Kopf & Psyche

Schlaganfall-Symptome erkennen, Leben retten

Ein Schlaganfall kommt oft aus heiterem Himmel. Weil die Folgen der Funktionsstörung im Gehirn schwerwiegend sein können, ist Früherkennung enorm wichtig. Nur wer weiß, worauf es dabei ankommt, kann optimal helfen. Wir erklären, auf welche Schlaganfall-Symptome Sie achten sollten und wie Sie im Ernstfall handeln müssen.

Klar, der Satz “Mich trifft der Schlag!” ist nur eine Redensart. Denn wer das behauptet, hat mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Schlaganfall – schließlich kann er noch sprechen. Wer einen Schlaganfall hat, kann das nicht. Sein Gehirn wird von jetzt auf gleich zum Störfall. Der Verlust der Sprache ist dann eines der Schlaganfall-Symptome.

Was ist ein Schlaganfall?

Werden seine Regionen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, herrscht Alarm im Hirn und es funktioniert nur noch eingeschränkt. Hält diese Funktionsstörung länger als 24 Stunden an, spricht man von einem Schlaganfall. Ursache ist meist der Verschluss eines Blutgefäßes, seltener eine Blutung im Gehirn. Dauert die Unterversorgung mit Blut so lange an, dass Hirnzellen absterben, ist das betroffene Gewebe unwiederbringlich geschädigt.

Symptome nicht immer eindeutig

Was den Schlaganfall so tückisch macht: Die Symptome können sehr unterschiedlich sein – je nachdem, welches Hirnareal betroffen ist. Außerdem können sie plötzlich und ohne Vorwarnung auftreten.

Typisches Anzeichen eines Schlaganfalls ist die Lähmung einer Gesichtshälfte – erkennbar zum Beispiel an einem hängenden Mundwinkel oder einem hängenden Augenlid. Auch die Lähmung einer Körperhälfte (Halbseitenlähmung) ist ein typisches Indiz. Betroffene können dann zum Beispiel auf einmal einen Arm nicht mehr heben.

Außerdem kommen als Schlaganfall-Symptome folgende Anzeichen in Frage:

  • Sprachstörungen
  • Schluckbeschwerden
  • plötzliche Erblindung auf einem Auge
  • Sehen von Doppelbildern
  • Gleichgewichtsstörungen und Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kreislaufstörungen
  • starke Kopfschmerzen
Schlaganfall: Ein alter Mann und seine Enkelin

Männer über 60 Jahren haben ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. (c) Colourbox

Häufig fallen den Angehörigen die Symptome eher auf als dem Betroffenen selbst. Treten als Folge des Schlaganfalls Übelkeit oder Kopfschmerzen auf, werden sie häufig fehlgedeutet und als allgemeines Unwohlsein interpretiert.

Schlaganfall-Symptome: Machen Sie den Test!

Wenn der Partner plötzlich Probleme beim Sprechen hat – muss das gleich einen Schlaganfall bedeuten? Nein, aber je mehr Risikofaktoren auf ihn zutreffen (zum Beispiel Bluthochdruck oder hohes Alter), desto ernster sollten Sie mögliche Anzeichen nehmen und sofort den sogenannten FAST-Test anwenden. Die Buchstabenfolge “FAST” steht für:

  • F wie englisch “Face” (Gesicht): Bitten Sie den möglicherweise Betroffenen zu lächeln. Sind die Mundwinkel dabei nicht auf gleicher Höhe, sondern einseitig verzogen, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • A wie englisch “Arms” (Arme): Fordern Sie die Person auf, beide Arme zu heben und dann die Handinnenflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung ist dies nicht möglich.
  • S wie englisch “Speech” (Sprache): Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Fällt ihr das schwer oder ist die Aussprache undeutlich, liegt eine Sprachstörung vor.
  • T wie englisch “Time” (Zeit): Verlieren Sie keine Zeit und wählen Sie den Notruf unter der Telefonnummer 112.

Grundsätzlich gilt: Gehen Sie bei den ersten Anzeichen oder einem ersten Verdacht auf Schlaganfall davon aus, dass ein lebensbedrohlicher Notfall vorliegt. Steht fest, dass die Symptome durch einen Schlaganfall verursacht werden, ist es für die Akutbehandlung enorm hilfreich, wenn Sie sich als Betroffener oder Angehöriger erinnern können, wann genau die ersten Anzeichen auftraten. Diese Information hilft den Ärzten, zu entscheiden, welche Behandlung die richtige ist.

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Das ist zu tun im Notfall

Nachdem der Notruf abgesetzt ist, können Sie sich um den Betroffenen kümmern. Dabei sollten Sie Folgendes beachten:

  • Geben Sie ihm nichts zu essen oder zu trinken. Durch die Funktionsstörung des Gehirns ist häufig der Schluckreflex gestört.
  • Achten Sie darauf, dass seine Atemwege frei sind und entfernen Sie im Zweifelsfall Zahnprotesen.
  • Ist die Person bewusstlos, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.
  • Kontrollieren Sie laufend Atmung und Puls. Falls diese Funktionen aussetzen, beginnen Sie sofort mit einer Herz-Druck-Massage.
  • Merken Sie sich, wann die ersten Symptome auftraten und geben Sie diese Information an den Notarzt weiter.

Zeit ist wichtigster Faktor

Bei einem Verdacht auf Schlanganfall heißt es sofort handeln. Wer abwartet und hofft, die Symptome würden von selbst nachlassen, vertut wertvolle Zeit. Das kann dazu führen, dass aus einem leichten ein schwerer Schlaganfall wird. Je eher ein Betroffener im Krankenhaus versorgt wird, desto besser. Schon wenige Minuten entscheiden über Überlebensschancen oder die Lebensqualität nach der Genesung.