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Schadstoffe in Kuscheltieren – auf GS-Prüfsiegel achten

Sie sind weich, flauschig, sehen niedlich aus und werden gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit gerne gekauft: Kuscheltiere. Dabei können Spielzeughasen oder -teddys auch gefährlich sein. Nämlich dann, wenn Schadstoffe in den Kuscheltieren stecken. Wir klären auf!

Die Stiftung Warentest hat schon 2015 rund 30 Spielzeuge für Kinder getestet. Das Ergebnis: Für über zwei Drittel lautet das Urteil “mangelhaft”. Auch heute empfehlen TÜV und Stiftung Warentest Kuscheltiere nur aus bekannten Quellen zu kaufen. Wir zeigen hier, worauf Sie beim Kauf von Kuscheltieren grundsätzlich achten sollten.

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Härtetest für Kuscheltiere

Die Tester untersuchten die Produkte unter den Aspekten Entflammbarkeit, Reißfestigkeit der Nähte und Schadstoffgehalt. Neun der 30 Kuscheltiere waren in Sachen Schadstoffe unbedenklich, 19 Spielzeuge hingegen mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet. Diese Substanzen stehen unter Verdacht, Krebs auszulösen. Dabei steckte der Teufel oft im Detail: Krebserregendes Formaldehyd verbarg sich zum Beispiel in den Füßen eines Pinguins und verbotenes Diethylhex­ylph­thalat (DEHP) in den Flügeln eines Drachens.

DEHP kann die Fort­pflan­zungs­fähig­keit gefährden – ebenso wie das in der Nase eines Teddybären gefundene Diisobutylph­thalat (DIBP). Hinzu kommt, dass drei Produkte nicht den Sicherheitsvorschriften entsprachen: Bei ihnen platzten Nähte auf, die Füllung drohte herauszuquellen. Für Kinder unter drei Jahren, die sich Objekte gerne in den Mund stecken, kann das lebensgefährlich sein.

Schädliche Kohlenwasserstoffe

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe gelangen über Weichmacheröle und Farbstoffe ins künstliche Fell der Kuscheltiere. Bei 13 Kuscheltieren war das als krebserzeugend eingestufte PAK Chrysen nachweisbar. Sieben der geprüften Produkte enthielten eine deutliche Menge des PAK Naphthalin, das ebenfalls unter Verdacht steht, Krebs zu erzeugen.

PAK sind nicht akut giftig, sie schädigen den Organismus jedoch langfristig. Hinzu kommt: Sie sind geruchsneutral und lassen sich auch durch mehrmaliges Waschen nicht entfernen.

Was sagt der Gesetzgeber?

Obwohl einige der von der Stiftung Warentest monierten Schadstoffe als krebserzeugend oder fortpflanzungsgefährdend gelten, lag ihre Dosis noch unterhalb der rechtlich festgesetzten Grenzwerte. Für acht krebserzeugende PAK hat die EU mittlerweile Grenzwerte festgelegt: Seit dem 27. Dezember 2015 dürfen Spielzeuge aus Kunststoff höchs­tens 0,5 Milligramm pro Kilogramm enthalten.

Dem Bundesinstitut für Risiko­be­wertung geht das nicht weit genug: PAK sollten möglichst gar nicht in Spielsachen stecken, fordert die wissenschaftliche Einrichtung. Das Zeichen für geprüfte Sicherheit (GS) erhalten nur Kuscheltiere, deren Höchstwert an PAK unter 0,2 Milligramm pro Kilogramm beträgt.

Kuscheltiere

Kuscheltiere stehen oft viel gemeinsam mit ihren kleinen Besitzern durch. / Colourbox.de

Kuscheltiere kaufen: So gehen Sie auf Nummer sicher

Es ist empfehlenswert, beim Kauf von Kuscheltieren auf folgende Kriterien zu achten:

  • Nähte und Kleinteile sollten sauber genäht sein und keine losen Fäden aufweisen.
  • Das Kuscheltier trägt das Zeichen für Geprüfte Sicherheit (GS).
  • Der Flor des Felles ist kurz – so lösen sich später kaum Härchen.
  • Abstehende Teile des Kuscheltieres wie Beine oder Arme überstehen festes Ziehen oder Reißen unbeschadet.
  • Das Spielzeug besteht aus natürlichen Materialien, wie z.B. Biobaumwolle, die mit Naturfarben behandelt wurde.

Nach dem Kauf gilt: Auch wenn sich PKAs nicht durch Waschen entfernen lassen, sollten Sie das Kuscheltier regelmäßig reinigen, damit Keime keine Chance haben.

 

Quelle: Dezember-Ausgabe von Test
https://www.test.de/Kuscheltiere-Zwei-Drittel-fallen-durch-den-Sicherheits-und-Schadstofftest-4947548-0/