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Schnelle Hilfe bei Sonnenbrand

Es ist schnell passiert. Einfach in der Sonne eingeschlafen oder die Freizeit in der Natur beim Wandern oder am Meer genossen. Wer sich an heißen Sommertagen nicht richtig vor den Sonnenstrahlen schützt, riskiert schnell einen Sonnenbrand. Ist der Ernstfall eingetreten, sollten Sie die richten Sofortmaßnahmen ergreifen. Hier kommt die erste Hilfe bei Sonnenbrand.

Die Haut ist gerötet, juckt, spannt oder brennt: Anzeichen für einen Sonnenbrand und dafür, dass Sie sich zu lange in der Sonne aufgehalten oder die falsche Sonnencreme benutzt haben. Doch manchmal bemerken wir gar nicht, wie stark die Sonne ist. Und dann ist es auch schon zu spät.

Doch was ist eigentlich genau ein Sonnenbrand? Zunächst stellt ein Sonnenbrand eine akute Entzündung der Haut dar, die durch eine übermäßige UV-Bestrahlung durch die Sonne ausgelöst wird. Die Stärke des Sonnenbrandes wird in drei Kategorien unterteilt. Grad 1 ist ein leichter Sonnenbrand mit geröteten, gespannten und überwärmten Hautstellen. Beim Grad 2 setzt eine Blasenbildung ein, die Haut schält sich im Heilungsverlauf. Grad 3 kommt einer schweren Verbrennung gleich. Die obersten Hautschichten sind zerstört und lösen sich ab, auch Narben können zurückbleiben.

Bei einem Sonnenbrand handelt es sich in der Regel um eine Verbrennung ersten Grades. Diese können Sie selbst behandeln. Geht Ihr Sonnenbrand aber in Richtung Verbrennung ist der Besuch beim Arzt empfehlenswert.

Erste Hilfe für bei leichtem Sonnenbrand

Haben Sie einen Sonnenbrand bekommen, so gibt es einige Tipps, um den Schaden so gering wie möglich zu halten und den Heilungsprozess zu unterstützen.

Sonnenschutz: Raus aus der Sonne

Zuerst gilt: Raus aus der Sonne und ab in den Schatten! Das ist immer noch die beste Hilfe bei Sonnenbrand. Denn noch mehr Sonne kann die Haut jetzt nicht vertragen. Generell sollten Sie mindestens eine Woche auf einen weiteren Aufenthalt in der Sonne verzichten, um Ihre Haut vor zusätzlichen Schäden zu schützen.

Kühlung von Innen: Viel trinken

Um die verlorene Flüssigkeit durch die heiße Sonne auszugleichen, sollten Sie bei einem Sonnenbrand viel trinken. Durch die Flüssigkeitsaufnahme verbessern Sie zudem den Regenerationsprozess der Haut und bringen Ihren Kreislauf wieder auf Touren. Wasser, kühler Tee oder Fruchtsaftschorlen eignen sich hervorragend, um dem Körper die Flüssigkeit zuzuführen, die er so dringend benötigt.

Kalte Umschläge für verbrannte Haut

Großmutters Tipp, bei Sonnenbrand kalte Wickel zu machen, ist heute immer noch genauso wirksam wie damals. Kalte Umschläge kühlen die Haut und versorgen sie mit Feuchtigkeit. Am besten helfen in kaltes Wasser getränkte Leinentücher. Sobald die Tücher warm werden, müssen sie erneut in kaltem Wasser getränkt werden. Die Prozedur sollte ein bis zwei Stunden andauern. Eine schattige Ecke im Pool eignet sich übrigens auch, um den Körper abzukühlen. Tipp: Thermalwasser in Form eines Sprays kühlt nicht nur die Haut, sondern wirkt auch entzündungshemmend. Umschläge aus kaltem Quark (Quarkwickel) kühlen die Haut ebenfalls. Die darin enthaltene Milchsäure stabilisiert das Hautmilieu.

Hilfe durch Après-Sun-Produkte

Gerötete Stellen können Sie mit einem Après-Sun-Produkt behandeln. Es kühlt und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit. Besonders wirksam sind Gel-Produkte aus Aloe Vera. Da das Gel der Pflanze zu rund 90 Prozent aus Wasser besteht, verdunstet es schnell auf der Haut und kühlt deswegen extrem gut. Außerdem fördert es aufgrund seiner Inhaltsstoffe die Regeneration der Haut und das Wachstum neuer Zellen. Bewahren Sie das Gel am besten im Kühlschrank auf. So können Sie den Effekt noch steigern.

Wer die Pflanze selbst zur Hand hat, sollte ein Stück davon abschneiden und den herausfließenden Saft auf die durch den Sonnenbrand entzündete Hautpartie auftragen. Dies hat einerseits einen kühlenden Effekt, anderseits ist der Aloe Vera Saft entzündungshemmend.

Aloe Vera als Blatt und Gel

Aloe Vera beruhigt die Haut und spendet Feuchtigkeit. (c) colourbox.de

Tipp: Verwenden Sie zur After-Sun-Behandlung keine fetthaltigen Cremes. Diese lassen die Haut nicht atmen und es besteht Gefahr von Hitzestau und einer Überhitzung des Körpers.

Auch Gel aus Arnika kühlt und wirkt der Entzündung entgegen. Zudem steigert es die Durchblutung der Haut und beschleunigt damit deren Heilung.

Hilfe aus der Apotheke: Schmerzen bei Sonnenbrand stillen

Sollte Ihre Haut zusätzlich zur Rötung schmerzen, können Sie ein Schmerzmittel z. B. Ibuprofen einnehmen, dessen Wirkstoff außer schmerzstillenden auch entzündungshemmende Eigenschaften hat.

Wirkstoffhaltige Cremes

Auch aus der Apotheke gibt es einige Mittel, welche die Beschwerden bei Sonnenbränden abschwächen und den Heilungsprozess unterstützen. So sind schmerzlindernde, kühlende Cremes und Lotionen zu empfehlen, die Dexpanthenol enthalten und so die Wundheilung beschleunigen. Wenn die Haut extrem brennt und juckt oder der Sonnenbrand mit einem Ausschlag einhergeht, hilft eine entzündungshemmende Creme mit Hydrocortison (rezeptfrei erhältlich).

Achtung: Bei extremen Schmerzen, starken Rötungen, Blasen oder Hautablösungen sollten Sie umgehend zum Arzt. Das gilt auch für Kleinkinder mit Sonnenbrand. Wenn Sie nach zu viel Sonne unter Übelkeit, Erbrechen, Schüttelfrost, Fieber oder einem steifen Nacken leiden, kann das auf einen Hitzschlag oder Sonnenstich hindeuten. Auch dann sollten Sie umgehend zum Arzt.

Vorsicht auch bei der Einnahme von Mitteln mit Johanniskraut oder bestimmten Antibiotika. Diese können die Lichtsensibilität der Haut und somit das Sonnenbrandrisiko noch verstärken.

Risiko Hautkrebs!

Unsere Haut merkt sich jeden Schaden. Je heller Ihre Haut, desto größer die Gefahr, einen Sonnenbrand zu riskieren und Spätfolgen wie Falten, vergrößerte Poren und Mitesser oder – im schlimmsten Fall – Hautkrebs zu bekommen. Durch die Strahlen kann sich die DNA der Hautzellen verändern und es können sich Tumore bilden. Als besonders gefährlich gelten Sonnenbrände im Kindesalter.

Sonnenschutz: Die richtige Vorsorge beinhaltet…

  • richtige Kleidung (gegebenenfalls UV-Kleidung, lange Hosenbeine und Ärmel sowie ein Hut).
  • guten Sonnenschutz (Sonnencreme mit dem auf Ihre Haut abgestimmten UV-Faktor).
  • Meiden der Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr.
  • Halbschatten statt pralle Sonne.

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