Kopf & Psyche

Schlaflabor – Der Ruhelosigkeit auf der Spur

Im Schlaflabor überwachen Ärzte, wie ein Patient schläft und was seine Nachtruhe stört. So können sie die Ursachen und die passende Behandlung finden.

Im Durchschnitt verschlafen wir Menschen etwa ein Drittel unseres Lebens. Doch nicht alle finden genug Ruhe: Jeder zehnte Deutsche leidet laut des DAK-Gesundheitsreports unter schweren Schlafstörungen (Insomnien). Dazu gehören Ein- und Durchschlafstörungen sowie eine schlechte Schlafqualität. Häufig liegen die Ursachen im Dunkeln. Dann kann der Besuch eines Schlaflabors ratsam sein.

Für welche Patienten kommt das Schlaflabor infrage?

Schlafstörungen betreffen viele Menschen im Lauf ihres Lebens. Sie können Folge besonders fordernder Situationen sein oder Begleiterscheinung einer Krankheit. Meist gehen diese Phasen vorbei und der Schlaf kehrt zurück. Die Untersuchung im Schlaflabor ist sehr aufwendig und entsprechend teuer. Sie ist dann ratsam, wenn die Störung über einen längeren Zeitraum anhalten, die üblichen Therapien, wie beispielsweise eine bessere Schlafhygiene oder auch eine vorübergehende Behandlung mit Medikamenten keinen Erfolg zeigten.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin empfiehlt die Untersuchung im Schlaflabor für folgende Fälle:

  • Wenn schwere Schlafstörungen Ihre Befindlichkeit und Leistungsfähigkeit am Tag deutlich beeinträchtigen.
  • Falls Schlafstörungen Sie plagen, die sich trotz einer Therapie über mehr als ein halbes Jahr nicht bessern.
  • Wenn der Verdacht besteht, dass eine organische Ursache vorliegt, beispielsweise Schlaf-Apnoe, Epilepsie oder das Restless-Legs-Syndrom.
  • Falls sich unerklärliche nächtliche Verhaltensweisen zeigen, beispielsweise sogenannte Parasomnien wie Schlafwandeln oder Zähneknirschen.
  • Wenn Ihr Schlaf-Wachrhythmus gestört ist, etwa durch Schichtarbeit.

Wenn Sie glauben, eine Untersuchung im Schlaflabor könnte Ihnen helfen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, am besten einem Spezialisten für Schlafmedizin.

> Was Sie über Schlafstörungen wissen sollten

Was ist ein Schlaflabor?

Bei Schlaflaboren handelt es sich meistens um Abteilungen eines Krankenhauses oder um Untersuchungsbetten eines niedergelassenen Arztes in einem Krankenhaus. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin listet 310 anerkannte Schlaflabore in Deutschland.

Bestenfalls herrscht eine freundliche und gemütliche Atmosphäre. Als Patient bekommen Sie dort ein Einzelzimmer. Die technische Zentrale liegt in einem separaten Raum, wo sich auch das schlafmedizinische Personal aufhält.

Warum träumen wir?

Im Schlaflabor werden mehrere Körperfunktionen zugleich gemessen. (c)  RioPatuca Images / Fotolia

Was passiert im Schlaflabor?

Die Untersuchung erfolgt nachts, meistens an zwei bis vier Nächten hintereinander. Die Ärzte führen eine kardiorespiratorische Polysomnographie durch, das heißt, sie messen verschiedene Ihrer Körperfunktionen, während Sie schlafen. Dafür kleben Sie Ihnen spezielle Elektroden auf die Haut im Gesicht und am Körper. Außerdem tragen Sie Gurte mit Dehnungssensoren um den Brustkorb und den Bauch, die festhalten, wie Brust und Bauch sich heben und senken.

Die Sensoren erfassen:

  • Gehirntätigkeit
  • Atmung
  • Herztätigkeit
  • Augenbewegung
  • Sauerstoffsättigung des Bluts
  • Bewegungen im Schlaf
  • Schnarchen
  • Muskelaktivität

In manchen Fällen erstellen die Ärzte Videoaufzeichnungen, wenn die Patienten es erlauben.

> Warum träumen wir?

Die Ergebnisse der Untersuchung

Im Lauf der Nacht haben die Experten eine Vielzahl von Daten erhoben. 800 Seiten mit verschiedenen Kurven und Signalen (z. B. Hirnströme, Muskelaktivität, Augenbewegung) sind keine Seltenheit.

Die im Labor aufgezeichneten Körperfunktionen informieren darüber,

  • wie lange es dauert, bis Sie einschlafen.
  • welche Schlafstadien (Leichtschlaf, Tief- oder Traumschlaf) stattfinden.
  • wann Sie zwischendurch aufwachen.

Die Auswertung und Interpretation dauern meist ein paar Tage. Aus diesen Daten können die Experten Ihre Schlafqualität beurteilen, eine vorliegende Schlafstörung erkennen und Rückschlüsse auf deren Ursachen ziehen. Danach kann der Schlafmediziner anhand der Ergebnisse eine geeignete Therapie empfehlen. Bestenfalls können Sie danach wieder erholsam durchschlafen.