Schlechte Leberwerte – das kann dahinterstecken

Blut & Immunsystem

Schlechte Leberwerte – das kann dahinterstecken

Schlechte Leberwerte können viele verschiedene Gründe haben. Umso wichtiger ist ist ein regelmäßiger Bluttest, um Leberkrankheiten frühzeitig zu erkennen. Wir erklären Ihnen mögliche Ursachen und wie die Heilungschancen aussehen.

Erhöhte Leberwerte können auf eine beschädigte, erkrankte oder überlastete Leber hindeuten. Häufigste Ursache ist meist eine zu fettige Ernährung und ein erhöhter Alkoholkonsum. Da die Leber aber über einen langen Zeitraum keine Schmerzen oder andere Symptome verursacht, gibt sie im Falle einer Erkrankung auch keine frühzeitigen Warnzeichen ab. Mit ein Grund dafür, dass Erkrankungen der Leber oft erst sehr spät erkannt werden. Aus diesem Grund werden die Leberwerte bei routinemäßigen Blutuntersuchungen genauestens geprüft, sodass eine mögliche Erkrankung oder Beschädigung möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden kann.

Ursachen für schlechte Leberwerte

Die Liste für mögliche Ursachen ist lang. Häufige Auslöser für erhöhte Leberwerte sind:

  • Fettleber (durch Alkohol, Ernährung, Stress, Übergewicht oder Medikamente)
  • Entzündungen der Gallenwege (z.B. Gallensteine)
  • Akute oder chronische Hepatitis (Leberentzündung)
  • Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
  • Diabetes
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Vergiftungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Leberzirrhose
  • Lebertumor
  • Stauungsleber
  • Zystische Fibrose (Mukoviszidose)

Zu beachten ist, dass schlechte Leberwerte nicht immer von der Leber direkt ausgehen müssen. Denn starkes körperliches Training, eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Tuberkulose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen ebenfalls eine Erhöhung der Leberwerte.

Die durch den Bluttest festgestellten Werte geben somit zwar erste Hinweise darauf, dass etwas nicht stimmt, nicht jedoch wo die eigentliche Ursache liegt. Ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt und dementsprechende Folgeuntersuchungen sind wichtig, um den Ursprung für die zu hohen Werte ausfindig machen zu können.

"Blut-abnahme" rot in Kalender geschrieben.

Bei einer Blutuntersuchung kann eine Lebererkrankung erkannt werden. (c) ghazii/Fotolia

Wann gelten Leberwerte als erhöht?

Nach der Blutabnahme misst ein Labor verschiedene Eiweiße (Enzyme) im Blutserum, die von der Leber produziert werden. Dabei gelten für Erwachsene folgende Werte als normal:

  • Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT): Frauen <35, Männer <50
  • Glutamat-Oxalacetat (GOT): Frauen <35, Männer <50
  • Gamma-Glutamyl-Transferase (GGT): Frauen <40, Männer <60
  • Alkalische Phosphatase (AP): Frauen <35-105, Männer <40-130

Je nachdem welches der Enzyme einen erhöhten Wert aufweist, können Mediziner bereits mögliche Ursachen erkennen. Der GPT-Wert zum Beispiel deutet auf eine Schädigung der Leber hin, während ein erhöhter GGT-Wert durch chronischen Alkoholkonsum oder Gallensteine verursacht wird.

Ein weiterer wichtiger Wert um Erkrankungen der Leber feststellen zu können, ist der Gallenfarbstoff Bilirubin. Dieser entsteht beim Abbau des Blutfarbstoffes Hämoglobin. Diverse Erkrankungen der Leber, des Blutes oder der Galle lassen den Bilirubinwert im Blut ansteigen. Lagert sich der Gallenfarbstoff dann im Gewebe ab, kommt es zu einer gelblichen Verfärbung der Haut und der Schleimhäute – die sogenannte Gelbsucht (Ikterus).

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Leberwerte senken – aber wie?

Bei erhöhten Leberwerten ist eine schnelle aber schonende Behandlung wichtig. Je nachdem welche Ursache für die schlechten Leberwerte verantwortlich ist, kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden in Betracht. Sind Gallensteine die Ursache, ist eine operative Entfernung der Steine meist unumgänglich.

Bei einer Fettleber kommen in der Regel keine oder nur selten Medikamente zum Einsatz, denn hier kann durch eine Ernährungsumstellung sowie den Verzicht auf fettreiche Lebensmittel und Alkohol eine Besserung erzielt werden. Bis sich eine Fettleber jedoch halbwegs wieder regeneriert bzw. entgiftet hat, vergehen nicht selten mehr als sechs Monate. Leberentzündungen lassen sich gut mit Medikamenten oder Antibiotika behandeln.

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Kann man erhöhten Leberwerten vorbeugen?

Um erhöhte Leberwerte zu verhindern, sollten Sie auf alles verzichten, was der Leber schaden kann. Nehmen Sie beispielsweise Medikamente nur dann ein, wenn es wirklich notwendig ist bzw. ein Arzt Ihnen diese verordnet hat. Tierische Fette, Zucker und Alkohol mag unsere Leber überhaupt nicht, weshalb Sie nach Möglichkeit gänzlich darauf verzichten oder nur in geringem Maße zu sich nehmen sollten.

>Schmerzmittel und Alkohol: Gefährliche Mischung

Gemüse, Kräuter oder Gewürze die Bitterstoffe enthalten, können die Leber auf eine schonende und gesunde Art anregen und erhöhten Leberwerten vorbeugen. Hierzu gehören beispielsweise Radicchio oder Endivien, Wermut, Löwenzahn, Artischocken, Brokkoli, Spinat, Rosenkohl, Sesam und vieles mehr. Auch dunkle Schokolade besitzt viele Bitterstoffe und entlastet die Leber.

Im Übrigen schränken wir die Leistungsfähigkeit der Leber ein, wenn wir zu wenig trinken und zu schnell essen.

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