Gesundheits-Tipps

Sandmücken: Klein, aber gefährlich

Sie erinnern an klitzekleine Fliegen, sind einzeln kaum sichtbar, absolut lautlos und können tödliche Infektionskrankheiten übertragen – die Rede ist von Sandmücken. Erfahren Sie hier mehr über die Plagegeister.

Ein Angriff der Sandmücke wird im ersten Moment kaum wahrgenommen, da sie nicht sticht, sondern beißt. Erst circa zehn Minuten nach dem Biss ist dieser in Form von starkem Juckreiz zu spüren. Auch wenn es sicherlich schwerfällt, aber das Aufkratzen der Bisse sollte unbedingt vermieden werden. Es verschlimmert den Juckreiz deutlich und die offene Wunde kann sich durch das Eindringen von Bakterien entzünden.

Was ist eine Sandmücke und wie kann ich sie erkennen?

Rein äußerlich betrachtet erinnern Sandmücken eher an harmlose Fruchtfliegen. Sie werden nur circa 1-4 Millimeter groß und haben im Verhältnis zu dem winzigen Körper recht große tiefschwarze Augen und überdimensional große Flügel. Dennoch sehen wir sie kaum, sodass ihre Anwesenheit oftmals unbemerkt bleibt. Hat sich das blutsaugende Insekt auf unserer Haut niedergelassen, beißt es ein klitzekleines Stück Fleisch aus der Haut und nimmt das austretende Blut auf. An folgenden Körperstellen beißt die Sandmücke besonders gerne und häufig zu:

  • Gesicht und Nacken
  • Arme und Beine
  • Knöchel

Im Übrigen sind Sandmücken im Grunde Vegetarier. Allerdings beschleunigt die Aufnahme von Blut bei den Weibchen die Eiablage, weshalb auch nur sie bei Menschen und Tieren zubeißen. Männchen und unbefruchtete Weibchen dagegen ernähren sich ausschließlich von Pflanzensaft. Eine ausgewachsene Sandmücke lebt ungefähr 40 Tage und kann nach jedem Saugen von Blut bis zu 100 Eier ablegen.

Wo kommen Sandmücken vor und wann sind sie aktiv?

Überall in tropischen und subtropischen Ländern, wo die Durchschnittstemperatur dauerhaft bei über 10 °C bleibt, fühlen sich Sandmücken besonders wohl. So zum Beispiel in Asien, Mittel- und Südamerika und dem Mittelmeerraum. Letzterer ist gerade bei uns ein beliebtes Reiseziel, weshalb Vorsicht geboten ist. In manchen Teilen Deutschlands sind die kleinen beißenden Mücken inzwischen auch angekommen, allerdings handelt es sich hierbei um eine Unterart (Phlebotomus mascittii), die nicht besonders gefährlich ist. Mehrmals gesichtet wurde die Sandmücke in Süden und Westen Deutschlands. Aufgrund des Klimawandels gehen Forscher davon aus, dass sie sich auch hierzulande weiter ausbreiten wird.

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Da Sandmücken nicht zu den besten Fliegern zählen, sind sie tagsüber aufgrund von Wind eher weniger aktiv, dafür umso mehr sobald es windstill und die Sonne untergegangen ist. Ziemlich schlau, kann man die Insekten ja tagsüber schon nicht wirklich erkennen. Bei Dunkelheit sehen wir sie gar nicht mehr. Zudem treten sie oftmals gleich in Massen auf und überfallen ihre Opfer am liebsten im Schlaf. Nicht selten werden Betroffene innerhalb von wenigen Minuten bis zu 30 Mal gebissen.

Insektenspray kann dabei helfen, sich vor Sandmücken zu schützen. (c) galitskaya / Fotolia

Warum sind Sandmücken so gefährlich?

Sandmücken gelten als Überträger von schwerwiegenden Infektionskrankheiten wie Phlebotomusfieber, Oroya-Fieber und Leishmaniose. Besonders Leishmaniose wird in Deutschland immer häufiger bei Menschen und Hunden diagnostiziert. Fast immer war eine Sandmücke Ursprung hierfür. Die Erkrankung selbst wird von Leishmanien (winzige Parasiten) verursacht und führt zu heftigem Fieber, schmerzhaften Hautgeschwüren oder verursacht gefährliche Schäden an den inneren Organen. Wird Leishmaniose nicht rechtzeitig erkannt, kann diese tödlich enden.

Wie können Bisse der Sandmücke behandelt werden?

Streng genommen können Sie nach dem Biss durch eine Sandmücke nichts machen, außer Abwarten und unter keinen Umständen kratzen. Ein wirklich effektives Heilmittel gibt es nicht. Um die Schwellung und den zum Teil unerträglichen Juckreiz zumindest ein wenig zu lindern, können Antihistaminika sowie cortisonhaltige Salben helfen.

Solange keine Erreger oder Bakterien in die Bissstelle eingedrungen sind, halten der schmerzhafte Juckreiz und die eventuell gerötete Stelle etwa 3 Tage an. Wenn Sie zum ersten Mal gebissen worden sind oder allergisch auf die Giftstoffe im Speichel der Sandmücke reagieren, können sich auch kleine Blasen und Papeln auf der Haut bilden, die erst nach mehreren Wochen wieder verschwinden. Sollte die Bissstelle nach mehreren Tagen immer noch nicht verheilt sein oder sich eine große nässende Wunde entwickeln, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf. Erfolgt keine rechtzeitige Behandlung, kann dies – wie bereits oben erwähnt – ernsthafte Folgen haben.

Wie schütze ich mich vor Sandmücken?

Einen einhundertprozentigen Schutz gegen Sandmücken gibt es leider nicht. Um jedoch vielleicht nicht ganz so viele Bisse abzubekommen und die kleinen Insekten abzuwehren, können folgende Tipps helfen:

  • Lange Kleidung für eine möglichst flächige Körperbedeckung
  • Kopfnetz
  • Dünnmaschige Fliegengitter an den Fenstern
  • Dünnmaschiges Moskitonetz über dem Bett

Sie können auch herkömmliche Sprays oder Lotion zur Mücken- und Insektenabwehr verwenden. Zusätzlich reiben sich viele Einheimische mit Kokosnussöl ein. Bei den Mücken- und Insektenschutzmitteln für die Haut sollten Sie jedoch darauf achten, dass die Wirkstoffe Icaridin (IR3535) oder Diethyltoamid (Deet) enthalten sind. Diese gelten als besonders wirksam und lang anhaltend. Sandmücken leben im Übrigen vorwiegend in Bodenhöhe von bis zu zwei Metern. Weshalb selbst schon die Übernachtung in den oberen Stockwerken einen gewissen Schutz bietet.

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