Gesundheits-Tipps

Sandflöhe: Hilfe gegen die Plagegeister am Strand

Auf den Bildern sehen die exotischen Tropenstrände immer perfekt aus: Sonne, Palmen und Meer. Doch das schönste Urlaubsparadies kann zum Alptraum werden, wenn Sandflöhe sich am Strand verstecken und auf einen potenziellen Wirt, sprich Touristen, warten. Lesen Sie hier, wie Sie sich schützen können und was hilft, wenn Sie doch einmal gebissen werden.

Der Sandfloh (lateinisch: Tunga penetrans) lebt im tropischen Afrika und Asien, in der Karibik sowie in Ländern Mittel- und Südamerikas. Vereinzelt kommt er mittlerweile auch am Mittelmeer vor. Wie der Name bereits verrät, bevorzugt der blutsaugende Parasit vor allem sandigen Boden. Vermehrt tritt dieses Insekt in ländlichen Gebieten mit niedrigen Hygienestandards auf.

Ein Sandfloh im Sand, Makrofotografie.

Nur rund 1 Millimeter groß, aber ziemlich lästig: der Sandfloh. (c) Deamorim / iStock

Schutz vor Sandflöhen

Sandflöhe haben gut entwickelte Hinterbeine, mit denen sie fast einen halben Meter hochspringen können. Dementsprechend sollten Urlauber bei einem Strandspaziergang vor allem ihre Füße und Beine schützen. Die einfachste Lösung ist sicherlich, lange Hosen, Socken und feste Schuhe zu tragen. Doch ist das an einem heißen Tag am Strand nicht jedermanns Sache. Wer das nicht möchte, sollte zumindest nicht barfuß laufen, weil die Sandflöhe an der dünnen Haut der Füße besonders leichtes Spiel haben. Beim Sonnenbaden sollten Urlauber zudem eine feste Unterlagen wählen.

Einen effektiven Schutz bieten spezielle Insektenschutzmittel (Repellents) für die Tropen, die Reisende in der lokalen Apotheke kaufen können. Diese Sprays und Lotionen enthalten Wirkstoffe wie Icaridin oder Permethrin, und können auf die Haut und Kleidung aufgetragen werden.

Ein hautfreundliches Hausmittel gegen Sandflöhe ist reines Kokosöl (aus dem Supermarkt oder der Apotheke). Die Tiere mögen die darin enthaltene Laurinsäure nicht und es fällt ihnen schwerer, in die Haut einzudringen. Zum Schutz am Strand einfach das pure Kokosöl großzügig auf alle Körperpartien (besonders Füße und Beine) verteilen, einreiben, und danach wie gewohnt noch Sonnenschutz auftragen. Beides regelmäßig, besonders nach dem Baden, erneuern.

Hat ein Sandfloh die Schutzmaßnahmen doch einmal überwinden können, braucht er meist mehrere Stunden, um tief genug in die Haut einzudringen. Davor ist es oft noch möglich, ihn mit einer intensiven Dusche vom Körper abzuspülen.

Kokosöl schützt vor Sandflöhen.

Kokosöl ist ein bewährtes Hausmittel zum Schutz vor Sandflöhen. (c) Colourbox

Sandfloh-Befall des Menschen

Die weiblichen Sandflöhe sind etwa 1 Millimeter groß und suchen sich gezielt große Säugetiere zur Eiablage aus. Zu diesem Zweck bohrt sich das noch unbefruchtete Weibchen meist unbemerkt in die oberste Hautschicht des Wirts ein. Bei Menschen sind die häufigsten Stellen Nagelränder, Zwischenräume von Zehen und Fußsohlen.

Ein Männchen begattet dann das Weibchen, dessen Hinterteil aus der menschlichen Haut herausragt. Die Eier reifen heran, während der weibliche Sandfloh unter der Haut verweilt und Blut saugt. Dieser Prozess dauert etwa sieben bis zehn Tage, und die Größe des eingedrungenen Sandflohs nimmt auf bis zu einem Zentimeter zu. Im Anschluss werden die Eier vom Weibchen nach außen abgegeben. Das Weibchen dagegen stirbt nach etwa einem Monat ab und wird von der Haut dann als Fremdkörper nach außen abgestoßen.

So erkennen Sie einen Biss

Erst nachdem das Weibchen auf eine Größe von etwa drei Millimeter angewachsen ist, macht sich der Befall durch einen sehr starken Juckreiz bemerkbar, der etwa drei bis vier Wochen anhält. Der Juckreiz ist sehr viel ausgeprägter als ein normaler Insektenstich. Die betroffene Stelle, welche von einem Sandfloh gebissen wurde, schwillt etwa erbsengroß an, sieht aus wie ein weißlicher Knoten und ist im Zentrum schwarz. Dieser schwarze Punkt ist das Hinterteil des Flohs.

Sandflöhe verursachen starken Juckreiz.

Auch wenn’s schwerfällt: An juckenden Bissstellen nicht kratzen. (c) Adam Gregor / Fotolia

Entfernung des Parasiten

Haben Sie einen Befall durch einen Sandfloh festgestellt, so versuchen Sie nicht, diesen selber von der Haut zu lösen. Suchen Sie besser einen Arzt auf, denn sonst ist die Gefahr einer bakteriellen Infektion groß. Nur wenn Sie in einer abgelegenen Region ohne professionelle medizinische Hilfe sind, können Sie versuchen, den Parasiten unter möglichst sterilen Bedingungen zu entfernen. Am besten eignet sich hierfür eine Pinzette. Ärzte in Regionen, wo der Floh beheimatet ist, sind normalerweise erfahren in der Behandlung eines Sandflohbisses und haben die notwendige Ausrüstung sowie geeignete Arzneimittel (zum Beispiel Dimeticon).

Um Infektionen vorzubeugen, verabreichen die Ärzte häufig auch Antibiotika und empfehlen eine Auffrischung der Tetanusschutzimpfung.

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So behandeln Sie den Juckreiz

Zunächst ist es wichtig, dass Sie der Versuchung widerstehen und Sandflohbisse nicht aufkratzen. Sonst können dort Bakterien und andere Mikroorganismen eindringen und Entzündungen verursachen. Wer nicht dagegen geimpft ist, könnte sich womöglich mit dem Erreger des Wundstarrkrampfes (Tetanus) infizieren.

Die betroffene Hautpartie sollte beruhigt und gekühlt werden. Asiatischer Tigerbalsam hilft, den Juckreiz effektiv zu mildern. Zudem ist es hilfreich, eine Apotheke vor Ort aufzusuchen. Oft hat diese bewährte, einheimische Mittel für die Bekämpfung des Juckreizes.

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