Schwimmen: Gelenkschonender Sport für jedes Alter

Knochen, Muskeln & Gelenke

Schwimmen: Gelenkschonender Sport für jedes Alter

Menschen mit Gelenkproblemen verzichten häufig auf Sport, um sich zu schonen. Dabei würde sanfte Bewegung die Symptome in vielen Fällen lindern. Schwimmen eignet sich ideal, Gelenkprobleme zu mildern oder gar nicht erst entstehen zu lassen.

Viele Menschen fühlen sich im Wasser einfach wohl. Das kühle Nass erfrischt, und der Wasserauftrieb gibt einem das Gefühl zu schweben. Außerdem ist Schwimmen als Sport sehr effizient und dabei besonders sanft. Schwimmen schont nicht nur die Gelenke, es stärkt auch das Herz-Kreislaufsystem und die Verletzungsgefahr ist im Vergleich zu anderen Sportarten eher gering.

Warum ist Schwimmen gelenkschonend?

Im Wasser fühlen wir uns viel leichter als an Land. Grund dafür ist der Wasserauftrieb. Unser Körper wird vom Wasser getragen und von seinem Eigengewicht deutlich entlastet. Das wirkt sich besonders positiv auf Gelenke, Sehnen und Bänder aus, da diese im Wasser nicht so viel Gewicht halten müssen. Genau aus diesem Grund wird Schwimmen übrigens als Sport für Übergewichtige und Schwangere empfohlen.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Schwimmen ineffizient ist. Das Gegenteil ist der Fall: Wir müssen uns (mit dem ganzen Körper!) gegen den Widerstand des Wassers bewegen. Das erfordert viel Kraft und verbraucht viele Kalorien – selbst wenn uns das während des Schwimmens gar nicht so sehr auffällt.

Was Sie beim Schwimmen dennoch beachten sollten

Für Schwimmer ist das Verletzungsrisiko grundsätzlich sehr gering, dennoch kommt es auch beim Schwimmen auf die richtige Technik an. Gerade beim Brustschwimmen machen viele Schwimmer einen entscheidenden Fehler: Sie versuchen den Kopf stetig außerhalb des Wassers zu halten und bilden deshalb ein Hohlkreuz, der Halswirbel wird gleichzeitig stark nach hinten gebeugt. Diese Haltung kann leicht zu Rückenschmerzen und vor allem zu Beschwerden im Nackenbereich führen.

Kraul- oder Rückenschwimmen eignen sich daher besser als Brustschwimmen, denn hier werden Kopf, Nacken und Rücken entlastet. Außerdem ist die leichte Beinbewegung beim Kraulschwimmen gelenkschonender als der Froschbeinschlag der Beine beim Brustschwimmen.

Und wenn es doch einmal zwickt?

Sollte es nach dem Sport doch einmal „zwicken“, hat das meist andere Ursachen: Diese Gelenkschmerzen rühren im Regelfall von bereits vorhandenen Schädigungen, die nun durch den sanften Sport spürbar werden. Dann kann Schwimmen sogar helfen, denn die leichte Bewegung sorgt dafür, dass die Gelenkknorpel wieder elastischer werden und die Beschwerden nachlassen. Eine ärztliche Abklärung ist in solchen Fällen aber immer sinnvoll.

Zudem sollten Sie sich nicht „kopfüber“ ins Wasser zu stürzen. Wenn Sie lange keinen Sport gemacht haben, sollten Sie Ihrem Körper die Möglichkeit geben, sich langsam an die neuen Anforderungen zu gewöhnen. Steigern Sie das Training lieber kontinuierlich mit der Zeit.

Deshalb ist Schwimmen so effektiv

Wir geben Ihnen hier noch einmal eine Übersicht, weshalb Schwimmen so gesund ist:

  • Die Belastung der Gelenke und Bänder ist im Wasser um ein Vielfaches geringer als an Land
  • Durch den Wasserwiderstand werden sämtliche Muskelgruppen des Körpers beansprucht
  • Schwimmen ist ein Ausdauersport und stärkt das Herz-Kreislaufsystem
  • Schwimmen ist sehr anstrengend und verbrennt viele Kalorien
  • Die Verletzungsgefahr ist im Wasser (gerade für Gelenke und Bänder) relativ gering
  • Das kühle Wasser erfrischt und belebt den Kreislauf

Weitere gelenkschonende Sportarten

Schwimmen ist nicht die einzige gelenkschonende Sportart. Wer sich dem kühlen Nass lieber entzieht, kann zum Beispiel Fahrrad fahren. Auch hier müssen die Gelenke durch das Sitzen nicht das gesamte Körpergewicht tragen und werden so deutlich entlastet.

Skilanglauf, Klettern oder Walken sind ebenfalls gelenkschonende Sportarten, da Gelenke und Bänder hier sehr gleichmäßig belastet werden. Bei vielen Mannschaftssportarten ist das anders: Durch ruckartige Bewegungen beim Fußball, Volleyball oder – ganz besonders – beim Squashspielen steigt das Verletzungsrisiko.

 

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