Alternativmedizin & Naturheilkunde

Shiatsu-Massage: Wohlgefühl auf Fingerdruck

Die einen verwerfen sie als zu esoterisch und spirituell, die anderen schwören auf ihre heilsame Wirkung für Körper und Geist: die Shiatsu-Massage.

In der Regel bieten ausgebildete Physiotherapeuten und Heilpraktiker Shiatsu-Massagen an. Allerdings handelt es sich bei dem Heilverfahren um keinen geschützten Begriff, so dass auch ungeschulte Masseure ihn verwenden dürfen.

Für die tatsächliche Wirksamkeit der Shiatsu-Massage gibt es bisher keine ausreichenden wissenschaftlichen Nachweise. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür nicht. Insofern ist die alternative Behandlungsmethode eher der Wellness zuzurechnen.

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Aber können Tausende Shiatsu-Anhänger irren? Lesen Sie hier, was sich hinter dem Begriff verbirgt und welche positiven Effekte man der Massage nachsagt.

Wofür ist Shiatsu gut?

Die klassische Massage hat das Ziel, Verspannungen zu lösen, um Nacken-, Kopf- und Rückenbeschwerden und Folgeerkrankungen wie Kopfschmerzen zu lindern. Bei der Shiatsu-Massage dagegen handelt es sich um eine ganzheitliche Technik: Sie soll sich positiv auf den gesamten Körper und Geist auswirken und für innere Ausgeglichenheit und Entspannung sorgen.

Shiatsu-Fans versichern, dass ihr ganzer Organismus positiv darauf reagiert: das Immunsystem, das vegetative Nervensystem, der Hormonhaushalt, der Kreislauf und die Atmung, aber auch die Stimmung. Die Behandlung helfe ihnen bei Stress, Schlafstörungen, Verdauungsproblemen und Menstruationsbeschwerden. Auch die Selbstheilungskräfte soll sie aktivieren.
Zeit, sich das Konzept dahinter einmal genauer anzusehen.

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Das Shiatsu-Konzept

Der Begriff „Shiatsu“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet „Fingerdruck“. Das alternative Heilverfahren aus Fernost ist eine Mischung aus verschiedenen Massagearten und Druckpunkttherapien, die so ähnlich bereits vor 2500 Jahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zur Anwendung kam. Auch Elemente der TCM-Methoden Akupressur und Akupunktur sind integriert. Wie sie ist die Shiatsu-Massage eine Methode der Meridianbehandlung.

Ihr liegt die Idee zugrunde, dass uns eine universelle Lebensenergie durchfließt, das sogenannte Qi, wie wir es aus dem Begriff Qi-Gong kennen. Es bewegt sich in unserem Körper durch mehrere Energieleitbahnen: die Meridiane. Auf diesen wiederum liegen diverse Punkte, die mit unseren Organen verbunden sind.

Man geht davon aus, dass der Energiefluss durch bestimmte Einflüsse aus dem Gleichgewicht geraten kann. Durch Stress zum Beispiel. Die Folgen sind sogenannte Blockaden. Dazu zählen neben körperlichen und seelischen Verspannungen auch die unterschiedlichsten Schmerzen. Der Shiatsu-Masseur versucht, diese Blockaden zu lösen und den Fluss der Energie wieder in Balance zu bringen, um die Beschwerden zu lindern oder ihnen vorzubeugen.

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Die Meridianpunkte spielen eine große Rolle bei der Shiatsu-Massage.

Der Shiatsu-Masseur orientiert sich an den Meridianpunkten. (c) Colourbox

So geht’s

Die Massage dauert etwa eine Stunde. Damit sie optimal wirkt, sollten mehrere Behandlungen im Abstand von etwa einer Woche stattfinden. In der Regel liegt oder sitzt die behandelte Person auf einer Matte. Der Masseur macht sich zunächst ein Bild von ihrem gesundheitlichen und seelischen Zustand. Er fragt nach bekannten Erkrankungen und Beschwerden und untersucht den Körper nach spürbaren Blockaden und damit verbundenen energetischen Unebenheiten entlang der Meridiane.

Dann beginnt der Therapeut mit seiner „energetischen Körperarbeit“: Mit den Handflächen und Fingern massiert bzw. streicht er mit leichtem Druck den Verlauf der Meridiane und ihre Punkte. Teil des Shiatsu-Massagetechnik sind auch Dehnungen und vorsichtige Drehungen der Gelenke wie den Knien oder Schultern. Häufig setzt der Masseur dabei auch seine eigenen Ellenbogen und Knie ein. Er arbeitet aber nie mit Muskelkraft, sondern ausschließlich mit seinem Eigengewicht. Diesbezüglich hat die Shiatsu-Massage Ähnlichkeit mit der Thai-Massage.

Während der Massage atmet der Behandelte gleichmäßig tief ein und aus. Der Masseur arbeitet synchron zur Atmung. In der Regel beendet man die Massage mit einem bewussten Nachspüren.

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Wichtig: Die Shiatsu-Behandlung ist nicht für jeden geeignet. In einzelnen Fällen tun Sie Ihrer Gesundheit nichts Gutes damit. Denn das Drücken auf die Haut und die Organe kann auch Schaden anrichten. Das gilt für Schwangere ebenso wie für Patienten mit Hautverletzungen oder -ekzemen sowie für solche mit schwereren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Arzt fragen, bevor Sie sich behandeln lassen.

Zur Lösung von Muskelverspannungen und als Anti-Stress-Entspannungstechnik aber erscheint die Shiatsu-Massage durchaus geeignet.