Gesunder Mann

PSA Wert normal? So deuten Sie die Zahlen

Der PSA-Wert sagt viel darüber aus, wie gesund die Prostata ist. Erhöhte Werte sind aber nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Dennoch fragen sich viele Männer nach einer Messung: Ist mein PSA-Wert normal? Wir klären auf, was es mit den Zahlen auf sich hat, und welche Bedeutung sie für die Krebsfrüherkennung haben.

In den letzten Jahren gab es immer wieder Kritik am sogenannten PSA-Test und den dabei ermittelten Werten. Seine Aussagekraft im Hinblick auf die Krebsfrüherkennung wurde mehrfach infrage gestellt. Doch Urologen sind sich nach wie vor einig: In der Hand von Experten ist der PSA-Test und der PSA-Wert ein hilfreiches Instrument, Prostatakrebs so früh wie möglich zu erkennen.

Prostatakrebs: Prostatakarzinome sind die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland*. Jedes Jahr werden etwa 58.000 Neuerkrankungen diagnostiziert – mit steigender Tendenz.

Was ist PSA eigentlich?

PSA steht für „prostataspezifisches Antigen“. Der komplizierte Begriff bezeichnet ein Enzym (ein Spezial-Eiweiß), das in der Prostata produziert wird. Es sorgt unter anderem dafür, dass das Ejakulat flüssig genug ist.

Im Blut ist PSA beim gesunden Mann nur in sehr geringer Menge vorhanden. Dennoch hat der PSA-Wert des Blutes in der Urologie eine wichtige Signalfunktion: Er sagt viel darüber aus, wie gesund die Prostata ist. Allerdings müssen seine Messungen immer von weiteren Untersuchungen der Prostata flankiert werden, um genaue Aussagen über den Zustand der Vorsteherdrüse zu treffen.

Der PSA-Test

Beim PSA-Test wird durch eine Laboruntersuchung die PSA-Menge im Blut (genauer: im Blutserum) ermittelt. Dies geschieht meist im Rahmen der Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs. Im Zentrum dieser Untersuchungen steht das Abtasten der Prostata, da sich krankhafte Veränderungen ab einem gewissen Stadium auf diese Weise feststellen lassen.

> Prostatabeschwerden vorbeugen: Das kann Mann tun

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten einmal jährlich eine Tastuntersuchung bei Männern ab 45 Jahren. Der PSA-Test muss selbst bezahlt werden (Kosten: etwa 20 Euro).

Um Prostatakrebs bereits im Frühstadium aufzuspüren (das noch nicht ertastet werden kann), raten Experten dazu, den PSA-Wert regelmäßig ermitteln zu lassen – bereits ab 40 Jahren. PSA ist dennoch kein Tumormarker. Das heißt: Für einen erhöhten PSA-Wert kommen noch andere Ursachen infrage als ein Karzinom – nämlich:

  • eine gutartige Vergrößerung der Prostata (dadurch gibt es mehr Zellen, die PSA produzieren)
  • durch Entzündungen der Prostata
  • durch Stauungen oder Störungen bei der Blasenentleerung

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Senior, der sich bei Arzt beraten lässt.

Mediziner sind von der Wichtigkeit des PSA-Tests überzeugt. (c) Colourbox.de

Was sagt der PSA-Wert aus?

Auf die Frage, welcher PSA-Wert normal ist, gibt es keine eindeutige Antwort. Das liegt daran, dass viele innere und äußere Faktoren Einfluss darauf haben, wie viel PSA ins Blut abgegeben und wie schnell es wieder abgebaut wird. Dazu zählen zum Beispiel das Lebensalter und bestimmte Medikamente, aber auch die körperliche und sexuelle Aktivität eines Mannes.

Entscheidend ist der individuelle Basiswert und Veränderungen desselben. Urologen haben diese Handlungsempfehlungen für bestimmte PSA-Werte festgelegt:

  • Unter 2 ng/ml und unauffälliger Tastbefund: Eine erneute Kontrolle nach 2 Jahren genügt.
  • Zwischen 2 und 4 ng/ml und unauffälliger Tastbefund: Die Messung sollte nach einem Jahr wiederholt werden.
  • Höher als 4 ng/ml: Eine Gewebeprobe sollte entnommen werden (Biopsie). Sie kann anzeigen, ob es sich um eine bösartige Veränderung der Zellen handelt. Gleiches gilt, wenn der Grundwert zwar niedriger, aber innerhalb eines Jahres um über 0,75 ng/ml angestiegen ist.
  • Ist der Basiswert hoch und liegen Fälle von Prostatakrebs in der Familie (Vater, Bruder) vor, sollten Tastuntersuchung und PSA-Wert-Messung alle sechs Monate stattfinden.

PSA-Test: sinnvoll oder nicht?

Der PSA-Test erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Prostatakrebs in einem frühen Stadium entdeckt wird und dadurch leichter und schneller geheilt werden kann. Er ist aber kein einfacher und schnell zu interpretierender Wert und das macht ihn angreifbar. Dennoch: Urologen verteidigen den PSA-Test vehement gegen Kritiker. Sie sind davon überzeugt, dass er einer der besten Hinweisgeber auf bösartige Veränderungen der Vorsteherdrüse im Frühstadium ist.

Allerdings sind sie auch der Meinung, dass die Interpretation der Ergebnisse sehr komplex und darum Sache des Experten – sprich: des Urologen – ist. Gleichzeitig fordern sie, dass der PSA-Test nur als ein Baustein der Früherkennung von Prostatakrebs gesehen wird. Er sollte immer von einer Tastuntersuchung und gegebenenfalls einer Biopsie begleitet werden. Ebenso muss er regelmäßig und über einen langen Zeitraum durchgeführt werden, um eine möglichst große Aussagekraft zu haben. Sind alle diese Bedingungen erfüllt, ist er ein wichtiger Beitrag zur Früherkennung von Prostatakrebs.

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*Quelle: Robert Koch Institut, 2105