Hals, Nase & Ohren

Reizhusten? Trockener Husten? Das hilft!

Reizhusten kann quälend sein, vor allem nachts. Hier erfahren Sie mehr über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bei trockenem Reizhusten.

Ein Reizhusten ist ein trockener Husten, der durch eine Reizung oder Entzündung im Hals oder Brustbereich ausgelöst wird. Meist tritt Reizhusten auf, weil der hintere Bereich des Halses oder Rachens gereizt ist oder sich entzündet. Reizhusten kann allerdings auch tiefer in der Brust entstehen. Der Husten wird ausgelöst, um das Gefühl der Reizung zu lindern.

Reizhusten: Das sind die Symptome

Zentrales Merkmal von Reizhusten ist, dass kein Sekret abgehustet wird. Es gibt also keinen Auswurf – der Husten ist, wie der Mediziner es nennt, nicht “produktiv”.

Außerdem können bei Reizhusten auch weitere Symptome auftreten:

  • Halsschmerzen: Das ständige Husten greift das Gewebe im Hals an, das dadurch schmerzt.
  • Muskelschmerzen im Bauch: Husten kann zu einer Zerrung der Bauchmuskulatur führen.

Was sind die Ursachen für Reizhusten?

Ein trockener Reizhusten ist meistens das Ergebnis einer Infektion mit Erkältungs- oder Grippeviren. Ein solcher Husten kann bereits beim Ausbruch der Erkrankung oder – was häufiger der Fall ist – in der Mitte oder gegen Ende der Infektion auftreten. Reizhusten kann jedoch auch durch Luftschadstoffe wie Zigarettenrauch ausgelöst werden.

In den Körper gelangen die Viren hauptsächlich über die Hände. Sie werden in die Nase und den Mund übertragen und wandern dann in den hinteren Bereich des Halses und in die oberen Atemwege (Rachen und Kehlkopf). Wenn das Immunsystem nicht in der Lage ist, die Infektion dort zu besiegen, dringen die Viren in das Gewebe der unteren Atemwege ein und lösen dort eine Entzündung aus, als deren Folge Hustensekret gebildet wird.

Anders bei einer Infektion der oberen Atemwege: Hier werden keine übermäßigen Mengen an Schleim produziert. Allerdings sind die Nerven in diesem Bereich gereizt und lösen so den Hustenreflex aus. Reizhusten kann noch Tage oder Wochen, nachdem die Infektion abgeklungen ist, anhalten.

Daneben kommen noch folgende Ursachen für Reizhusten in Frage:

  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Manche Arzneimittel, beispielsweise Mittel gegen Bluthochdruck, können zu Reizhusten führen.
  • Heuschnupfen: Der Körper reagiert auf den Kontakt mit Pollen, indem er große Mengen des Botenstoffes Histamin freisetzt. Dieser verursacht eine Entzündung der Atemwege, die zu Reizhusten führen kann.
  • Umwelteinflüsse: Luftverschmutzung, Rauch oder kalte Luft können Reizhusten auslösen. Die winzigen Partikel in der Atemluft werden in den Schleimhäuten des Halses festgehalten und lösen dort eine Reizung aus.
  • Psychische Ursachen: Psychogener Husten hat keine körperlichen Ursachen, kann dennoch zu lang andauernden Hustenanfällen führen. Da organische Ursachen fehlen, wird diese Hustenform auch als funktionelle Störung bezeichnet. Bei Stress verstärkt sich der Hustenreiz, nachts bleibt er jedoch aus.

Reizhusten behandeln

Es gibt eine Vielzahl von Mitteln, die die Symptome eines trockenen Reizhustens lindern:

  • Honig beruhigt das Gewebe im hinteren Bereich des Halses.
  • Hustenstillende Mittel mindern den Hustenreiz. Sie können vom Arzt verschrieben oder rezeptfrei in der Apotheke erworben werden.
  • Extrakte aus Fichten- oder Kieferntrieben eignen sich für die Behandlung von Reizhusten, der seinen Ursprung im Halsbereich hat.
  • Wirkstoffe aus Königskerze und Echter Eibisch werden zur Behandlung von Reizhusten eingesetzt, der sowohl im Hals als auch in den tieferliegenden Bereichen der Brust ausgelöst wird.

Kann eine andere Krankheit dahinter stecken?

Ein trockener Reizhusten, der mehr als drei Wochen anhält, kann auf eine andere Erkrankung hindeuten, zum Beispiel auf:

  • Asthma: Bei Asthma handelt es sich um eine chronische Entzündung der Bronchien, die zu hartnäckigem, trockenen Husten führen kann.
  • Herzkrankheiten: Herzprobleme können zur Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge sowie zu hartnäckigem Husten führen, insbesondere nachts.
  • Lungenerkrankungen: Ein hartnäckiger Husten kann auch ein Anzeichen für Lungenerkrankungen sein, unter anderem für Lungenkrebs.
  • Keuchhusten: Hierbei handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die von dem Bakterium Bordetella pertussis verursacht. Sie löst Hustenanfälle aus, bei denen die Betroffenen „keuchend“ nach Luft schnappen.
  • Tuberkulose: Tuberkulose ist eine hoch ansteckende, bakterielle Erkrankung, die in erster Linie die Lungen befällt. In den frühen Stadien führt sie zu einem hartnäckigen, trockenen Husten.

Wann bei Reizhusten der Arzt gefragt ist

Wird der Reizhusten von einer Erkältung oder Grippe verursacht, verschwindet er normalerweise nach ein, zwei Wochen wieder und muss nicht ärztlich überwacht werden. In diesen Fällen sollte jedoch ein Arzt zu Rate gezogen werden:

  • bei Kurzatmigkeit oder Keuchen
  • wenn Blut beim Husten ausgeworfen wird
  • wenn der Betroffene an Asthma leidet
  • wenn der Husten sich nicht innerhalb von drei Wochen bessert
  • wenn Fieber auftritt
  • wenn der Erkrankte sich antriebslos oder müde fühlt
  • wenn der Husten von einem grundlosen Gewichtsverlust begleitet wird