Schon gewusst?

Schon gewusst? Beim Küssen werden 80 Millionen Bakterien übertragen

Küssen ist unglaublich romantisch und ein großer Liebesbeweis? Tatsächlich wandern beim Küssen 80 Millionen Bakterien von einem Mund zum anderen. Die instinktive Reaktion vieler Kinder: „Igitt, die küssen sich!“ bekommt da eine ganz andere Dimension. Aber sind die Bakterien auch gefährlich? Wir klären auf!

Studien haben gezeigt, dass beim Küssen rund 80 Millionen Bakterien übertragen werden. Das klingt erst einmal sehr eklig, doch Sie können beruhigt weiterknutschen: Das Küssen stärkt das Immunsystem.

Im Mund leben viele Bakterien

Wir machen es uns oft nicht bewusst, aber in unserem gesamten Körper wimmelt es nur so von Kleinstlebewesen, den sogenannten Mikroben. Und das sind so viele, dass sie kaum zu zählen sind: Schätzungen zufolge befinden sich rund 100 Milliarden Bakterien und andere Mikroorganismen in unserem Körper.

Diese Mikroben sind nicht etwa schädlich, sondern leisten wertvolle Arbeit: Sie stärken das Immunsystem, indem sie Krankheitserreger im Darm, auf der Haut und an den Schleimhäuten bekämpfen. Auch bei der Verdauung und beim Stoffwechsel übernehmen die Mikroben wichtige Aufgaben.

Im Mund leben besonders viele verschiedene Bakterienarten. Sie helfen, die Nahrung aufzuspalten, damit sie in Magen und Darm später besser verwertet und verdaut werden kann. Außerdem wehren diese “guten” Bakterien Keime und Krankheitserreger ab.

Küssen stärkt das Immunsystem

Das Küssen ist oft die erste körperliche Annäherung zwischen zwei Menschen. Durch einen Zungenkuss finden viele Bakterien ihren Weg in einen anderen Mund. Das klingt eklig, ist aber gesund: Je vielfältiger die Mikroben im Mundbereich sind, desto besser wird das Immunsystem gestärkt. Und ist das Immunsystem intakt, wirkt sich das wiederum auf das gesamte Befinden aus. In einem Satz: Wer viel knutscht, fühlt sich gesünder.

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Küssen ist also nicht nur ein äußerst angenehmer Zeitvertreib, sondern auch gut für die Gesundheit, denn je mehr Bakterien ausgetauscht werden, desto mehr fördert man das eigene Wohlbefinden (und das seines Partners). Studien haben sogar gezeigt, dass Langzeitpärchen oftmals ein ähnliches Bakterienprofil in der Mundflora aufweisen – durch den regelmäßigen Austausch.

Küssen

Karies ist durch das Küssen übertragbar. (c) Irina84 / Fotolia

Eltern stecken ihre Kinder häufig mit Karies an

Bei so vielen Bakterien kommt dennoch die Frage auf, ob durch das Küssen auch Karies übertragen werden kann. Schließlich handelt es sich dabei ebenfalls um Bakterien, und zwar um solche, die den Zahnschmelz angreifen. Doch bei Erwachsenen gibt es da nur wenig Bedenken. Bei regelmäßiger Zahnhygiene und einem intakten Immunsystem besteht kaum Ansteckungsgefahr durchs Küssen.

Anders ist es bei Kleinkindern. Babys werden oft mit Kariesbakterien angesteckt, weil sie von ihren Eltern auf den Mund geküsst werden. Auch durch das Abschlecken eines Schnullers wird oft der Speichel eines Erwachsenen an ein Kleinkind weitergegeben – und somit auch die Kariesbakterien.

Eltern sollten daher selbst auf eine ordentliche und regelmäßige Zahnhygiene achten (das gilt allerdings nicht nur für Eltern, sondern für alle Kinder und Erwachsene, die sich an gesunden Zähnen erfreuen wollen). Außerdem sollten Eltern heruntergefallene Schnuller oder Löffel nicht abschlecken, sondern lieber unter klarem Wasser abspülen oder abkochen.

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Küssen ist gesund

Viel küssen ist nicht nur gut für das Immunsystem: Knutschen bringt den Kreislauf in Schwung, die Herzfrequenz erhöht sich während des Küssens deutlich. Gleichzeitig ist Küssen ein Stressblocker, denn wer küsst, der entspannt sich. Es werden Endorphine, sogenannte Glücksbotenstoffe, ausgeschüttet, welche das psychische Wohlbefinden steigern.

Außerdem ist Küssen echter Sport: Beim Knutschen werden bis zu 38 Gesichtsmuskeln involviert und trainiert. Das trägt nicht unwesentlich zu Glättung der Haut bei. Wer sich jung und vital fühlen will, sollte also viel Küssen.

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