Mund & Zähne

Professionelle Zahnreinigung – Gegen Karies und Parodontitis

Zahnärzte empfehlen die Zähne ein- bis zweimal pro Jahr professionell reinigen zu lassen. Erfahren Sie hier, wie sinnvoll die Behandlung wirklich ist.

Tägliches Zähneputzen beugt Karies und Parodontose vor. Um den Schutz jedoch zusätzlich zu erhöhen, empfehlen Krankenversicherungen und Zahnärzte mindestens einmal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung (PZR) vornehmen zu lassen. Wir erklären Ihnen, wie eine PZR abläuft, welche Vor- und Nachteile sie hat und was sie kostet.

Was ist eine professionelle Zahnreinigung und wie läuft diese ab?

Trotz täglichem Zähneputzen und Nutzung von Mundspülung sowie Zahnseide lassen sich nicht alle Ablagerungen entfernen. Zudem sind manche Stellen mit der bloßen Zahnbürste nur schwer zu erreichen, weshalb sich hier besonders gerne Belag sammelt und im Laufe der Zeit zu Zahnstein härtet. Zu den schwer zugänglichen Stellen im Mund zählen zum Beispiel Zahnfleischtaschen, Teile der Zahnzwischenräume sowie Backen- und Weisheitszähne.

Hier muss definitiv ein Profi mit passendem Werkzeug ran. Speziell ausgebildete Dentalhygieniker/innen oder Prophylaxeassistenten können Abhilfe schaffen und Ihr Gebiss wieder strahlend sauber machen. Doch wie läuft eine professionelle Zahnreinigung eigentlich ab? Wir erklären Ihnen die einzelnen Schritte:

1. Plaque-Test

Um Plaque und Zahnstein sichtbar zu machen, werden Ihre Zähne eingefärbt. Hierfür verwenden Zahnärzte eine spezielle Lösung oder Test-Tabletten, die die eventuell vorhandenen Ablagerungen blau oder lila verfärben und somit deutlich zu erkennen sind.

2. Entfernung von harten und weichen Belägen

Da nun durch das Einfärben Ihrer Zähne alle vorhandenen Ablagerungen sichtbar sind, werden auch genau diese im zweiten Schritt entfernt. Die meisten Zahnarztpraxen verfügen inzwischen über moderne Hilfsmittel wie Airflow- und Ultraschallgeräte. Diese entfernen mithilfe eines Pulverstrahls harte Beläge und Abfärbungen durch Kaffee, Tee oder Nikotin schnell und wirksam. Aber auch bewährte Handwerkzeuge wie sogenannte Scaler und Küretten können verwendet werden.

3. Reinigen der Zahnzwischenräume

Um auch Beläge in den Zahnzwischenräumen ordentlich zu entfernen, werden diese mithilfe von Zahnseide und Interdentalbürsten gereinigt. Anschließend werden die Zähne mit Wasser gereinigt und mit Luft getrocknet.

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4. Feinpolitur

Sind alle weichen und harten Beläge von den Zähnen runter, werden diese mit einer speziellen Paste poliert. Dadurch werden auch gleichzeitig freiliegende Zahnhälse sowie feine Risse in den Zähnen versiegelt. Die Zähne fühlen sich danach ganz glatt an.

5. Fluoridierung

Um die Zähne auch nachhaltig vor Karies, Ablagerungen und Mikroorganismen zu schützen, werden sie im letzten Schritt fluoridiert. Das Fluoridgel wird meist mit einem kleinen Pinsel oder einem Schwamm aufgetragen.

Die Dauer einer PZR ist abhängig vom Zustand der Zähne. In den meisten Fällen dauert eine professionelle Zahnreinigung jedoch ungefähr 45 bis 60 Minuten. Zudem ist sie dank modernster Technik weitestgehend schmerzfrei. Lediglich die Reinigung der Zahnfleischtaschen wird von manchen als etwas unangenehm empfunden und kann bei empfindlichem Zahnfleisch auch zu leichten Blutungen führen.

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Die Zähne einer jungen Frau im Vergleich: vor und nach einer professionellen Zahnreinigung.

Vor und nach der professionellen Zahnreinigung. (c) Colourbox

Vor- und Nachteile einer professionellen Zahnreinigung

Ob und wenn ja welche Nachteile eine professionelle Zahnreinigung haben könnte, darüber scheiden sich die Geister. Es gibt jedoch das eine oder andere, was vor einer PZR bedacht werden sollte:

  • Bei falscher Anwendung von Pulverstrahlgeräten kann die Zahnoberfläche beschädigt werden.
  • Plaque bildet sich relativ schnell nach.
  • Bei Patienten die Blut verdünnende Mittel einnehmen, kann es zu Zahnfleischentzündungen oder Verletzungen des Zahnfleisches kommen.
  • Eventuell in den Zahnfleischtaschen sitzende Erreger könnten freigesetzt werden und in die Blutbahn gelangen.
  • Bei Patienten mit einem Herzschrittmacher dürfen Pulverstrahl- und Ultraschallgeräte nicht verwendet werden.
  • Kosten für eine PZR müssen überwiegend selbst getragen werden.

Neben den eventuellen Nachteilen gibt es jedoch deutlich mehr Vorteile:

  • Beugt Karies, Plaque und Parodontitis vor.
  • Schützt das Zahnfleisch vor Entzündungen.
  • Weiche und harte Beläge werden gründlich entfernt.
  • Stellen, an denen die Zahnbürste nur schlecht drankommt, werden gereinigt.
  • Hartnäckige Beläge in den Zahnfleischtaschen oder den Zahnzwischenräumen lassen sich nur über eine PZR entfernen.
  • Verfärbungen können effektiv entfernt werden. Gegen Verfärbungen reicht die Zahnbürste allein nicht aus.

Zahnärzte empfehlen im Übrigen, die PZR bereits ab dem Kindesalter und insbesondere bei Trägern von Zahnspangen durchführen zu lassen.

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Wann sollte eine professionelle Zahnreinigung gemacht werden und wer übernimmt die Kosten?

Eine professionelle Zahnreinigung sollte mindestens einmal pro Jahr durchgeführt werden – Zahnärzte empfehlen oftmals sogar alle 6 Monate. Letzten Endes hängt die Häufigkeit aber auch immer von der Zahngesundheit ab. Menschen, die genetisch bedingt zu vermehrter Bildung von Plaque oder Zahnstein neigen, sollten häufiger zur PZR als diejenigen, die über eine sehr gesunde Mundflora verfügen.

Die Entscheidung eine professionelle Zahnreinigung vornehmen zu lassen, sollte jedoch niemals finanzieller Natur sein – auch, wenn diese aus eigener Tasche gezahlt werden muss. Denn die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine PZR nicht. Es gibt inzwischen jedoch verschiedene Bonussysteme der Krankenversicherer, die eine professionelle Zahnreinigung mit einem Zuschuss belohnt. Abhängig von der Anzahl der Zähne sowie dem „Verschmutzungsgrad“, kostet eine PZR ungefähr zwischen 60 € und 120 €.

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