Das liegt vor allem an dem Neurotransmitter Serotonin, der auch „Glückshormon“ genannt wird. Serotonin bewirkt, dass wir uns gut, ausgeglichen und agil fühlen. Nach dem Eisprung nimmt seine Konzentration im Körper rapide ab. Besteht eine Anfälligkeit für Depressionen, kann die Psyche auf den Abfall des Botenstoffes mit einem Dauertief reagieren. Die Betroffenen fühlen sich innerlich leer, können kaum mehr Freude oder Trauer empfinden und empfinden ihre Lage als hoffnungslos.

Hinzu kommt: Der Spiegel des Hormons Cortisol, das der Körper als Reaktion auf Stress ausschüttet, steigt in den Tagen vor der Menstruation an. Bei manchen Frauen führt das dazu, dass sie in dieser Zeit Stress stärker empfinden und entsprechend intensiv darauf reagieren: Sie sind unruhiger, gereizt oder ängstlicher als sonst. Wer allgemein unter Ängsten leidet, stellt in der Lutealphase häufig eine Verschlimmerung dieses Problems fest.

Das hilft gegen PMS-Depression

Auch wenn noch im Dunkeln liegt, was PMS genau auslöst: Es gibt Therapien, die die Anzeichen der Erkrankung lindern. Betroffene Frauen sollten die Symptome keinesfalls einfach ertragen, sondern ihren Frauenarzt um Rat fragen.

Normalerweise ist der erste Ansatz des Arztes, die PMS-Symptome mit hormonellen Kontrazeptiva − vor allem der “Pille” − zu behandeln. Die Pille greift in den Menstruationszyklus ein und unterdrückt den Eisprung. Die Präparate, die sowohl Progesteron als auch Östrogen enthalten, haben sich bei der Behandlung des prämenstruellen Syndroms besonders bewährt.

Die Verwendung von angstlösenden Medikamenten, Beruhigungsmitteln oder Antidepressiva ist in der Regel die letzte Option. Sie sind nur angezeigt, wenn die Symptome schwerwiegend sind und andere Behandlungsformen versagt haben.

   > Entspannen Sie mit Amazon Music

Selbsthilfe bei PMS-Depressionen

Während einer depressiven Verstimmung sind die geistigen und körperlichen Kraftreserven gering. Betroffene Frauen können sich dann kaum mehr selbst helfen, sondern brauchen Unterstützung von außen – von Freunden, der Familie und vor allem von medizinischen Experten.

Umso wichtiger ist es, einer PMS-Depression vorzubeugen − durch Bewältigungsstrategien, die verhindern, dass sich die Symptome überhaupt einstellen.

Gesunde Ernährung

(c) colourbox

zurück1 von 7weiter

Ernähren Sie sich gesund: 

Sie sollten den ganzen Monat über auf eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung achten, um Ihr Verdauungssystem fit zu halten. Wenn die Verdauung klappt und Sie gut mit Vitaminen und anderen Vitalstoffen versorgt sind, funktioniert auch das Gehirn besser. Dadurch können Sie Stress besser bewältigen, verspüren weniger Angst und sind weniger anfällig für Stimmungstiefs.