Kopf & Psyche

Was ist das Serotonin Syndrom?

Kommt es im zentralen Nervensystem zu einem Überschuss an Serotonin, kann dies zum sogenannten Serotonin Syndrom führen. Wir erklären, was dahinter steckt.

Auslöser für einen erhöhten Serotoninspiegel sind meist Neben- bzw. Wechselwirkungen durch Einnahme verschiedener Medikamente. Beim Serotoninsyndrom ist schnelles Handeln extrem wichtig, da es tödlich enden kann.

Was ist Serotonin?

Einer der wichtigsten Botenstoffe unseres Nervensystems ist Serotonin (chemisch: 5-Hydroxy-Tryptamin oder 5-HT). Es beeinflusst zahlreiche Funktionen und erfüllt wichtige Aufgaben unseres Körpers. Unter anderem:

  • Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Emotionen und Stimmungen
  • Schmerzempfinden
  • Körpertemperatur
  • Hungergefühl
  • Gefäßmuskulatur
  • Gedächtnisbildung und Lernvorgänge
  • Magen-Darm-Bewegung
  • Blutgerinnung

Serotonin befindet sich nicht nur in unserem zentralen Nervensystem (ZNS), sondern auch im peripheren Nervensystem (PNS). Kommt es zu einem Überschuss oder einem Mangel des Botenstoffes, hat dies negative Auswirkungen auf unseren Körper. So ist zu viel oder zu wenig Serotonin dann nicht selten verantwortlich für Migräne, Reizdarm, Depressionen oder auch Ängste und Zwänge.

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Serotonin Syndrom – Symptome

Die Symptome beim Serotoninsyndrom sind vielfältig und reichen von Fieber über Muskelkrämpfe bis hin zu Halluzinationen. Mediziner unterteilen die jeweiligen Krankheitsanzeichen in drei Gruppen ein:

Vegetative Symptome:

Zu den vegetativen Beschwerden gehören Kopfschmerzen, starkes Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie ein erhöhter Puls und erhöhter Blutdruck. Nicht selten leiden Betroffene auch an grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Schüttelfrost.

Neuromuskuläre Symptome:

Bei neuromuskulären Symptomen ist das Zusammenspiel zwischen Muskeln und Nerven gestört, sodass es bei Betroffenen zu erhöhten Muskelspannungen, zittern, Muskelzuckungen, übertriebenen Reflexen oder Muskelkrämpfen kommen kann.

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Psychische Symptome:

Ein Überschuss an Serotonin kann auch psychische Auswirkungen haben. Hierzu gehören zum Beispiel innere Unruhe, Koordinationsstörungen, Nervosität und Halluzinationen. Auch Bewusstseins- und Konzentrationsstörungen sowie eine gesteigerte Stimmung sind typisch für einen Serotoninüberschuss im zentralen Nervensystem.

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Serotonin Syndrom: Behandlung

Wie eingangs schon erwähnt, sind Wechselwirkungen verschiedener Medikamente häufigster Auslöser des Serotonin Syndroms. In den meisten Fällen handelt es dabei sich um Wechselwirkungen unterschiedlicher Antidepressiva. Treten erste Anzeichen für einen erhöhten Serotoninspiegel oder einen Mangel auf, sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden. Unter ärztlicher Beobachtung bewirkt bereits das sofortige Absetzen aller Serotonergen Arzneimittel eine deutliche Besserung innerhalb von 6-24 Stunden. Die Dauer ist aber immer abhängig davon, um welche Medikamente es sich handelt. Unter Umständen kann die Behandlung auch ein paar Tage, bis mehrere Wochen andauern.

In schweren Fällen kann schnelles Erkennen der auslösenden Medikamente und korrektes Handeln lebensrettend sein, da es unter anderem zu akutem Lungenversagen, Herz-Rhythmus-Störungen oder Nierenversagen kommen kann. Eine Behandlung im Krankenhaus ist daher unumgänglich. Die jeweilige Behandlung ist abhängig von den Symptomen und ob es sich um einen Serotoninüberschuss oder einen Serotoninmangel handelt.

Kann man einem Serotonin Syndrom vorbeugen?

Wer auf die gleichzeitige Einnahme auslösender Medikamente achtet, kann die Entstehung des Serotonin Syndroms vermeiden. In der Praxis ist das leider nicht immer so einfach, da sich leichte Wechselwirkungen oftmals nicht vermeiden lassen. Patienten, die dementsprechende Präparate verschrieben bekommen haben, leiden nicht selten an Durchfall oder Schlafstörungen. Ärzte sind dazu verpflichtet, auf eventuelle Wechselwirkungen hinzuweisen.

Wer bereits Serotonin senkende oder erhöhende Medikamente zu sich nimmt, sollte bei zusätzlicher Einnahme von pflanzlichen Arzneistoffen – wie zum Beispiel Johanniskraut – vorsichtig sein und dies vorher mit dem behandelnden Arzt absprechen. Ansonsten ist die Gefahr eines Serotonergen Syndroms hoch.

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